‘Schule’

Schule ist jener Ort, wo für Kinder die Probleme des Lebens erst beginnen.



Schule ist jener Ort, wo für Kinder die Probleme des Lebens erst beginnen.

Der Schulanfang – der erste Schultag

Dienstag, September 12th, 2017



Der Schulanfang ist für die meisten Kinder spannend, wobei Eltern ihre Kinder dabei unterstützen können, indem sie ihnen Freude vermitteln, denn besonders Kinder, die in eine neue Schule oder auf eine Höhere Schule wechseln, brauchen Begleitung. Eltern sollten ihre Kinder positiv einstimmen und ihnen Sicherheit vermitteln. Es kommt immer wieder vor, dass Kinder Ängste entwickeln, das können Ängste vor Fehlern sein oder auch davor, dass LehrerInnen oder MitschülerInnen sie nicht mögen. Wenn Kinder Ängste ansprechen, sollten Eltern das aufgreifen und versuchen zu beruhigen, wobei die Regel gilt, dass sie von sich aus Ängste nicht ansprechen sollten, denn sonst könnten Kinder glauben, sie müssten diese haben.

Vor allem den ersten Schultag sollte man so leicht wie möglich nehmen, d. h., schon den Tagen zuvor sollte mit dem Kind über die Schule gesprochen werden, etwa indem Fotos aus der Schulzeit der Eltern oder älterer Geschwister angeschaut werden. Damit kann man den Kindern sagen, dass der Schuleintritt ein ganz normaler Vorgang ist, der alle Generationen betrifft. Die Eltern können beim Betrachten der Bilder eigene Erlebnisse erzählen und dem Nachwuchs erklären, wie der Unterricht abläuft. Vermieden werden sollten dagegen Leistungsstress und Formulierungen wie „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“, denn das Leben ist von Geburt an lebensgefährlich, d. h., alles andere sollte man so leicht als möglich nehmen.

Aus den Empfehlungen des Schulpsychologen Andreas Girzikovsky in den OÖN vom 10. September 2017.

Bildquelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/WISSENSCHAFTPAEDAGOGIK/DidaktikModelle.shtml (17-09-09)



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Auswege aus dem Schulstress

Montag, Februar 23rd, 2015



Für Schülerinnen und Schüler ist ein gewöhnlicher Schultag oft von Stresserleben begleitet, denn viele fühlen sich überfordert mit all den Aufgaben und dem ständigen Lernen für Schularbeiten oder Prüfungen. Aber nicht nur die schulischen aufgaben sondern etwa auch ein Streit in der Familie kann sich auf die Leistungen in der Schule auswirken, denn man kann sich in einem solchen Fall kaum konzentrieren, wenn das häusliche Umfeld keine Ruhe lässt.
Stress gehört zum Leben, denn er kann auch beflügeln, jedoch ist stets das Ausmaß entscheidend, aber auch individuelle Faktoren spielen eine bedeutende Rolle, denn für den einen bedeutet Stress bereits, dass er schlicht täglich früh aufstehen und zur Schule muss, für einen anderen sind es die zahlreichen Prüfungsssituationen und Tests, aber auch der Umstand, dass man unter seinen eigenen Erwartungen oder denen der Eltern bleibt. Stress im Zusammenhang mit Schule entsteht aber auch durch Mobbing oder lange Fahrzeiten, die die Freizeit einschränken. Allerdings gibt es auch Schülerinnen und Schüler, die sich nicht über-, sondern eher unterfordert fühlen, denn auch sie sind Stresssituationen ausgesetzt, weil sie sich fragen, was sie in dieser Schule lernen sollen. Und nicht zuletzt entstehen Stresssituationen außerhalb der Schule, etwa im familiären Umfeld oder im Freundeskreis, die sich dann auf die Schule übertragen und dort manifestieren. Nicht zuletzt entstehen oft Konflikte und damit Stress aus der Entwicklung der Jugendlichen aus Pubertät heraus oder durch die neue Zusammensetzung der Schulklassen.
Auswege sind je nach Problemlage meist eine bessere Strukturierung des Tagesablaufs, die Absenkung von überhöhten Erwartungshaltungen, das Setzen von Fächerschwerpunkten, aber manchmal auch ein Schulwechsel. Darüber hinaus gibt es einige Regeln, um negativen Schulstress zu vermeiden, etwa indem man die Zeit im Unterricht so gut es geht nutzt, damit man am Nachmittag mehr Freizeit hat und nicht zuviel nacharbeiten muss. Wichtig ist beim Lernen auch ein gewisser Mut zur Lücke, denn man kann und muss nicht in allen Fächern der Beste sein. Wichtig ist daher, Prioritäten beim Lernen zu setzen. Auch wenn man viel für die Schule zu arbeiten hat, sollte die Freizeit nicht zu kurz kommen, denn es gibt ein Leben neben der Schule. Man sollte trotz vieler Aufgaben seine Hobbys, Interessen und Freundschaften pflegen, denn diese können einen psychologischen Rückhalt geben. Wenn man sich als Schüler oder Schülerin dem Stress nicht mehr gewachsen fühlt, sollte man sich Hilfe: bei den Eltern, den LehrerInnen aber auch FreundInnen suchen, denn manchmal bedarf es nur eines Gesprächs, um sich danach leichter zu fühlen.



