Archiv für die Kategorie „Lernen“

Vokabel-Poster für den Grundwortschatz

Donnerstag, 4. März 2010

franzoesischposterEin Vokabel-Poster ist ein Poster (Größe 70 x 100cm) mit 1500 Vokabeln aus dem Grundwortschatz einer Fremdsprache, kann man sich übers Bett, in die Küche oder ins Badezimmer hängen. Jedes Mal, wenn man daran vorbeigeht, schaut man sich mindestens eine Vokabel an. Das kostet viel weniger Überwindung, als sich zum Pauken an den Schreibtisch zu setzten.

Durch die ständige Wiederholung prägen sich die Vokabeln fast von alleine ein. Die Wörter sind Lehrbuch-unabhängig und in Kategorien geordnet. Der Hintergrund des Englisch-Posters ist mit Sehenswürdigkeiten aus London, das Französisch-Poster aus Paris gestaltet.

Ein solches Poster mit dem Grundwortschatz aus Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. kann im Internet unter http://lernposter.lerntipp.at/ bestellt werden.

Für das spielerische Erlernen der ersten englischen Wörter im Kindergarten, in der Vorschule und in der Grundschule gibt es jetzt das Lernposter “My first English words” mit Bildern und den Begriffen in Deutsch und Englisch. Auch für das sichere Erlernen der English irregular verbs im Vorübergehen gibt es jetzt ein eigenes Lernposter.

Umgang mit Motivationsproblemen beim Lernen

Donnerstag, 4. März 2010

Eine der wichtigsten Ursachen für Motivationsprobleme ist, dass Menschen in aller Regel die Situationen, in denen sie stecken, meist unterschätzen, d.h., es wirken Kräfte, mit denen sie in diesem Augenblick nicht gerechnet haben.

Es gibt zwei grundsätzliche Methoden, mit denen Menschen sich motivieren können, einerseits über ihre Motive, andererseits über ihre Emotionen.

Manche Menschen haben zunächst Probleme, die Ziele, die sie sich setzen, also meist die langfristigen Tätigkeiten, die ihnen nicht unmittelbar Freude machen sondern nur langfristig betrachtet als Motivatoren wirken, zu synchronisieren.

Die zweite Möglichkeit, sich zu motivieren, ist die Frage, worin Menschen ihre Emotionen hineinstecken, sich also aus der Tätigkeit selber heraus, also intrinsisch zu motivieren.

3R-Lernstrategie: Read-Recite-Review

Freitag, 22. Januar 2010

Bei der 3R-Lernstrategie versuchen Lernende nach der ersten Lektüre eines Textes (Read), sich an möglichst viele Inhalte zu erinnern und diese wiederzugeben (Recite), dann wird der Lernstoff ein zweites Mal durchgesehen (Review), wobei man sich dabei vor allem auf die noch vorhandenen Wissenslücken konzentriert, die beim ersten Abrufen auftraten. Durch dieses aktive Abrufen soll ein zusätzlicher Lerneffekt entstehen.
McDaniel, Howard und Einstein (2009) untersuchten in zwei Studien an College-Studenten, ob die 3R-Strategie (Read-Recite-Review) beim Lernen zu besseren Lernergebnissen führt.

Two experiments with college students investigated the effectiveness of the 3R (read-recite-review) strategy for learning from educational texts. The 3R strategy was compared with rereading and note-taking study strategies using free-recall, multiple-choice, and short-answer inference tests immediately after study and after a 1-week delay. In Experiments 1 and 2, 3R improved immediate and delayed free recall of fact-based passages, relative to the rereading and note-taking strategies. In Experiment 2, which used longer, more complex passages on engineering topics, performance on multiple-choice and problem-solving items was better in the 3R than in the rereading condition, and was equivalent in the 3R and note-taking conditions, though 3R took less study time than note taking. An inherent advantage of 3R relative to other testing methods for improving learning is that 3R is under the learner’s control. These results indicate that it is also an efficacious study technique that capitalizes on the mnemonic potency of retrieval and feedback.

