Zum Thema ‘Tipps für Eltern’

Tipps für Eltern sind Empfehlungen und Hinweise, wie sie ihre Kinder besser erziehen können.



Tipps für Eltern sind Empfehlungen und Hinweise, wie sie ihre Kinder besser erziehen können.

Schon wieder Lerntypen



Nach Ansicht von einigen Experten sind die meisten Probleme, die Kinder in der Schule haben, nicht darin begründet, dass sie den Lernstoff nicht bewältigen, sondern dass die Kinder nicht richtig beziehungsweise nicht ihrem Lerntyp entsprechend lernen. Der logisch-abstrakte Lerner, der im Grundschulalter nur sehr selten vorkommt, ist gut strukturiert, verfügt über eine schnelle Auffassungsgabe, wird durch neues Wissen, Konkurrenz und Kritik zum Lernen motiviert und hat Vorteile im strukturierten Lernen und in der Mathematik, doch fällt es ihm oft schwer, eine phantasievolle Geschichte zu schreiben. Hingegen hat der sicherheitsliebende Lerntyp andere Voraussetzungen, denn er ist sehr ordentlich, ehr still und nach innen gekehrt, liebt es, wenn Aufgaben sich wiederholen und tut sich schwer, um die Ecke zu denken. Der stille, sicherheitsliebende Lerntyp braucht bekannte Strukturen oder Bücher mit Fortsetzung. Auch fällt es diesem beim Lernen schwer, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, sodass etwa phantasievolle Aufsätze nicht seine Stärke sind. Hingegen ist die Phantasie beim kreativ-chaotischen Lerntyp, dessen Hefte meist unordentlich sind, der unstrukturiert arbeitet und ein Last-Minute-Lerner ist, gut ausgeprägt. Mündlich ist dieser Lerntyp immer mit dabei, ob die Antwort aber richtig ist, interessiert ihn nicht sonderlich. Für diese Lerner sind Strukturen ganz wichtig und durch neue Aufgaben, Abwechslung sowie Spaß am Lernen wird dieser Lerntyp motiviert. Der kreative-chaotische Lerntyp beteiligt sich also rege am Unterricht, wenn auch nicht immer zum Thema, schreibt fantasievolle Texte, hält sich dabei aber kaum an Vorgaben und Strukturen. Dieser Typ benötigt Hilfen beim Erlernen von Ordnung, er braucht von außen vorgegebene Strukturen und ebenfalls kurze Lerneinheiten mit Pausen, wobei Ablenkung durch Medien für diese Kinder besonders schädlich ist.