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Was macht die Schule falsch?

Sonntag, Januar 9th, 2011



Das traditionelle Schulsystem stellt sich bürokratisch über das Wohl der Kinder und produziert folgerichtig Bildungsversager, etwa durch das rigide Notensystem, das sich unmittelbar auf die Motivation und das Lernen bzw. den Lernerfolg der SchülerInnen auswirkt. Die Notengebung, der permanente Zwang zur Konkurrenz und dass sich Kinder mit Teil- und Halbwissen ständig gestresst und überfordert durch die Schule quälen müssen, statt in einem sachlich vernünftigem Zusammenhang lernen zu können, sind Folgen dieses Systems. Lernprobleme werden bekanntlich von der Schule in der Regel als Defizite der Schüler aufgefasst, nicht als Wirkungen des Systems, die bei genauerer Betrachtung hinter jenen Schwierigkeiten stecken, die in den Medien beklagt werden. Wenn Unterricht dafür eingerichtet und benutzt wird Auslese zu betreiben, dann wird ein solcher Unterricht auch eine an dieser Auslese orientierte individuelle Förderung betreiben, sodass Kinder in der Folge mit überfordernden Übungen drangsaliert werden, weil Leistungsdruck und niveauadäquate Anforderungen die Grundlage für Leistungsvergleiche mit und ohne individuelle Förderung darstellen. Die aktuellen Versuche, in Schulen ein an Produktionsbetrieben orientiertes Qualitätsmanagement einzuführen und sogar angeblich objektive Schulvergleiche einzuführen, fördert in erster Linie die Bürokratie und wird in zweiter Linie den Druck auf alle Beteiligten noch erhöhen, sodass noch mehr Bildungsversager produziert werden als bisher.

Die Medienwerkstatt für Nichterwachsene vom Prenzlauer Berg in Berlin hat 1994 einen Katalog an Fehlern des Schulsystems zusammengestellt, die nach wie vor an vielen unserer Schulen zu finden sind, wobei diese in dem meisten Fällen im System und nicht in den beteiligten Personen begründet sind.

Lernzwang – Nicht das lernen, was man will
Der Glaube, daß der deutsche Lehrplan für das Leben notwendig ist, ist unbegründbar und falsch. Die meisten Sachen lernt man aus Erfahrung und eigenem freien Willen. Zum Beispiel lernen auch Kinder, die noch nicht in die Schule gehen, lesen und schreiben, wenn sie es wollen. In der Schule können Kinder nicht das lernen, wofür sie sich gerade interessieren, oder was ihnen gerade wichtig erscheint, da die meisten Lehrer den Stoff straff und planmäßig durchziehen, ohne Lust und Interessen der Kinder zu achten. So wird freie Entfaltung (siehe Grundgesetz) und Erfahrungssammlung behindert. Das macht Lernen uneffektiv.

Massenhaltung – Zuviele Kinder in einer Klasse
In der Schule müssen zuviele Kinder fast ohne Bewegung täglich mehrere Stunden gemeinsam in einem Raum durchhalten. Es ist bewiesen, daß man dadurch mit der Zeit aggressiv wird. So kann man nicht lernen! Zum Lernen ist es außerdem notwendig, daß man eigene Erfahrungen sammelt und das ist kaum möglich, da man sich nicht zurückziehen oder allein sein kann.
Schülersortierung

Nur Gleichaltrige
Es ist langweilig, wenn in einer Klasse nur Kinder gleichen Alters sind. So lernt man andere Lebensarten und -unarten nicht kennen. Verschiedenaltrige können voneinander lernen und sich unterstützen.