Übrigens: Es gibt auch das “Konzept der 3 R” (Replacement, Reduction, Refinement) im Tierschutz. Darunter werden alle Massnahmen verstanden, die geeignet sind, Versuchstierleiden zu vermeiden oder wenigstens zu vermindern bzw. die Tiere durch verbesserte Tierhaltung und -behandlung etc. zu entlasten. Die entsprechende Begriffsbestimmung geht auf eine Veröffentlichung von William M. S. Russell und Rex L. Burch (The Principles of Humane Experimental Technique, London 1959) zurück.
Im Umweltschutz gibt es ebenfalls ein 3R-Prinzip: es steht für “reduce, reuse and recycle” also reduzieren, wiederverwenden und recyclieren.

Wissenschaftler im Gefolge der Forschungen von Hermann Ebbninghaus wiesen nach, dass Studenten sich in einem Test an 80 Prozent von vorher gelernten Wortpaaren erinnern konnten, wenn diese zwischendurch immer wieder abgefragt worden waren. Diejenigen Studenten, die die Wortpaare statt des Abfragens wiederholt gepaukt hatten, konnten sich nur an etwa 30 Prozent des Stoffes erinnern. Daraus lässt sich ebenfalls ableiten, anstatt nochmals die Vorlesungsnotizen anzuschauen, sollte man lieber versuchen, sich die zentralen Punkte aus dem Gedächtnis abzurufen und  mögliche Prüfungsfragen überlegen. LehrerInnen sollten zu Beginn einer jeden Stunde eine kurze Zusammenfassung der letzten Stunde geben  und ein Aufgaben zu einem länger zurückliegenden Thema in die Klassenarbeiten einbauen (Römer, 2009).

Literatur
McDaniel, Mark A., Howard, Daniel C. & Einstein, Gilles O. (2009). The Read-Recite-Review Study Strategy. Psychological Science, 20, p. 516-522.
Römer, Anke (2009). Ebbinghaus’ Erben : vor über 100 Jahren entdeckte Hermann Ebbinghaus grundlegende Prinzipien des Lernens. Psychologie heute.
WWW: http://www.psychologie-heute.com/themen_und_trends/heft0907.html (10-01-02)
Ohne Autor (o.J.a). Nachhaltige Nutzung von Ressourcen
WWW: http://www.uni-klu.ac.at/main/inhalt/uninews_2616.htm (09-11-18)
Ohne Autor (o.J.b). Konzept der 3 R.
WWW: http://www.tierschutz.org/tierschutz/problembereiche/versuchstiere/
alternativmethoden/konzept3r.php (09-11-18)

Selbstreguliertes Lernen

Mittwoch, 6. Januar 2010

Ein wesentlicher Teil des Lernens findet nicht in der Schule, sondern zu Hause statt, sodass ein großer Bedarf an praktikabler Strategie für das Lernen nach dem Unterricht vorhanden ist. Hausaufgaben laufen häufig noch nach dem alten Muster ab: Die Lehrer geben den Schülern genau definierte Aufgaben vor, welche die Kinder stur abarbeiten. Gegenüber dieser passiven Lernhaltung sollte eine aktive Lernhaltung erreicht werden, die dem erhöhten Anforderungsgehalt des schulischen Lernstoffes gerecht wird. Die Schüler müssten als Manager ihrer selbst die Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Sowohl die Ziele als auch die Strategien sollten von ihnen selbst bestimmt werden. Ihre Lernkompetenz und -entwicklung muss von ihnen selbst laufend eingeschätzt und überprüft werden. Das häusliche Lernen sollte dabei nach einem siebenstufigen Zyklus ablaufen:

  • Selbst-Evaluation
  • Setzung von Lernzielen
  • Strategieplanung
  • Strategieeinsatz
  • Strategieüberwachung
  • Strategieanpassung
  • Ergebnisbewertung.

LehrerInnen fungieren demgemäß eher als Coach und Lernconsultant, die dem Schüler nicht nur Feedback zu seinen Lernergebnissen, sondern auch zu seinen Lernstrategien geben sollten. Ein Rollenwechsel der LehrerInnen soll dazu führen, dass die Schüler nicht mehr für die Lehrer lernen, sondern aus eigener Motivation heraus für die von ihnen selbst vorgegebenen Lernziele.

