Archiv für die Kategorie „Tipps für Eltern“

Selbstsicherheit lernen

Donnerstag, 22. Juli 2010

Im E-Mail Newsletter von Elternwissen.com vom 22. Juli .2010 finden sich fünf Erziehungsregeln, die ein Kind selbstsicher und stark machen, Regeln, die auf den ersten Blick wie selbstverständlich ausschauen, aber in der alltäglichen Praxis sehr schwer umzusetzen sind:

  • Lieben Sie Ihr Kind, so wie es ist!
    Machen Sie Ihre Liebe nicht von Ihren Erwartungen, guten Noten oder dem Wohlverhalten Ihres Kindes abhängig. Wenn ihm etwas nicht glückt, ist das normal, und es gibt bei jedem Kind viele Dinge, die ihm gut gelingen.
  • Trauen Sie Ihrem Kind etwas zu.
    Das Leben ist voller neuer Situationen, die Ihr Kind früher oder später meistern muss. Um sich weiterzuentwickeln, brauchen Kinder Anforderungen und Erfolgserlebnisse. Sie müssen lernen, dass Anstrengung sich lohnt, dass Mut sich bezahlt macht und dass kalkulierbare Risiken in Ordnung sind. Nehmen Sie Ihrem Kind also nicht immer alles ab, sondern geben Sie ihm altersgemäße Aufgaben. Grundschulkinder können sich selber ein Eis bestellen, Brötchen holen oder die Großeltern anrufen. Je öfter Ihr Kind die Erfahrung macht, dass es ein Problem ohne fremde Hilfe bewältigt hat, desto mutiger wird es in Zukunft sein.
  • Lassen Sie sich nicht alles gefallen!
    Wägen Sie ab, wann Kritik angemessen ist, und erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie sich beschweren. Hat sich der neue Pullover Ihrer Tochter beim ersten Waschen verfärbt oder verzogen? Nehmen Sie Ihr Kind zum Umtausch mit. So lernt es, dass man nicht alles akzeptieren muss. Aber Achtung: Bleiben Sie sachlich!
  • Zeigen Sie Gefühl.
    Streit, Wut und Ärger, aber auch Trauer und Glück kommen in jeder Familie vor und sind normal. Wenn Sie innerlich vor Wut kochen, sollten Sie sich nicht dazu zwingen, freundlich zu lächeln. Das verwirrt Ihr Kind nur. Es darf ruhig merken (und kann das auch gut aushalten!), wenn Sie richtig sauer sind. Drücken Sie Ihren Ärger aus und lassen Sie Platz für Lösungsvorschläge: „Ich ärgere mich, wenn hier schon wieder alles rumliegt, obwohl ich vorhin gerade erst aufgeräumt habe!“ Und wenn Sie sich wieder beruhigt haben oder glücklich sind, sollte Ihr Kind das auch mitbekommen.
  • Ermutigen und loben Sie Ihr Kind!
    Gerade wenn Ihr Kind unsicher oder ungeschickt ist, braucht es Ihre Ermutigung. Ihr Lob muss aber immer ehrlich gemeint sein. Loben Sie also z. B., wenn Ihnen die Bastelei oder das Bild nicht gefällt, den Eifer, mit dem Ihr Kind bei der Sache war. Sprechen Sie prinzipiell möglichst positiv, z. B. „Ich finde es gut, dass du …!“ statt „Das war nicht schlecht.“

Diese fünf Tipps sind übrigens ein Ausschnitt aus einer umfangreicheren Darstellung von “Erziehungstipps für starke Kinder: So stärken Sie Ihr Kind” von Andrea Schmelz auf

http://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/

kind-stark-selbstbewusst/ art/tipp/erziehungstipps-fuer-
starke-kinder-so-staerken-sie-ihr-kind.html