Der emotionale Lerntyp hingegen ist ein Gefühl- und Bewegungslerner und hat es am schwersten in der traditionellen Schule, denn er geht auch an logischen Lernstoff emotional heran, und das ist bei Vokabeln etwa eine echte Herausforderung. Außerdem neigt der emotionale Typ zu Selbstzweifeln und resigniert schnell, sodass diese Kinder besonders viel Lob, Zeit und Geduld erfordern. Druck und Strafe sind bei ihnen völlig fehl am Platz, denn ihre Motivation ziehen diese Kinder daraus, es Anderen recht zu machen. Besonders viel Lob und Anerkennung benötigt daher der emotionale Lerntyp, der zu Selbstvorwürfen neigt, doch sollte man nicht den Fehler machen, sich bei den Hausaufgaben neben das Kind zu setzen, da es das Lernen unnötig herauszögert. Kurze Pausen mit Bewegung sind für diese Kinder oft wichtig, wobei es am besten ist, das Kind anschließend an das Lernen mit gemeinsamer Zeit und Geborgenheit zu belohnen.
Nochmals im Überblick: Der logische Lerntyp liebt abstrakte und logische Zusammenhänge, er braucht Struktur, klare Fakten. Außerdem kann er sich gut Dinge merken. Er ist ein schneller Lerner, dafür aber auch schnell unterfordert. Der logisch-abstrakte Lerntyp kann durchaus dominant werden, lernt aber am liebsten allein. Der Anspruch an sich selbst kann bei diesem Lerntyp nie hoch genug sein, sodass Ungeduld seine „Tugend” ist, unter der auch das soziale Miteinander leiden kann. Wichtig für Logiker ist es, dass sie ihr Verhalten reflektieren lernen und ihnen der Wert sozialen Miteinanders bewusst gemacht wird. Zuhören ist auch etwas, das sie lernen müssen, aber ebenso wie die Meinungen anderer zu akzeptieren und Geduld für jene aufzubringen, die logische Schlüsse nicht so schnell begreifen wie sie selbst. Der sicherheitsliebende Lerntyp ist auf feste Strukturen angewiesen, ist also ein fleißiger Gewohnheitslerner, der gut und gerne auswendig lernt, sich mit logischen Zusammenhängen jedoch schwer tut. Er ist sicherheitsorientiert, was sich hemmend auf die Mitarbeit im Unterricht auswirken kann. Auch ist er ein Perfektionist, der alles genau durchdenkt, sich viel Zeit nimmt und sich dabei gerne in Kleinigkeiten verwickelt. Als Strategie, dem Auswendiglernen entgegenzuwirken, sollte man den sicherheitsliebenden Lerner zum Reflektieren der Inhalte anregen, sie zu Mitarbeit im Unterricht zu ermutigen und ihnen beizubringen, sich Inhalte mit eigenen Worten anzueignen. Eine gute Lerntechnik für sicherheitsliebende Lerntypen sind zudem Visualisierungen. Dem emotionale Lerntyp ist Logik nicht ganz fremd, doch harmonisiert sie nur schwerlich mit seinem impulsiven Charakter. Emotionale Lerner sind harmoniebedürftig und brauchen ein Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen, wobei die favorisierte Lernmethode das Lernen im Austausch mit anderen ist. Emotionale Lerntypen neigen auch dazu, es allen recht machen zu wollen, doch sobald sie unter Druck geraten, bricht ein Gefühlschaos los. Allgemein neigen emotionale Lerntypen zu Versagensängsten und einem geringen Selbstwertgefühl, nehmen Fachtermini und Fremdwörter nur ungern in den Mund und auch logische Fächer liegen ihnen weniger. Erst in der Anwendung des Gelernten findet dieser Lerntyp Bezug dazu. Hilfreich ist es für einen emotionalen Lerntyp, wenn ihm ihr Erfolg von außen aufgezeigt und bestätigt wird. Das Lernen mit einem Partner oder in der Gruppe ist daher eine sehr sinnvolle Lernstrategie. Wichtig ist es für diesen Lerntyp auch, Aufgabenstellungen mehrmals durchzulesen, wobei es hilfreich ist, die wichtigsten Aspekte mit eigenen Worten wiederzugeben. Der kreativ-chaotische Lerntyp nehmen die Welt hauptsächlich über die Augen auf und es gelingt ihnen gut, sich Texte bildlich vorzustellen, was gleichzeitig für seine große Phantasie und kreative Neigung spricht. Kreativ-chaotische Lerner sind sehr unterhaltsame, positive und harmonische Zeitgenossen, aber ihr Schreibtisch ist leicht mit einem Schlachtfeld zu verwechseln. Spaß, Abwechslung und neue Herausforderungen lassen sie auf Hochtouren laufen, doch sind sie unter Druck, verlieren sie den Überblick über ihr Chaos und machen Flüchtigkeitsfehler. Unbehagen bereitet ihnen daher penibler Ordnungssinn und festgefahrene Prozesse. Ihm hilft eine größere Aufmerksamkeitsspanne und einmal mehr hinschauen, hinhören und überlegen. Auch müssen sie lernen, Ruhe zu akzeptieren. Abhilfe schafft ein stringent geführtes Aufgabenheft und das bewusste abarbeiten von To-do-Listen.
Die Einstufung in Lerntypen hat nichts mit der Intelligenz zu tun, d. h., kein Lerntyp ist klüger als der andere, sondern sie unterscheiden sich allein in der Art und Weise, wie sie an einen Lernstoff herangehen und wie sie sich im Unterricht verhalten. Lernen hat im Übrigen immer etwas mit Ordnung und Struktur zu tun, denn werden beim Lernen die Informationen geordnet und strukturiert abgelegt, fällt es den Kindern leichter, diese wieder abzurufen. Für die Praxis bedeutet dies, dass schon eine saubere Heftführung das Lernen wesentlich leichter macht.

