Konzentration und Aufmerksamkeit

November 29, 2018 – 10:58 pm

Eng mit der Aufmerksamkeit verknüpft ist die Konzentration, die als Sammlung und Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf eng umgrenzte Sachverhalte definiert wird. Zur Konzentration wird Aufmerksamkeit erst durch den zusätzlichen Aufwand der Reizabschirmung von sensorischen, binnenpsychologischen und umweltbezogenen Einflüssen, die nichts mit der aktuellen Tätigkeit oder Aufgabenstellung zu tun haben.

Die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit zu lenken und die Konzentration über einen längeren Zeitraum auf eine Tätigkeit oder Aufgabe, sei es zuhören, schreiben, rechnen, experimentieren, musizieren oder Unterhaltungen und Austausch mit anderen, zu lenken und dort zu belassen, ist für die Erledigung vieler Aufgaben unabdingbar.

Der Ursprung von Konzentrationsstörungen ist dabei unterschiedlicher Natur, wobei neben übermäßigen Medienkonsum persönliche und familiäre Probleme, Sorgen oder Kummer, Persönlichkeitsdispositionen sowie ein schlechtes Selbstkonzept und mangelndes Selbstwertgefühl, aber auch schlicht und einfach fehlendes Interesse an den Inhalten und Unlust für mangelnde Konzentration verantwortlich sein können.



Das Erlernen komplexer Routinen

November 27, 2018 – 11:20 am

Dass Menschen Hände schütteln können, ohne vorbeizugreifen, liegt daran, dass diese Bewegung automatisiert ist, wobei das Gehirn diese komplexen Bewegungsabläufe nach tausendfacher Übung fest abgespeichert hat. Wenn solche Routinen erst einmal im Gehirn sind, bekommt man sie schwer wieder aus dem Kopf, was etwa auch den Vorteil hat, dass man auch nach Jahrzehnten das Schwimmen oder Fahrradfahren nicht verlernt und mit wenig Übung gelingt es auch nach einer so langen Pause wieder so gut wie früher. Wenn man hingegen eine Bewegung zum ersten Mal ausführt und sich bewusst darauf konzentriert, wird das vor allem im sogenannten Stirnhirn-Bereich verarbeitet, jedoch für automatisierte, routinierte Bewegungsabläufe benötigt man zwei weitere Areale, nämlich das Kleinhirn, das unter anderem für Koordination und das Lernen von Bewegungsabläufen zuständig ist, und die Basalganglien, in denen Rituale und Routinen abgespeichert werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Gehirn übrigens komplizierte Bewegungen sicherer abspeichert als einfache. Wenn man sich falsche Bewegungsroutinen etwa für eine Sportart oder ein Musikinstrument angeeignet hat, ist es äußerst schwer, diese wieder umzuprogrammieren. Daher ist es besser, langsam und bewusst anzufangen und beim Erlernen schon auf alle Details zu achten, etwa die richtige Haltung, und beim Wiederholen sich dann Stück für Stück dem Zieltempo annähern.

Literatur

Stangl, W. (2014). Stichwort: ‚Routine‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: http://lexikon.stangl.eu/4486/routine/ (2014-12-27)



Pubertierende wünschen sich Herausforderungen

November 12, 2018 – 11:52 pm

Das Gehirn reagiert von Heranwachsenden eher schwach auf den Botenstoff Dopamin, der für Motivation und Antrieb verantwortlich ist, denn das Gehirn von Jugendlichen ist immer auf der Suche nach starken, bestätigenden Reizen und reagiert daher auch auf Belohnung als auf Bestrafung. Viele Jugendliche lernen oft besser, wenn sie leichten Stress empfinden, da dieser sie eher aktiviert als belastet. Leerlauf hingegen ist für Pubertierende ein unangenehmer Zustand, d. h., sie wünschen sich Herausforderungen.



© Werner Stangl Linz 2018