Warum Kinder lernen

Dienstag, 4. Mai 2010

Jedes Kind kommt prinzipiell neugierig und wissbegierig zur Welt, wobei Kinder immer und überall lernen, allerdings nicht willentlich gesteuert, sondern vor allem unbewusst. Das menschliche Gehirn ist von Natur aus darauf ausgerichtet, immer lernen zu wollen, d.h, es kann gar nichts anderes als lernen. Allerdings funktioniert das Gedächtnis von Kindern, vor allem wenn es um das frühe Lernen geht, nach ganz eigenen Gesetzen, da das kindliche Gehirn nicht die Informationen einfach nur speichert, sondern diese immer zuerst automatisch prüft und hinsichtlich ihrer Bedeutung in einer aktuellen Situation interpretiert, wobei jede neue Information einige Hürden überwinden muss, bevor sie das Kurzzeitgedächtnis aufnimmt. Wenn sich das Gehirn dagegen entscheidet, dann ist das reiner Selbstschutz, denn das Gehirn ist ein ökonomisches Organ, das alle Außenreize, Informationen und alltägliche Kleinigkeiten auf deren Relevanz hin untersucht, um nicht wegen einer grenzenlosen Reizüberflutung handlungsunfähig zu bleiben.
Wenn Kinder später unmotiviert im Unterricht sitzen, hat das gute Gründe, denn der Lernraum Schule ist meist durch Misserfolge, ein schlechtes Verhältnis zum Lehrer oder zu den Klassenkameraden negativ besetzt. Diese negative Einstellung ist eine schlechte Lernbasis, denn das Gehirn reduziert sein Leistungsvermögen und verweigert sich den lernfördernden Reizen und verliert an Assoziationskraft. Kinder lernen schließlich nur dann erfolgreich, wenn ihnen die Lerninhalte, das Lernumfeld und die Lernmethoden Spaß machen. Viele Eltern glauben, ihr Kind mit Belohnungen für das Lernen motivieren zu müssen, doch Belohnungen bewirken oft das Gegenteil, denn das in Aussicht gestellte Geschenk hindert das Kind daran, sich selbst zu motivieren. Allmählich werden Spaß, Wohlgefühl und mögliche innere Zufriedenheit als Motivatoren verdrängt und das Streben auf die äußere Belohnung gelenkt. Überdies nutzen sich solche äußeren Anreize schnell ab. Damit wird die von Geburt an vorhandene Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, binnen kurzem zerstört. Schließlich lernt ein Kind nicht Laufen, weil es die Eltern mit etwas dafür belohnen, sondern weil es laufen können möchte und jeder kleine Erfolg von ein paar Schritten Belohnung genug ist. Vor allem unerwartete Erfolge, die entsprechend gewürdigt werden, prägen sich als positive Erlebnisse ein und dienen als Motivation für die Zukunft. Hirnforscher haben nachgewiesen, dass Emotionen beim Lernen eine entscheidende Rolle spielen, und eine Gedächtnisbildung ohne Emotionen gar nicht möglich ist.

Entstanden unter Verwendung von
Roedenbeck, Maja (2010). Gedächtnis-Genies: So lernen Kinder.

http://www.urbia.de/magazin/schulkind/schule-und-lernen/

gedaechtnis-genies-so-lernen-kinder (10-05-04)

Wie Eltern Mathematikproblemen vorbeugen können

Mittwoch, 17. März 2010

Da Mathematik ein meist streng aufgebauter Lehr- und Lernstoff ist, entstehen viele Probleme dadurch, dass Grundlagen für das Neue wieder vergessen worden sind. Reines Üben hilft dann nicht, da Kinder dabei oft Tricks entwickeln, wie eine Aufgabe gelöst werden kann, aber kein Verständnis dafür haben. So werden oft Fehlstrategien verfestigt und perfektioniert, da man auch mit falschen Methoden auf richtige Ergebnisse kommt, wenn die angeeigneten Tricks zufällig auf die Aufgabenstellung passen. Sobald sich diese aber ändert, blickt das Kind nicht mehr durch und weiß nicht einmal, warum, denn schließlich ist es ja genauso vorgegangen wie immer. Eltern sollten mit Kindern nach einer gewissen Zeit des Übens daher Bilanz ziehen, ob das Geübte auch Bestand hat oder ob man immer wieder von vorn anfangen muss. Macht das Kind Fortschritte und kann es Aufgaben auch ohne Hilfe der Eltern erledigen? Es ist oft schwierig herauszufinden, was  das Kind nicht verstanden hat. Am Ergebnis allein sieht man oft nicht, wie  es zu seiner Lösung gekommen ist und welche Irrtümer  sich möglicherweise entwickelt haben? Mit der Analyse solcher Rechenprobleme sind Eltern in der Regel überfordert, d.h., man sollte sich besser professionelle Hilfe von LehrerInnen holen.
Auf der Webseite www.arbeitskreis-lernforschung.de erhält man kostenlos „Symptomfragebögen“ für Vorschule, Grundschule und Mittelstufe. Diese lerngegenstandsbezogenen Symptomfragebögen ersetzen zwar keine Diagnostik, sondern sollen Eltern anregen, den Blick für eventuell vorhandene Probleme zu schärfen. Die Fragebögen können dazu dienen, die Problemlage des Kindes zu umreißen und sind eine Hilfe, falls Eltern eine Beratung durch eine Facheinrichtung in Anspruch nehmen möchten.

