Zum Thema ‘Lernen’

Lernen ist jener Prozess, der bei Menschen automatisch und immerwährend abläuft.



Lernen ist jener Prozess, der bei Menschen automatisch und immerwährend abläuft.

Prinzipien der Mnemotechnik




Assoziation ist jener kognitive Prozess, bei dem  etwas neu zu Merkendes mit einem vorhanden Gedächtnisinhalt verbunden wird. Dabei muss jeder Lernende seine eigenen Assoziationen entwickeln, da sie als Teil der individuellen Lerngeschichte die  besondere Art und Weise widerspiegeln, wie der eigene Verstand arbeitet. Gegenstände können mnemotechnisch miteinander assoziiert werden, indem man sie z.B.

  • auf das assoziierte Objekt stellt,
  • aufeinander aufprallen oder sich gegenseitig durchdringen lässt,
  • miteinander mischt,
  • umeinander wickelt,
  • sie sich umeinander drehen oder miteinander tanzen,
  • von gleicher Farbe, Geruch, Form oder Gefühl sind.

Durch solche Assoziationen entsteht ein Assoziationsbild, eine Imagination
. Imaginationen werden verwendet, um Verknüpfungen und Assoziationen zu veranschaulichen. Solche aus der eigenen Erfahrung hergestellten Bilder sind wirkungsvoll, weil sie ebenfalls die eigene Art des Denkens widerspiegeln und aus den eigenen Erfahrungsschatz kommen. Je deutlicher man sich eine Situation vorstellt und visualisiert, desto effektiver wird sie im Gedächtnis für einen späteren Abruf verankert werden. Mnemonische Imagination sollte dabei lebhaft, grell oder sinnlich sein.
Die Lokation schließlich bietet einen schlüssigen Kontext, in den Informationen zusammenhängend eingefügt werden können, und Lokationen helfen auch, um einen Gedächtnisinhalt von anderen zu unterscheiden. Die Lokation gibt den Mnemotechniken Kontext und Aufbau und verhindert, dass sie mit ähnlichen Inhalten durcheinander gebracht werden und auf Dauer belastbarer sind.

Siehe auch Grundprinzipien des menschlichen Lernens



Wenn Sie nur den kompletten Text eines Artikels lesen wollen, klicken Sie bitte auf den Titel des Beitrags!

Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn man liest?




In der ersten Klasse ist Lesen lernen zunächst eine Technik, d. h., man lernt, jedem geschriebenen Buchstaben einen Laut zuzuordnen, also A wie Apfel, B wie Banane und so weiter. Man kann davon ausgehen, dass man, wenn man 26 Buchstaben verinnerlicht hat plus einige Diphthonge, lesen kann. Dann fängt man an, sich Wörter zu er-lesen, d. h., sie zu dekodieren, indem man links anfängt und sich quasi selbst beim Dekodieren des Wortes zuhört, indem man Zeichen für Zeichen mit dem dazugehörigen Laut verbindet, bis die Laute hinterher zusammen einen Sinn ergeben. Erst nach und nach baut sich das Gehirn ein mentales Lexikon, was notwendig ist, dass etwa in der zweiten Klasse Kinder beginnen können, Wörter als Ganzes zu erfassen. Irgendwann erreicht man einen Punkt, an dem man diese Buchstabenkombination schon so häufig gelesen hat, dass man diesen Prozess des einzelnen Buchstabenverbindens gar nicht mehr braucht. Man fängt an mit den ersten drei Buchstaben und dann sagt das mentale Lexikon: “Ah, kenn ich! SPO, das muss Sport sein!” oder noch später im Prozess, dass dann alle Buchstaben auf einmal erfasst werden. Das heißt, man liest nicht mehr seriell, sondern simultan. Hinter der Orthografie, also dem Bild der Buchstaben, ist im mentalen Lexikon die Bedeutung und die Aussprache des Wortes gespeichert. Das wird alles gleichzeitig abgerufen und geht eben sehr viel schneller, als wenn man sich das Buchstabe für Buchstabe erlesen muss, ganz besonders, wenn es sich um lange Wörter handelt. Um vom seriellen zum simultanen Lesen zu kommen, hilft nur häufiges Lesen. Je öfter man ein Wort geschrieben sieht, desto tiefer wird es in das Gedächtnis eingeschrieben und irgendwann muss man gar nicht mehr genau hindschauen, denn das Wort ist so tief verankert, dass man auch schon aus weiter Entfernung sehen kann, was da steht. Das heißt, dieser Eintrag im Lexikon wird immer tiefer und umso schneller kann er abgerufen werden. Bei einem geübten Leser landet das Auge ein- bis zweimal irgendwo im Wort und erschließt sich dann den Rest, abhängig von der Wortlänge. Dabei gibt es Wahrscheinlichkeiten, welches Wort folgt und welches Wort davor stand, sodass ein richtig geübter Leser überhaupt nicht jedes Wort lesen muss. So sind Präpositionen oder Artikel völlig klar, hier ist dieses Nomen als Objekt, da muss der Artikel so und so sein und wenn das Verb so und so ist, dann muss darauf auch die Präposition XY folgen. Das heißt, es wäre kein Informationsgewinn, da noch mal mit dem Auge drauf zu landen, sondern man macht den Sprung direkt größer. Um komplexe Texte möglichst schnell erfassen zu können, sollte man rechtzeitig für viele tiefe Einträge im Gehirn sorgen, also nicht nur viel lesen, sondern auch Texte, in denen immer wieder neue Wörter vorkommen. Je mehr Kinder der Schriftsprache ausgesetzt sind, desto besser sind ihre Voraussetzungen, gut lesen zu lernen.

Zusammengefasst nach einem Interview mit der Psycholinguistin Pauline Schröter für den NDR.

https://www.ndr.de/kultur/Schwerpunkt-Was-passiert-beim-Lesen-im-Gehirn,lesen306.html (19-04.23)



Wenn Sie nur den kompletten Text eines Artikels lesen wollen, klicken Sie bitte auf den Titel des Beitrags!

Grundlagen des Lernens für Seminarleiter




Jens Uwe Martens legt mit dem Buch “Verhalten und Einstellungen ändern” eine Einführung in die Psychologie des Lernens vor, die sich vor allem an Leiter von Seminaren aber auch an Lehrerinnen und Lehrer wendet. Lernen ist seiner Definition nach die Aneignung von Erfahrung, bei dem Denken, Fühlen und Tun zusammenwirken. Vor allem die affektiven Komponenten sind in fast allen Lernzielen enthalten, selbst wenn es anscheinend nur um reine Wissensvermittlung geht. Gute Seminarleiter sprechen daher gezielt den Gefühlsbereich an, um Verhalten und Einstellungen zu ändern, die soziale Kompetenz zu erhöhen. Das Buch enthält ein komplettes Lehr- und Selbstlernkonzept zum Thema: Signallernen, Einstellungs- und Soziales Lernen, Festlegung der Lernziele, Fortbildungsmaßnahmen, Überprüfung des Erfolgs. Zum Abschluss eines jeden Kapitels sichern Testaufgaben mit Antwortkontrollen den Transfer. Ein Kapitel behandelt die Vermittlung affektiver Lernziele durch Multimedia.



Wenn Sie nur den kompletten Text eines Artikels lesen wollen, klicken Sie bitte auf den Titel des Beitrags!

© Werner Stangl Linz 2019