Lernen und Vergessen von Gelerntem

Samstag, 2. Januar 2010

Wie man weiß, reicht Zeit alleine zum Vergessen nicht aus, sondern Vergessen ist eine aktiver Prozess, der durch zeitabhängige Veränderung der Enkodierspezifität zustande kommt. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Passung, die sowohl eine Rolle beim Erinnern als auch beim Nicht-Erinnern spielt. Eine Gedächnisspur verschwindet in der Regel nicht, sie lässt sich bloß nicht mehr so gut auffinden. Vergessen findet auch durch Interferenz statt, etwa durch Quellenkonfusion, d.h., dass  bestimmte Ereignisse einander ähnlich sind und man nicht mehr weiß, welche Erinnerung zu welchem Ereignis gehört.

Interferenz kann auch durch eine Konkurrenz zwischen ähnlichen Gedächtnisspuren zustande kommen bzw. dass sich die einzelnen Ereignisse miteinander vermischen und man nichts mehr findet. Bei retroaktiven Interferenzen sorgen spätere Gedächnisspuren darfür, dass frühere Spuren nur noch erschwert aufgefunden werden, während bei proaktiven Interferenzen frühere Gedächisspuren spätere Gedächnisspuren stören. Interferenz kann auch über die Generalisierung stattfinden, indem man altes Wissen auf neue Situationen überträgt. Es gibt daher zwei Strategien, um Interferenzen entgegen zu wirken: zum einem beim Enkodieren durch das Erzeugen von distinkten Gedächnisspuren und zum anderen beim Zugriff, durch Unterdrückung (Inhibition) von ungewollten Gedächnisspuren. Beim Enkodieren sollte man möglichst auffällige Informationen mit abspeichern, damit man somit distinkte Gedächnisspuren erzeugt, die dafür sorgen, dass man später die richtige Information wiederfindet. Während des Gedächniszugriffs kann eine Interferenz auch durch einen inhibitatorischen Mechanismus unterdrückt werden, bei dem stärkere Spuren zugunsten von schwächeren Spuren unterdrückt werden. Zugriffsbedingtes Vergessen bezeichnet den Zustand, wenn mehrere Informationen mit dem gleichen Zugriffssignal assoziert sind und der erste Zugriff die folgenden erschwert.

Es gibt zwei Möglichkeiten auf Gedächnisspuren zuzugreifen, den aktiven Zugriffsprozess als Erinnern und das Gefühl der Vertrautheit, d.h., das Wiedererkennen. Das Gefühl der Vertrautheit kommt etwa beim Erinnern an ein gelerntes Wort auf und nicht als bewusste  Erinnerung, wobei das Wiedererkennen nicht auf eine Repräsentation angewiesen ist, die den kompletten Kontext enthält, sondern es kann sowohl in Teilen oder sogar gänzlich kontextfrei erfolgen. Eine wichtige Konsequenz aus dem impliziten Gedächnis und dem Gefühl der Vertrautheit ist die erhöhte Verarbeitungsflüssigkeit.

Mit Hilfe von Mnemotechniken kann man sein Gedächnis verbessern, wobei bestinmmte Enkodierschemata wie z.B. die Methode der Orte verwendet werden. Der Effekt beruht auf einer Kombination mehrere Prinzipien, zum einen des bedeutungsvollen Hervorhebens, das als der Versuch, eine einzigartige Erinnerung zu schaffen gewertet werden kann, mit dem auch Interferenzen unterdrückt werden, zum anderen durch identische Enkodier- und Abrufstrukturen, also durch optimale Passung. Die Mnemotechniken sind insbesondere gut geeignet für Informationen, die wenig Struktur besitzen und somit von der Enkodier- und Abrufstruktur abhängig sind. Auch das Lernen mittels Prüfungsfragen führt zu besseren Lernleistungen, da auf das Wissen aktiver zugegriffen wird, sich somit Verknüpfungen zwischen dem Material und den potentiellen Fragestelungen bilden, wodurch die Fragen selbst zu Zugriffssignalen werden, d.h., eine hohe Enkodierspezifität erreicht. Eine Verteilung des Lernens führt in der Regel ebenfalls zu besseren Lernleistungen (Verteilungseffekt),aber durch das Gefühl der Vertrautheit, das eine Beherrschung des Lernstoffes vortäuscht, kann der Lerneffekt behindert werden. Bei längeren Pausen hingegen verringert sich das Gefühl der Vertrautheit und das Material wird nochmals aktiver verarbeitet.