Tipps für Eltern

Dienstag, 16. März 2010

Einige nützliche Tipps für Eltern im Handling des Schulalltags mit ihrem Kind fand ich in einem Newsletter zu Schule+Familie (03/10)

  • Stellen Sie Störungen ab. Ihr Kind wird durch jede Unterbrechung aus seinem Lernrhythmus gerissen – und braucht meistens eine Viertelstunde, bis es wieder arbeiten kann. Sorgen Sie für eine ruhige Lernumgebung und halten Sie sich im Hintergrund. Wenn Ihr Kind eine Frage hat, wird es diese von selbst stellen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind die Aufgaben für die kommende Woche durch. Tun Sie dies regelmäßig und rechtzeitig, zum Beispiel nach dem Mittagessen am Sonntag. Was steht diese Woche an? Gibt es einen Schulausflug, einen Arztbesuch oder einen Mathetest? Fragen Sie nach!
  • Bereiten Sie mit Ihrem Kind am Abend den nächsten Schultag vor. Ist die Schultasche schon gepackt? Gibt es morgen Schwimmunterricht oder ein Treffen mit der Freundin? Fragen Sie auch immer nach, wie es Ihrem Kind geht.
  • Bitte vergessen Sie bei alldem nicht, dass Ihr Kind Zeit braucht, um sich an den Schulalltag und an Veränderungen zu gewöhnen. Drängen Sie Ihr Kind nicht, leiten Sie es nur mit sanftem Druck in die von Ihnen gewünschte Richtung. Denn: Wenn Ihr Kind keinen Spaß am Lernen hat, bringt die längste Hausaufgabenzeit nichts!
  • Lassen Sie Ihrem Kind genug Zeit für die Hausaufgaben. Auch wenn eine Stunde für ein Grundschulkind für die eigentlichen Hausaufgaben ausreicht, braucht es noch Zeit zur Vor- und Nachbereitung. Schließlich gilt es, die Schultasche zu sortieren, Bücher zu finden oder das Zimmer aufzuräumen.
  • Legen Sie mit Ihrem Kind ein Vorratsfach aller wichtigen Schulmaterialien an. Stifte, Radiergummis, Hefte und Lineale sollten immer im Haus sein. Das spart Zeit, Nerven und Geld.

Quelle: http://www.sailer-verlag.de/newsletterartikel/
6-tipps-zum-schulalltag-ihres-kindes.html (10-03-16)

Vokabel-Poster für den Grundwortschatz

Donnerstag, 4. März 2010

franzoesischposterEin Vokabel-Poster ist ein Poster (Größe 70 x 100cm) mit 1500 Vokabeln aus dem Grundwortschatz einer Fremdsprache, kann man sich übers Bett, in die Küche oder ins Badezimmer hängen. Jedes Mal, wenn man daran vorbeigeht, schaut man sich mindestens eine Vokabel an. Das kostet viel weniger Überwindung, als sich zum Pauken an den Schreibtisch zu setzten.

Durch die ständige Wiederholung prägen sich die Vokabeln fast von alleine ein. Die Wörter sind Lehrbuch-unabhängig und in Kategorien geordnet. Der Hintergrund des Englisch-Posters ist mit Sehenswürdigkeiten aus London, das Französisch-Poster aus Paris gestaltet.

Ein solches Poster mit dem Grundwortschatz aus Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. kann im Internet unter http://lernposter.lerntipp.at/ bestellt werden.

Für das spielerische Erlernen der ersten englischen Wörter im Kindergarten, in der Vorschule und in der Grundschule gibt es jetzt das Lernposter “My first English words” mit Bildern und den Begriffen in Deutsch und Englisch. Auch für das sichere Erlernen der English irregular verbs im Vorübergehen gibt es jetzt ein eigenes Lernposter.

Merkmale nachhaltigen Lernens

Freitag, 4. Dezember 2009

Wilfried Helms nennt einige wesentliche Aspekte nachhaltigen Lernens, denn effektives Lernen bedeutet für ihn das Lernen in kleinen Schritten, was Zeit und Geduld kostet.

