Wie Eltern das schulische Lernen unterstützen können


Man kann sein Kind ermuntern, auch außerhalb der Schule im Alltag zu lernen. So kann man sein Kind im Supermarkt die Etiketten vorlesen lassen, die Preise der Einkäufe im Kopf zusammenrechnen oder das Geld abzählen lassen. Auch kann man sein Kind dazu ermutigen, aus den vielen Angeboten die günstigsten auszurechnen.

Damit verbindet ein Kind den Unterrichtsstoff mit seiner natürlichen Lebenswelt, kann den Wert des Unterrichts viel besser einschätzen, übt dabei spielerisch und versteht mit der Zeit immer mehr, wie man in der Schule Gelerntes im Alltag praktisch anwendet. Dies fördert nicht zuletzt die Motivation eines Kindes, mehr wissen zu wollen und das wirkt sich automatisch positiv auf die Lernmotivation in der Schule aus.



Trick gegen Ablenkungen – die 10-Minuten-Regel


Manche müssen ihre Konzentrationsspanne erhöhen, denn die Anziehungskraft der sozialen Netzwerke oder der Handynachrichten ist für viele Menschen zu stark. Oft wird diese Anziehung besonders drängend, wenn man gerade konzentriert an einer Arbeit sitzt, für eine Prüfung lernt, eine Bewerbung schreibt oder etwas lernt, das man für seine Ziele braucht. Man sollte daher während solcher konzentrierten Arbeitszeiten länger als sonst die Finger von den Medien lassen, d. h., wann immer diese in den Sinn kommen, also das Mobiltelefon zur Hand zu nehmen und die Mails zu prüfen, wendet man die 10-Minuten-Regel an: Man sagt sich dabei, dass man ab diesem Augenblick noch zehn Minuten weiterarbeitet und erst dann die Nachrichten checkt. Wenn man dann immer noch Lust dazu hat, das Mobiltelefon zu nehmen, darf man es natürlich tun. Der Trick dabei ist, dass man sich mit dieser Regel über den akuten Drang, die Nachrichten anzuschauen, hinweghilft und möglicherweise nach zehn Minuten schon vergessen hat, dass man sich mit dieser Fluchtreaktion ablenken wollte, denn im Grunde ist das immer eine Fluchtreaktion vor der Arbeit.

Man kann übrigens diese Technik auch in anderen Lebensbereichen anwenden, wenn man etwa Lust auf Süßigkeiten hat. Daher ist der Satz “Ich warte noch 10 Minuten, wenn ich dann noch möchte, gebe ich dem Impuls nach” in vielen Situationen ein gutes Hilfsmittel. Wenn man merkt, dass diese Methode das etwas bringt, sollte man diese Technik beibehalten als ein aktives Training für die eigene Willenskraft.

Literatur

https://www.spiegel.de/karriere/acht-wochen-coaching-willenskraft-nutzen-ziele-erreichen-a-1296457.html (19-12-10)



Lesen vs Scannen


Das Aufnehmen gedruckter Inhalte, also das Leseverhalten, hat sich durch den Gebrauch von digitalen Medien deutlich verändert, denn während man Bücher relativ gleichförmig liest – die Augen bewegen sich dabei von links nach rechts und springen dann in die nächste Zeile, wird beim Lesen auf Internetseiten ein Text meist nur gescannt (siehe dazu Skimming und Scanning). Das bedeutet, es werden Titel, Absatzanfänge und einzelne hervorgehobene Worte gelesen, dann lenkt aber eine Werbung ab oder ein Animation fordert auf, das Lesen des Textes zu unterbrechen. Ein solcher rein informationeller Aufnahmemodus ist keine Projektionsfläche für eigene Gedanken und Assoziationen wie vertieftes Lesen in einem Buch. Ein Buch eignet sich damit viel besser zum Erfassen und Verstehen von komplexeren Zusammenhängen, während Texte im Internet eher für den schnellen Überblick geeignet sind. Beide Formen des Leseverhaltens sind wichtig und sollten Kindern in gleichem Ausmaß vermittelt werden.

Die Stärke des Internet liegt daher vor allem in seiner Effizienz, denn was nebensächlich erscheint, kann man wegscrollen oder wegklicken. Wer einen Zeitungsartikel in einem gedruckten Medium liest, kommt in der Regel bis zur Hälfte, erscheint jedoch derselbe Artikel online, wird im Schnitt nur ein Fünftel davon gelesen. Skimmen und Scannen eignet sich für SchülerInnen und Studierende bei der Sichtung von Texten, z.B. für die Bachelor- oder Masterarbeit, zu Beginn einer Prüfungsvorbereitung, um schnell einen Überblick über ein Thema zu bekommen und um das Gehirn auf die neuen Informationen vorzubereiten, d. h., letztlich immer dann, wenn man aus einem Text später genauere Informationen aufnehmen möchte.

Literatur

Stangl, W. (2019). Skimming und Scanning. Werner Stangls Arbeitsblätter-News.
WWW: https://arbeitsblaetter-news.stangl-taller.at/skimming-und-scanning/ (2019-11-24).



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