Lernen und Wiedergeben von Gelerntem

Samstag, 2. Januar 2010

Grundlagen von Elaboration, Enkodierung und Abruf von Gedächnisinhalten

Ein Prinzip der Enkodierung von neuem Wissen ist, dass je länger eine Information im Kurzzeitgedächtnis ist, desto wahrscheinlicher ist der Übergang ins Langzeitgedächtnis. Dabei hat die Rolle der Lernabsicht (Intentionen) nur dann einen großen Effekt, wenn sie mit gedächtniswirksamen Verarbeitungsprozessen kombiniert werden. Intentionelles Lernen geschieht vor allem durch den Aufbau verständnisorienterter Repräsentation, wobei die semantische Verarbeitung allein nicht ausreicht. Es kommt auch auf die Repräsentation an, die man bei dieser Verarbeitung erstellt und die Beziehungen, Verknüpfungen usw. (= Elaboration) herstellt. Es gilt: Wenn ein gutes Verständnis vorhanden ist, dann folgt daraus gute Verarbeitung und ergo gute Lernleistung

Der Aufbau verständnisorientierter Repräsentation erfordert praktisch immer den Zugriff auf das semantische Langzeitwissen, also ist für die Elaboration Wissen aus dem Langzeitgedächtnis erforderlich, vor allem wegen der Kategorisierung. Beim Verknüpfen können auch Fehler (Illusionen) im Aufbau der der Repräsentation entstehen bzw. gehen Infomationen, die nicht so wichtig erscheinen, verloren. Auch braucht der Aufbau verständnisorientierter Repräsentation Aufmerksamkeit, denn erst die aufmerksamkeitsintensiven Prozesse sorgen dafür, daß die relevanten Aspekte aus dem Langzeitgedächtnis herausgeholt werden und diese Verknüpfungen aktiv gehalten werden, was auf Dauer anstrengend sein kann. im Langzeitgedächtnis verteilte Repräsentationen müssen zu Gedächnisspuren zusammengebunden werden, da viele Informationen in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns abgelegt und verarbeitet werden. Diese bilden dann eine Gedächtnisspur, wobei der Hippocampus als zentrale Verknüpfungsinstanz wirkt: Erinnerungsbruchstücke aktivieren eine Repräsentation im Hippocampus, diese reaktiviert die bei der Kodierung des Ereignis beteiligten Bereiche des kortikalen Netzwerks. Der Hippocampus ist somit nicht nur eine Integrations- sondern auch eine Modulationsinstanz. Das menschliche Gedächnis ist darüber hinaus inhaltsaddresiert, d.h., dass die Adresse selbst die Information enthält. Findet eine Enkodierung ohne Beteiligung des Hippocampus z.B. im impliziten Lernen statt, d.h.,  es gibt keine bewusste  Repräsentation, aber dennoch wird unsere Handlungsauswahl dadurch beeinflußt. Das implizite Lernsystem ist in der Regel nicht strukturiert bzw. einheitlich, sondern es können mehre verschiedene implizite Repräsentationen nebeneinander vorhanden sein, die einander nicht stören. Man geht davon aus, dass die Areale für das implizite Lernen über mehrer Hirnareale verteilt sind. Darüber hinaus ist  implizites Lernen unflexibler, es dauert länger. Man geht jedoch davon aus, das sich durch implizites Lernen die Assoziationsstärken im kortikalen Netzwerk allmählich verändern. Ein wichtiger impliziter Gedächniseffekte ist das Priming, bei dem es darauf ankommt, dass das wichtige Material während der Lern- und Testphase auf gleiche Art und Weise perzeptuell verarbeitet wird.
Es besteht eine enge Beziehung zwischen Enkodierung und dem späteren Zugriff auf Gedächtnisinhalte, denn die Zustände der Kodierungsphase und der Enkodierungsphase sind gleich. Dabei spielt die Enkodierungsspezifität (Effekt der Passung) eine wichtige Rolle, denn je ähnlicher die Zugriffssignale der Anfragen an das Langzeitgedächtnis sind, desto besser erfolgt die Verarbeitung.
Daher ist nicht nur das zu lernende Material wichtig, sondern auch der Kontext, da er sowohl bei der Enkodierung wie auch bei der Kodierung berücksichtig wird. Beim richtigen Elaborieren nimmt man mehr zusätzliche Informationen auf, die zum gelernten “dazugehören” und man besitzt dann mehr Informationen, um diese wieder abzurufen, d.h., viele verschiedene Zugangsinformationen führen zu einer Information.

