Zum Thema ‘Buchempfehlung’

Buchempfehlungen stammen aus der praktischen Lehre des Blogbetreibers.



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Selbstreguliertes Lernen




Ein wesentlicher Teil des Lernens findet nicht in der Schule, sondern zu Hause statt, sodass ein großer Bedarf an praktikabler Strategie für das Lernen nach dem Unterricht vorhanden ist. Hausaufgaben laufen häufig noch nach dem alten Muster ab: Die Lehrer geben den Schülern genau definierte Aufgaben vor, welche die Kinder stur abarbeiten. Gegenüber dieser passiven Lernhaltung sollte eine aktive Lernhaltung erreicht werden, die dem erhöhten Anforderungsgehalt des schulischen Lernstoffes gerecht wird. Die Schüler müssten als Manager ihrer selbst die Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Sowohl die Ziele als auch die Strategien sollten von ihnen selbst bestimmt werden. Ihre Lernkompetenz und -entwicklung muss von ihnen selbst laufend eingeschätzt und überprüft werden. Das häusliche Lernen sollte dabei nach einem siebenstufigen Zyklus ablaufen:

  • Selbst-Evaluation
  • Setzung von Lernzielen
  • Strategieplanung
  • Strategieeinsatz
  • Strategieüberwachung
  • Strategieanpassung
  • Ergebnisbewertung.

LehrerInnen fungieren demgemäß eher als Coach und Lernconsultant, die dem Schüler nicht nur Feedback zu seinen Lernergebnissen, sondern auch zu seinen Lernstrategien geben sollten. Ein Rollenwechsel der LehrerInnen soll dazu führen, dass die Schüler nicht mehr für die Lehrer lernen, sondern aus eigener Motivation heraus für die von ihnen selbst vorgegebenen Lernziele.



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Warum Kinder lernen




Jedes Kind kommt prinzipiell neugierig und wissbegierig zur Welt, wobei Kinder immer und überall lernen, allerdings nicht willentlich gesteuert, sondern vor allem unbewusst. Das menschliche Gehirn ist von Natur aus darauf ausgerichtet, immer lernen zu wollen, d.h, es kann gar nichts anderes als lernen. Allerdings funktioniert das Gedächtnis von Kindern, vor allem wenn es um das frühe Lernen geht, nach ganz eigenen Gesetzen, da das kindliche Gehirn nicht die Informationen einfach nur speichert, sondern diese immer zuerst automatisch prüft und hinsichtlich ihrer Bedeutung in einer aktuellen Situation interpretiert, wobei jede neue Information einige Hürden überwinden muss, bevor sie das Kurzzeitgedächtnis aufnimmt. Wenn sich das Gehirn dagegen entscheidet, dann ist das reiner Selbstschutz, denn das Gehirn ist ein ökonomisches Organ, das alle Außenreize, Informationen und alltägliche Kleinigkeiten auf deren Relevanz hin untersucht, um nicht wegen einer grenzenlosen Reizüberflutung handlungsunfähig zu bleiben.
Wenn Kinder später unmotiviert im Unterricht sitzen, hat das gute Gründe, denn der Lernraum Schule ist meist durch Misserfolge, ein schlechtes Verhältnis zum Lehrer oder zu den Klassenkameraden negativ besetzt. Diese negative Einstellung ist eine schlechte Lernbasis, denn das Gehirn reduziert sein Leistungsvermögen und verweigert sich den lernfördernden Reizen und verliert an Assoziationskraft. Kinder lernen schließlich nur dann erfolgreich, wenn ihnen die Lerninhalte, das Lernumfeld und die Lernmethoden Spaß machen. Viele Eltern glauben, ihr Kind mit Belohnungen für das Lernen motivieren zu müssen, doch Belohnungen bewirken oft das Gegenteil, denn das in Aussicht gestellte Geschenk hindert das Kind daran, sich selbst zu motivieren. Allmählich werden Spaß, Wohlgefühl und mögliche innere Zufriedenheit als Motivatoren verdrängt und das Streben auf die äußere Belohnung gelenkt. Überdies nutzen sich solche äußeren Anreize schnell ab. Damit wird die von Geburt an vorhandene Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, binnen kurzem zerstört. Schließlich lernt ein Kind nicht Laufen, weil es die Eltern mit etwas dafür belohnen, sondern weil es laufen können möchte und jeder kleine Erfolg von ein paar Schritten Belohnung genug ist. Vor allem unerwartete Erfolge, die entsprechend gewürdigt werden, prägen sich als positive Erlebnisse ein und dienen als Motivation für die Zukunft. Hirnforscher haben nachgewiesen, dass Emotionen beim Lernen eine entscheidende Rolle spielen, und eine Gedächtnisbildung ohne Emotionen gar nicht möglich ist.