  • Ich brauche Lernwillen: »Ich will lernen.«
  • Ich verschaffe mir einen Überblick. (Was soll ich tun? Was brauche ich dazu? Welche Methode ist die richtige?)
  • Ich sortiere oder ordne mir den Lernstoff. (Reihenfolgen lassen sich leichter lernen.)
  • Ich lerne mit allen Sinnen: Sehen, Hören, Fühlen und Bewegung. (Spaß!)
  • Ich verbinde den Lernstoff mit meinem Vorwissen, indem ich zum Beispiel bei Vokabeln eigene Sätze bilde.
  • Ich wiederhole den Lernstoff immer wieder (am Anfang häufiger, später seltener).
  • Ich rede über den Lernstoff mit eigenen Worten.
  • Ich mache Ähnliches unähnlich (zum Beispiel durch Bewegungen, zeitlich versetztes Lernen und Eselsbrücken).
  • Ich verändere die Reihenfolge oder Ordnung, um über die Fakten einzeln zu verfügen.
  • Ich freue mich über meinen Lernerfolg.
  • Ich schließe eventuelle Lernlücken.

Quelle: http://www.westfalenblatt.de/nachrichten/
regional/lippe_rss_erg.php?id=33332 (09-12-04)

Wissen für Eltern von Schulkindern

Montag, 19. Oktober 2009

Viele Schüler nutzen ihre psychischen Potentiale einerseits zu wenig. Andererseits sind Erwachsene oftmals schlechte “Lernvorbilder”. Eltern wollen ihren Kindern zwar helfen, können sie aber nicht angemessen fördern. Daher möchten Ziegler & Stöger praxisorientierte Tipps zu folgenden Bereichen geben:

  • Lernvorbilder,
  • Lernstrategien,
  • Prüfungsangst,
  • Motivation und
  • Begabung.

Die Autoren haben diese Auswahl “… unter dem Gesichtspunkt der Maximierung des schulischen Lernertrags getroffen“. Sie berücksichtigen aber auch andere Gesichtspunkte, wie soziale Kompetenzen oder Selbstregulationsfähigkeiten. Ein Hauptziel ist dabei die Entwicklung selbstregulierten Lernens. Dazu sollten die Lernenden ihr eigenes Lernverhalten beobachten. Sie sollten Effektivität und Effizienz ihrer Lernstrategien kontrollieren und selbst Schwachstellen erkennen und beheben können. Dazu benötigen Schüler u. a. Aufmerksamkeit und geeignete Anregungen von ihren Eltern.

Lernen nach Lerntypen – ein Mythos

Mittwoch, 6. Mai 2009

Das Konzept des typengerechten Lernens erfreut sich nicht nur bei Eltern, sondern auch bei LehrerInnen seit einigen Jahrzehnten einer ungebrochenen Popularität. Pashler et al. (2008) haben deshalb mehr als 70 verschiedene Modelle von Lernstilen untersucht, ob es einen empirischen Nachweis dafür gibt, dass Menschen typengerecht besser und effizienter lernen. Nahezu alle Untersuchungen, die angeblich den Nachweis der Wirksamkeit typengerechten Lernens erbracht haben, missachteten grundlegende Kriterien wissenschaftlichen Forschens und waren nicht nur widersprüchlich sondern letztlich im Sinne von vorhandenen Lerntypen uninterpretierbar. Weder wurden die ProbandInnen nach dem statistisch notwendigen Zufallsprinzip auf die verschiedenen Untersuchungsgruppen verteilt, noch wurde sichergestellt, dass alle TeilnehmerInnen am Ende des Experiments denselben Test absolvierten, sodass ihre Lernfortschritte objektiv verglichen hätte werden können. Von den wenigen Studien, die den wissenschaftlichen Standards entsprachen, kamen mehrere zu Ergebnissen, die den Annahmen typengerechter Lernstile widersprachen, sodass sich nach aktuellem Forschungsstand durch nichts belegen lässt, dass Menschen auf unterschiedliche Weise lernen und auch sich nicht grundlegend, wie es manche Lerntypentheorien nahelegen, in ihrem Lernverhalten unterscheiden.

Literatur
Pashler, Harold, McDaniel, Mark, Rohrer, Doug & Bjork, Robert (2008). Learning Styles: Concepts and Evidence, Psychological Science in the Public Interest, 9, 106-119.