Grundlagen des Lernens für Seminarleiter

Montag, 21. Dezember 2009

Jens Uwe Martens legt mit dem Buch “Verhalten und Einstellungen ändern” eine Einführung in die Psychologie des Lernens vor, die sich vor allem an Leiter von Seminaren aber auch an Lehrerinnen und Lehrer wendet. Lernen ist seiner Definition nach die Aneignung von Erfahrung, bei dem Denken, Fühlen und Tun zusammenwirken. Vor allem die affektiven Komponenten sind in fast allen Lernzielen enthalten, selbst wenn es anscheinend nur um reine Wissensvermittlung geht. Gute Seminarleiter sprechen daher gezielt den Gefühlsbereich an, um Verhalten und Einstellungen zu ändern, die soziale Kompetenz zu erhöhen. Das Buch enthält ein komplettes Lehr- und Selbstlernkonzept zum Thema: Signallernen, Einstellungs- und Soziales Lernen, Festlegung der Lernziele, Fortbildungsmaßnahmen, Überprüfung des Erfolgs. Zum Abschluss eines jeden Kapitels sichern Testaufgaben mit Antwortkontrollen den Transfer. Ein Kapitel behandelt die Vermittlung affektiver Lernziele durch Multimedia.

Merkmale nachhaltigen Lernens

Freitag, 4. Dezember 2009

Wilfried Helms nennt einige wesentliche Aspekte nachhaltigen Lernens, denn effektives Lernen bedeutet für ihn das Lernen in kleinen Schritten, was Zeit und Geduld kostet.

  • Ich brauche Lernwillen: »Ich will lernen.«
  • Ich verschaffe mir einen Überblick. (Was soll ich tun? Was brauche ich dazu? Welche Methode ist die richtige?)
  • Ich sortiere oder ordne mir den Lernstoff. (Reihenfolgen lassen sich leichter lernen.)
  • Ich lerne mit allen Sinnen: Sehen, Hören, Fühlen und Bewegung. (Spaß!)
  • Ich verbinde den Lernstoff mit meinem Vorwissen, indem ich zum Beispiel bei Vokabeln eigene Sätze bilde.
  • Ich wiederhole den Lernstoff immer wieder (am Anfang häufiger, später seltener).
  • Ich rede über den Lernstoff mit eigenen Worten.
  • Ich mache Ähnliches unähnlich (zum Beispiel durch Bewegungen, zeitlich versetztes Lernen und Eselsbrücken).
  • Ich verändere die Reihenfolge oder Ordnung, um über die Fakten einzeln zu verfügen.
  • Ich freue mich über meinen Lernerfolg.
  • Ich schließe eventuelle Lernlücken.

Quelle: http://www.westfalenblatt.de/nachrichten/
regional/lippe_rss_erg.php?id=33332 (09-12-04)

EInfluss des Internets auf das Leseverhalten

Donnerstag, 19. November 2009

Forscher des University College London stellten einen negativer Einfluss des Internets auf das Leseverhalten fest, da es zum oberflächlichen Lesen verleitet. Das Lesen gleicht dabei eher einem schnellen Überfliegen als einer gründlichen Lektüre, sodass durch dieses Medium neue Formen des Lesens entstehen. Internbenutzer “powerbrowsen” durch Titel, Inhaltsverzeichnisse und Kurzzusammenfassungen, immer auf der Suche nach dem schnellen “Gewinn”. Es scheint fast, als ob die Menschen online gehen, um das Lesen im herkömmlichen Sinne zu vermeiden.

