Zum Thema ‘Lernen lernen’

Lernen lernen bezeichnet den metakognitiven Prozess, richtiges Lernen zu erlernen.



Lernen lernen bezeichnet den metakognitiven Prozess, richtiges Lernen zu erlernen.

Was heißt “Lernen lernen”?




Mit Lernen lernen wird die Fähigkeit, immer wieder neu lernen müssen, betont, aus dem sich lebenslanges Lernen als ständiges Dazulernen entwickelt. Lernen lernen umschreibt einen metakognitiven Prozess, bei dem sich der Lernende zunehmend Wissen über seine eigenen Lern- und Denkprozesse und die Kontrollstrategien, die zu deren Steuerung notwendig sind, aneignet. Das bedeutet, dass ein Lernender, der erfolgreich lernen will, zielorientiert über ein ausreichendes Maß an Leistungsmotivation, Volition, Neugier und kognitive wie metakognitive Lernstrategien verfügen sollte. Dazu sollte er in der Lage sein, die eigenen Lernbedürfnisse bzw. Lerndefizite festzustellen, die notwendigen Lernziele zu erkennen, das geeignete Lernangebot selbst auszuwählen, das die Defizite ausgleichen kann, die Lernzeit und die Lernmedien selbst festzulegen. Darüber hinauf muss er Lernende über Lerntechniken verfügen, die er seinem Lernweg kontinuierlich anpasst und er muss auch in der Lage sein, den Lernprozess selbst zu kontrollieren, zu bewerten und mit der Zielerreichung abzuschließen (vgl. Pieter, 2004).

Bildungspolitisch meint der Begriff des Lernenlernens jenes lebenslange Lernen, das früher meist als Education permanente umschrieben worden ist.

Literatur

Pieter, A. (2004). Selbstbestimmtes Lernen in der Schule. Erfassung der subjektiven Kompetenz zum selbstbestimmten Lernen. Frankfurt a. M.: Peter Lang.



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Aktive vs passive Lernstrategien




Strategien des aktiven Lernens führen zu einem besseren Gedächtnis und machen auch das Lernen für den Lernenden interessanter. Der Begriff aktiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man sich bewusst in den Lernprozess einbringt. Aktiv Lernende setzen meist eine Vielzahl von Strategien für das Erlernen eines Unterrichtsstoffes ein.

Passives Lernen bedeutet, man lernt, ohne sich ganz auf den Lernstoff einzulassen oder über das gerade Gelesene oder Gesehene nachzudenken. Wird das Gehirn aber bei diesem Lernen nicht gefordert und einbezogen, so geht es in eine Art Ruhezustand über (Default Modus).

Beim aktiv Lernen richtet man hingegen seine Aufmerksamkeit auf das Lernmaterial, kategorisiert es und nutzt sein Denkvermögen und eine Vielzahl an Methoden, um konzentriert und fokussiert zu bleiben. So wird die gelernte Information im Kurzzeitgedächtnis verarbeitet und schließlich im Langzeitgedächtnis gespeichert. Das Gehirn kann dabei wie ein Muskel trainiert werden, und zwar durch kurze, regelmäßige Lernsitzungen. Um diesen Muskel zu aktivieren, muss ein Lehrstoff eingehend studiert, visualisiert in einen einprägsamen Zusammenhang gesetzt und aktiv wiederholt werden.



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Das Arbeitsgedächtnis und seine Funktionen




Da das Kurzzeitgedächtnis nur eine begrenzte Kapazität für das Speichern von Informationen hat, muss hier das Arbeitsgedächtnis aushelfen, um die sonst flüchtigen Informationen über einen längeren Zeitraum zu behalten und miteinander zu kombinieren. Wenn man etwa im Telefonbuch eine Nummer nachschlägt, dann muss man die Zahlenreihe beim Gang zum Telefon einige Male wiederholen, um die Nummer vollständig und richtig zu erinnern. Das dabei verwendete Arbeitsgedächtnis ist allerdings störanfällig, denn wenn man auf dem Gang zum Telefon angesprochen oder unterbrochen wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man die Zahlen wieder vergisst. Das Arbeitsgedächtnis kann die Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis aber auch manipulieren und verändern, wenn etwa bei einer Rechenaufgabe verschiedene Teile einer Gleichung in einen Zusammenhang gebracht werden müssen. Das Arbeitsgedächtnis befähigt den Menschen auch zu einem Teil seiner intelligenten Leistungen, denn es gibt einen messbaren Zusammenhang mit der Fähigkeit zu logischem Denken. Bei einem Blackout sind alle Erinnerungen für eine kurze Zeit wie ausgelöscht, wobei dieses Phänomen des Arbeitsgedächtnisses in Stresssituationen auftritt, was in der Regel an den Stresshormonen Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol liegt, die das Arbeitsgedächtnis blockieren. Lässt die Anspannung nach, dann kehren auch die Erinnerungen meist wieder zurück. Das Arbeitsgedächtnis ist auch für Lernprozesse wichtig, wobei etwa Kinder mit Schwächen im Arbeitsgedächtnis Probleme haben, gute schulische Leistungen zu zeigen. Studien konnten belegen, dass ein intensives Training das Arbeitsgedächtnis in einem bestimmten Rahmen verbessern kann, wobei man in solchen Trainings regelmäßig an die Belastungsgrenzen gehen muss.

Nach Walshe et al. (2019) hängt es mit der Entwicklung des Gehirns, im speziellen des Arbeitsgedächtnisses zusammen, dass jugendliche Fahrer die höchste Rate an Kraftfahrzeugunfällen haben. Je schlechter das Arbeitsgedächtnis, das für das Gefahrenbewusstsein entscheidend ist, bei unter 20-Jährigen entwickelt ist, desto häufiger habenen sie Autounfälle, und zwar unabhängig davon, wie risikofreudig sie fahren.

Literatur

Walshe, Elizabeth A., Winston, Flaura K., Betancourt, Laura M., Khurana, Atika, Arena, Kristin & Romer, Daniel (2019). Working Memory Development and Motor Vehicle Crashes in Young Drivers. JAMA Network Open, :10.1001/jamanetworkopen.2019.11421.



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© Werner Stangl Linz 2020