Selbstreguliertes Lernen

März 6, 2019 – 5:23 pm

Ein wesentlicher Teil des Lernens findet nicht in der Schule, sondern zu Hause statt, sodass ein großer Bedarf an praktikabler Strategie für das Lernen nach dem Unterricht vorhanden ist. Hausaufgaben laufen häufig noch nach dem alten Muster ab: Die Lehrer geben den Schülern genau definierte Aufgaben vor, welche die Kinder stur abarbeiten. Gegenüber dieser passiven Lernhaltung sollte eine aktive Lernhaltung erreicht werden, die dem erhöhten Anforderungsgehalt des schulischen Lernstoffes gerecht wird. Die Schüler müssten als Manager ihrer selbst die Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Sowohl die Ziele als auch die Strategien sollten von ihnen selbst bestimmt werden. Ihre Lernkompetenz und -entwicklung muss von ihnen selbst laufend eingeschätzt und überprüft werden. Das häusliche Lernen sollte dabei nach einem siebenstufigen Zyklus ablaufen:

  • Selbst-Evaluation
  • Setzung von Lernzielen
  • Strategieplanung
  • Strategieeinsatz
  • Strategieüberwachung
  • Strategieanpassung
  • Ergebnisbewertung.

LehrerInnen fungieren demgemäß eher als Coach und Lernconsultant, die dem Schüler nicht nur Feedback zu seinen Lernergebnissen, sondern auch zu seinen Lernstrategien geben sollten. Ein Rollenwechsel der LehrerInnen soll dazu führen, dass die Schüler nicht mehr für die Lehrer lernen, sondern aus eigener Motivation heraus für die von ihnen selbst vorgegebenen Lernziele.



Lernen und Alkohol

März 6, 2019 – 9:35 am

Die Wissenschaftler haben in Versuchen mit Ratten die Vorgänge im Gehirn entschlüsselt, warum Menschen nach dem Genuss großer Mengen Alkohols am Tag danach Minuten oder sogar Stunden der Erinnerung an den Vorabend fehlen. Die für die Erinnerungsprozesse zuständigen Rezeptoren werden bei einem Alkoholrausch dadurch blockiert, da die Nervenzellen Steroide bilden, die die Synapsenübertragung hemmen, wodurch Erinnerungen gar nicht erst entstehen können.
Lernende sollten sollten daher nach einem Tag anstrengenden Lernens möglichst keinen Alkohol trinken, denn bereits geringe Mengen können die Gedächtnisleistung erheblich reduzieren. In einer Studie einer kanadischen Universität. mussten Studenten eine komplizierte Denkaufgabe lösen, wobei eine Gruppe noch am selben Abend Alkohol trank, während eine Vergleichsgruppe abstinent blieb. Eine Woche später wurde kontrolliert, wie groß das Erinnerungsvermögen war. Diejenigen, die nach dem Lernen Alkohol getrunken hatten, hatten erheblich größere Gedächtnislücken als die Nicht-Trinker.

Eine Folge des Alkoholkonsums ist auch die Dehydrierung des Körpers, denn Alkohol ist ein Diuretikum, also ein harntreibendes Mittel, das dem Körper Flüssigkeit entzieht, und zwar bis zu viermal so viel, wie beim Trinken konsumiert wird. Im Gehirn wird bei einer Dehydrierung die Funktion der Hypophyse beeinträchtigt, sodass der Wasserhaushalt nicht mehr richtig gesteuert werden kann. Auch werden bei der alkoholbedingten Dehydrierung Mineralien wie Magnesium, Kalium und Natrium aus dem Körper ausgeschieden, die für kognitive Funktionen wichtig sind. Um diese Verluste zu kompensieren, benötigt das Gehirns einige Zeit, und zwar wesentlich länger, als der Alkohol im Körper nachzuweisen ist, je nach Konsummenge bis zu einen Tag danach. Daher leiden auch noch lange nach dem Abbau des Alkohols die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis, aber auch die Reaktionszeit und die Entscheidungsfähigkeit.

Literatur

http://paedpsych.jku.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/LERNTECHNIKORD/GEDAECHTNISORD/Alkohol.html (98-11-02)
https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/Vergessen-Lernen.shtml (11-06-21)



Warum Kinder lernen

März 4, 2019 – 11:45 am

Jedes Kind kommt prinzipiell neugierig und wissbegierig zur Welt, wobei Kinder immer und überall lernen, allerdings nicht willentlich gesteuert, sondern vor allem unbewusst. Das menschliche Gehirn ist von Natur aus darauf ausgerichtet, immer lernen zu wollen, d.h, es kann gar nichts anderes als lernen. Allerdings funktioniert das Gedächtnis von Kindern, vor allem wenn es um das frühe Lernen geht, nach ganz eigenen Gesetzen, da das kindliche Gehirn nicht die Informationen einfach nur speichert, sondern diese immer zuerst automatisch prüft und hinsichtlich ihrer Bedeutung in einer aktuellen Situation interpretiert, wobei jede neue Information einige Hürden überwinden muss, bevor sie das Kurzzeitgedächtnis aufnimmt. Wenn sich das Gehirn dagegen entscheidet, dann ist das reiner Selbstschutz, denn das Gehirn ist ein ökonomisches Organ, das alle Außenreize, Informationen und alltägliche Kleinigkeiten auf deren Relevanz hin untersucht, um nicht wegen einer grenzenlosen Reizüberflutung handlungsunfähig zu bleiben.
Wenn Kinder später unmotiviert im Unterricht sitzen, hat das gute Gründe, denn der Lernraum Schule ist meist durch Misserfolge, ein schlechtes Verhältnis zum Lehrer oder zu den Klassenkameraden negativ besetzt. Diese negative Einstellung ist eine schlechte Lernbasis, denn das Gehirn reduziert sein Leistungsvermögen und verweigert sich den lernfördernden Reizen und verliert an Assoziationskraft. Kinder lernen schließlich nur dann erfolgreich, wenn ihnen die Lerninhalte, das Lernumfeld und die Lernmethoden Spaß machen. Viele Eltern glauben, ihr Kind mit Belohnungen für das Lernen motivieren zu müssen, doch Belohnungen bewirken oft das Gegenteil, denn das in Aussicht gestellte Geschenk hindert das Kind daran, sich selbst zu motivieren. Allmählich werden Spaß, Wohlgefühl und mögliche innere Zufriedenheit als Motivatoren verdrängt und das Streben auf die äußere Belohnung gelenkt. Überdies nutzen sich solche äußeren Anreize schnell ab. Damit wird die von Geburt an vorhandene Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, binnen kurzem zerstört. Schließlich lernt ein Kind nicht Laufen, weil es die Eltern mit etwas dafür belohnen, sondern weil es laufen können möchte und jeder kleine Erfolg von ein paar Schritten Belohnung genug ist. Vor allem unerwartete Erfolge, die entsprechend gewürdigt werden, prägen sich als positive Erlebnisse ein und dienen als Motivation für die Zukunft. Hirnforscher haben nachgewiesen, dass Emotionen beim Lernen eine entscheidende Rolle spielen, und eine Gedächtnisbildung ohne Emotionen gar nicht möglich ist.

Entstanden unter Verwendung von
Roedenbeck, Maja (2010). Gedächtnis-Genies: So lernen Kinder.
http://www.urbia.de/magazin/schulkind/schule-und-lernen/
gedaechtnis-genies-so-lernen-kinder (10-05-04)



© Werner Stangl Linz 2019