Siehe dazu Vertieftes Lesen vs scannendes Lesen

Vorwissenschaftliche Arbeit

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Ein wichtiger Aspekt der neuen Reifeprüfung ist die Erstellung einer vorwissenschaftlichen Arbeit. Jeder Schüler muss in Zukunft bereits am Ende der siebten Klasse in Absprache mit seinem Lehrer das Thema einer vorwissenschaftlichen Arbeit für seine Reifeprüfung wählen. In einem Fach seiner Wahl muss der Schüler diese Arbeit während der achten Klasse vor dem Reifeprüfungstermin erarbeiten und somit seine Fähigkeit zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten und seine Studienfähigkeit unter Beweis stellen. Die fertige Arbeit wird dann im Rahmen der Reifeprüfung – ähnlich wie bei Prüfungen auf der Universität – vom Schüler mündlich präsentiert. Vom Umfang her wird die Vorwissenschaftliche Arbeit zwischen 4500 und 6000 Worten, also eine Länge von 15 bis 17 Seiten umfassen, wobei jede Lehrkraft höchstens fünf Arbeiten betreuen soll. Die künftige schriftliche Prüfung besteht dann aus den Fächern Deutsch, Mathematik und einer lebenden Fremdsprache und als viertes Prüfungsfach kann Darstellende Geometrie, Chemie, Physik, Biologie oder eine weitere Fremdsprache gewählt werden.
In der Neukonzeption der Reifeprüfungsbestimmungen für allgemein bildende höhere Schulen in Österreich trägt man mit den drei voneinander unabhängigen Säulen (verpflichtende vorwissenschaftliche Arbeit mit Präsentation, standardisierte schriftliche Klausurprüfung, standortbezogene mündliche Prüfung) auch den Anforderungen nach Erhöhung der Studierfähigkeit, Standardisierung und Kompetenzorientierung sowie der Wahrung von standortbezogenen Spezifizierungen und schulautonomen Profilbildungen Rechnung.

reifepruefung_3saeulen

Die vorwissenschaftliche Arbeit vereint die positiven Erfahrungen aus den Bereichen der Fachbereichsarbeit sowie der Spezialfrage und trägt den individuellen Interessen der Schülerinnen und Schüler sowie schulspezifischen Elementen und schulautonomen pädagogischen Schwerpunkten Rechnung. Sie soll eine eigenständige, außerhalb der Unterrichtszeit erstellte Arbeit sein, welche die Studierfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen unter Beweis stellt. Die bei der Präsentation nachgewiesene Präsentationskompetenz sowie die Ausdrucks- und Diskursfähigkeit sind Teil der vorwissenschaftlichen Arbeit (“1. Säule”) und in deren Beurteilung einzubeziehen.

Dieses Modell nimmt grundsätzlich Rücksicht auf die gesetzlichen Sonderformen der AHS und auf die autonomen Schwerpunkte. Besucht ein/e Schüler/in eine AHS-Sonderform oder einen solchen Schwerpunkt, muss dieser im Rahmen der Reifeprüfung abgebildet werden. Die an den Standorten autonom entwickelten, laut Lehrplan der AHS mit mindestens 8 Wochenstunden ausgestatteten Schwerpunkte sind somit entweder bei der “Vorwissenschaftlichen Arbeit” oder bei den Klausurprüfungen (als “4. Klausur”) oder den “Mündlichen Prüfungen” von den Schüler/innen bei ihrer Prüfungswahl zu berücksichtigen . Die Aufgabenstellungen für diese “4. Klausur” (wenn sie eine “Schwerpunktklausur” ist – zB Informatik) werden allerdings am jeweiligen Standort erstellt.