Entstanden unter Verwendung von
Roedenbeck, Maja (2010). Gedächtnis-Genies: So lernen Kinder.
http://www.urbia.de/magazin/schulkind/schule-und-lernen/
gedaechtnis-genies-so-lernen-kinder (10-05-04)



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Das 4-Mat-System von Bernice McCarthy




Aufbauend auf David Kolbs Lernstile entwickelte Bernice McCarthy das 4-Mat-System, das berücksichtigt, dass Menschen unterschiedlich lernen und daher Informationen unterschiedlich aufnehmen. Kolb hat vier verschiedene Lernstile herausgefunden und ihnen seltsam anmutende Namen gegeben: den Divergierer, den Assimilierer, den Konvergierer und den Akkommodierer. Zwei davon geben an, wie Erfahrungen gesammelt werden (abstrakt/analytisch oder eher konkret/praktisch) und zwei geben an, wie diese Erfahrungen dann verarbeitet werden (nach innen gerichtetes Beobachten und Nachdenken oder nach außen gerichtetes konkretes Handeln).

Für Lehrende ist es daher wichtig, auf die verschiedenen Lernstile der Lernenden einzugehen. Das 4-Mat-System teilt die Menschen in Bezug auf das Lernen in vier Grundtypen ein:

  • Der Warum-Typ (Warum soll ich das lernen?) will wissen, warum das, was der Lehrende vorträgt, gerade für ihn von Interesse sein soll.
  • Der Was-Typ (Was ist das genau?) möchte die Sache erklärt bekommen, möchten Zahlen und Fakten geliefert bekommen und kann vor allem auf diese Weise überzeugt werden.
  • Der Wie-Typ (Wie kann das angewendet werden?) möchte wissen, wie etwas funktioniert und möchte am liebsten alles sofort ausprobieren.
  • Der Was wäre wenn-Typ (Was ist wenn … ?) braucht Zukunftsszenarien, um auf einen Lerninhalt einzugehen oder sich von etwas überzeugen zu lassen.

Man kann dieses 4MAT-System aber nicht nur dazu nutzen, anderen Menschen Wissen zu vermitteln, sondern auch sich selbst, denn mit diesem System kann man sein Lernen strukturieren und systematisch neue Themen erschließen. Dieses System spiegelt auch einen gewissen zeitlichen Ablauf für das Erlernen von neuem Lernstoff wider, denn zuerst sollte man sich beim Lernen immer fragen: Warum soll ich das lernen? (Motivation) Erst danach sollte man sich den Fakten des Themas zuwenden und danach die Anwendung üben bzw. wenigstens überlegen, wie man das Wissen anwenden kann. Erst danach sollte man sich mit weiteren Fragen und Szenarien beschäftigen (Was wäre wenn … ?).


[Quelle: http://www.aboutlearning.com/what-is-4mat/what-is-4mat]

Linktipp
http://www.aboutlearning.com/ (12-02-21)

Bildquelle
http://www.aboutlearning.com/what-is-4mat/what-is-4mat (12-02-21)



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© Werner Stangl Linz 2019