Siehe dazu aber Die Lerntypentheorie – eine Kritik.

Quelle: RP online vom 15. Mai 2017



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Eltern fragen: Wie lernen Kinder zu Hause richtig?



Lernen findet nach Meinung von Lern-Experten immer in Beziehungen statt und je mehr Sinne dabei genutzt werden, desto besser. Positive Gefühle sollten beim Lernen möglichst lange erhalten bleiben. Eltern sollten ihre Erwartungen dem Leistungsvermögen ihrer Kinder anpassen, denn erreichte Erwartungen erzeugen Freude über Gelungenes und nicht Enttäuschung. Auch gegen Lernen im Stehen spricht nichts. Pausen, die nur kurz andauern und nicht zum Ausstieg aus dem Thema führen, sollten auch öfter gemacht werden. Zum gelingenden Lernen trägt auch eine ruhige Umgebung ohne Radio oder TV oder Handy bei. Erforderlich ist es, nach einer Lerneinheit mindestens eine halbe Stunde auf Fernsehen zu verzichten, denn sonst ist alles Lernen vergeblich.

Siehe dazu Lerntipps für Eltern – http://eltern.lerntipp.at/tipps.shtml

Nach einem Bericht des Schwarzwälder Boten vom 10. April 2017



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Lernen nach Lerntypen – ein Mythos



Die Lerntypentheorie, so wie sie heute von vielen vermittelt wird, richtet viel Schaden an, indem sie annimmt, dass sinnliche Wahrnehmung gleich Lernen wäre und vorgibt, eine bewährte Theorie zu sein. Das ist sie keinesfalls!

Das Konzept des typengerechten Lernens erfreut sich nicht nur bei Eltern, sondern auch bei LehrerInnen seit einigen Jahrzehnten einer ungebrochenen Popularität. Pashler et al. (2008) haben deshalb mehr als 70 verschiedene Modelle von Lernstilen untersucht, ob es einen empirischen Nachweis dafür gibt, dass Menschen typengerecht besser und effizienter lernen. Nahezu alle Untersuchungen, die angeblich den Nachweis der Wirksamkeit typengerechten Lernens erbracht haben, missachteten grundlegende Kriterien wissenschaftlichen Forschens und waren nicht nur widersprüchlich sondern letztlich im Sinne von vorhandenen Lerntypen uninterpretierbar. Weder wurden die ProbandInnen nach dem statistisch notwendigen Zufallsprinzip auf die verschiedenen Untersuchungsgruppen verteilt, noch wurde sichergestellt, dass alle TeilnehmerInnen am Ende des Experiments denselben Test absolvierten, sodass ihre Lernfortschritte objektiv verglichen hätte werden können. Von den wenigen Studien, die den wissenschaftlichen Standards entsprachen, kamen mehrere zu Ergebnissen, die den Annahmen typengerechter Lernstile widersprachen, sodass sich nach aktuellem Forschungsstand durch nichts belegen lässt, dass Menschen auf unterschiedliche Weise lernen und auch sich nicht grundlegend, wie es manche Lerntypentheorien nahelegen, in ihrem Lernverhalten unterscheiden.

Literatur
Pashler, Harold, McDaniel, Mark, Rohrer, Doug & Bjork, Robert (2008). Learning Styles: Concepts and Evidence, Psychological Science in the Public Interest, 9, 106-119.



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© Werner Stangl Linz 2018