Details zur “Vorwissenschaftlichen Arbeit“ mit Präsentation

Ziele der VWA und ihrer Präsentation sind

  • angemessene Themenstellung
  • Selbstständigkeit
  • Ursachen und Zusammenhänge aufzeigen
  • Arbeit mit Quellen und (vor)wissenschaftlichen Methoden
  • Logisches und kritisches Denken
  • Klare Begriffsbildung
  • Sinnvolle Fragestellungen
  • Ausdrucks- Diskursfähigkeit

Details

  • Festlegung auf das Thema: Ende der vorletzten Schulstufe (Im Verlauf der vorletzten Schulstufe sollte zB eine Unverbindliche Übung „Vorwissenschaftliches Arbeiten“ angeboten werden; Zweck: Schülerinnen und Schüler erwerben bzw. schärfen die nötigen Kompetenzen);
    Das Thema der VWA wird im Einvernehmen zwischen Prüfer/in und Schüler/in festgelegt und nachweislich durch die Schulleitung approbiert
  • Lehrer/in kann ein Thema ablehnen, nicht aber den/die Schüler/in
  • Teamarbeit ist unter genau zu definierenden Voraussetzungen möglich: Eine Aufgabenstellung kann von höchstens drei Prüfungskandidat/innen bearbeitet werden, wobei die Themenbereiche so weit abgegrenzt werden müssen, dass die eigenständige Leistung eines jeden einzelnen Prüfungskandidaten klar erkennbar und beurteilbar ist, daher:
  • Themenstellung mit Untertitel und Abstract in einer Fremdsprache („Erwartungshorizont“)
  • Die VWA ist nicht einem Unterrichtsgegenstand zugeordnet.
  • Der Prüfer muss sachkompetent, aber nicht der Fachlehrer sein
  • Die Zahl der VWA pro Prüfer wird nicht festgelegt und ist an der Schule zu regeln. Es besteht für die Schüler/innen eine freie Wahl der Prüfer/innen.
  • (Gemeinsames, verpflichtendes) Gespräch zwischen Lehrkraft und Schüler/innen zu Beginn der VWA (Allgemeines, Organisatorisches, „Spielregeln“, Intention, Konsequenzen bei Verwendung unerlaubter Hilfsmittel,…)
  • 2 bis 3 weitere Orientierungsgespräche während der Erstellung der VWA (= Einzelgespräche!) zw. Lehrer/in und Schüler/in verpflichtend, bei denen die Lehrkraft den Fortschritt/Prozess beobachtet und protokolliert : Lehrer/innen erhalten einen Protokollbogen, in dem die Fortschritte im Lernprozess festgehalten werden
  • (Begleitendes) Protokoll für Schüler/innen verpflichtend, in dem eigene Fortschritte dokumentiert werden
  • Abgabe der VWA (inkl. Begleitprotokoll): Ende des ersten Semesters
  • Negative bzw. nicht beurteilte VWA muss wiederholt werden (Nebentermin)
  • Umfang: Korridor 4500-6000 Worte, (exklusive Inhalts-, Literatur- und Bilderverzeichnis; entspricht 15-20 Seiten à ca. 300 Worte/Seite)
  • Vorlage: digital und 2 ausgedruckte Exemplare
  • Die Schulbehörde 1. Instanz legt den Termin für die Präsentation der VWA fest. Die Dauer beträgt ca. 10 Minuten und soll ein Problemaufriss, jedoch nicht bloß eine Inhaltsangabe sein. Der/Die Kandidatin soll dabei seine/ihre Diskursfähigkeit, die initiative Mitgestaltung des Gespräches, seine/ihre Argumentationsfähigkeit etc. unter Beweis stellen.
  • Bei der Präsentation einer Arbeit in der Fremdsprache geschieht das in der Fremdsprache, die Kommission kann aber Zwischenfragen auf Deutsch stellen.

Beurteilung

  • Die Lehrkraft beschreibt in einem „Gutachten“ die Vorzüge und Schwächen der schriftlichen Arbeit.
  • Die Gesamtbeurteilung wird nach der Präsentation festgelegt.
  • Eine positiv beurteilte VWA (mit Präsentation) soll erhalten bleiben, auch wenn die Abschlussklasse wiederholt werden muss.

Nützliche Internetseiten zur Erstellung einer vorwissenschaftlichen Arbeit

Quelle: http://www.bmukk.gv.at/schulen/unterricht/ba/reifepruefung.xml (09-09-09)