45 – Minuten – Takt – Verkrampft-sture Zeiteinteilung
Wie lange Schüler brauchen, um neuen Stoff zu kapieren, ist sehr verschiedenn und kaum planbar. Ein festgefahrener Studenplan stört so bei vielen den Lernprozeß. Für die meisten ist es belastend, daß sie nicht ausschlafen können.
Einzelherrscher

Der Lehrer sitzt am längeren Hebel
Im Fall eines Streits haben die Schüler selten eine Chance sich durchzusetzen. Gegen LehrerInnen, die schlechten Unterricht geben und ungerecht sind, oder einen nicht leiden können, kann man sich kaum wehren. Der Lehrer kann durch schlechte Noten – schlechtes Zeugnis – kein Schulabschluß – Kack-Berufschancen großen Druck ausüben. Fehlende Gleichberechtigung erschwert das Lernen ungemein.

Gedankensteuerung – So sein, wie andere es sich wünschen
Die Schule ist nicht nur zum Lernen da, sondern will den Schülern jetzt schon vermitteln (antraineren), wie sie sich zu verhalten haben, was richtig / falsch / gut / böse ist. Sie will aus den Schulen angepaßte Staatsbürger machen. Nicht nur die Meinungs-, sondern auch die Gedankenfreiheit wird bedroht, denn die Kinder sollen nicht nur sagen, was die Lehrer hören wollen, sondern auch noch glauben, daß es richtig ist.

Langeweile – Uninteressanter Unterricht
In den meisten Fächer sollen die Kinder nur mit ihrem Denkvermögen und Gedächtnis Unterrichtsstoff kapieren, der sie häufig nicht mal interessiert. In der Regel steht der Lehrer vorne und redet und redet. Aus einer Unzahl von Kopien und Büchern muß der Stoff erarbeitet werden. Träumen, spielen, die Dinge der Welt erkunden – das ist in der Schule nicht möglich.
Scheinwelt

Lernen hinter Mauern
Die Schule will Kinder auf das Leben vorbereiten (als würde es erst viele Jahre nach der Geburt beginnen). Aber anstatt im praktischen Leben Erfahrungen zu sammeln und zu lernen, sitzt man in langweiligen Schulgebäuden und es werden Videos und Kopien und fachliche Experimente vorgesetzt… Wo lernt man, wie man miteinander klarkommt, wie man am besten Probleme löst usw.? Das alles wird höchstens theoretisch besprochen.

Schulversagen – Eigentlich versagt die Schule
Das oft von Staat und Schule beschworenen Ziel, freundliche, friedliche und gut gebildete Schüler aus der Schule zu entlassen, wird nicht erreichen. Viele Schulabgänger sind weder gebildet noch friedlich. Die Zufriedenheit und Friedfertigkeit lassen zu wünschen übrig. Nicht einmal Industrie und Wirtschaft sind mit den Schulabgängern zufrieden. Damit fehlen die Gründe, warum man das Zur-Schule-gehen in Kauf nehmen muß. Die Schule erfüllt ihren Zweck nicht.

Alptraum Schule – Tägliches Leid durch Angst und Frust
Nach Schätzungen geht 1/3 der Schüler gern und ohne Probleme zur Schule, 1/3 der Schüler langweilt sich die Schule, paßt sich an, und kommt ohne großen Schaden durch. Dem dritten Drittel der Schüler geht es in der Schule mies – und das täglich! Ein Grund für viele, Medikamente zu nehmen, Alk zu trinken oder krank zu werden. Einige werden von der Schule in den Selbstmord getrieben. Wo bleibt bei einer so vermiesten Kindheit das „Wohl des Kindes“, das im Grundgesetz gefordert wird.

Nix Chancengleichheit – Viele bleiben auf der Strecke
Das Argument, daß das jetzige Schulsystem wegen seiner Chancengleichheit so gut ist, stimmt nicht. Die Möglichkeiten, die Schüler in der Schule haben, hängen unter anderem sehr stark von den Eltern (Zeiteinteilung, Geld, Ansichten, …) oder der Sympathie der Lehrer zu den Schülern ab.
Zensurenterror

Alle müssen dasselbe lernen
Die Menschen sind verschiedenen, sollen aber alle das gleiche lernen und zum sleben Ziel kommen. Sie werden durch Noten in gut oder schlecht eingeteilt. Man lert nur noch für die Noten. Mit ihnen wird man erpreßt und zum Lernen gezwungen (entweder… oder 6). Das macht Angst und nimmt die Freude. Lernen wird dadurch erschwert.

Teilzeitgefängnis – Der Zwang anwesend zu sein
Der Schüler wird gesetzlich gezwungen, in die Schule zu kommen: Ob es ihm dort gut oder schlecht geht, ob er Probleme hat und ob er gerne woanders wäre, um z.B. dort zu lernen, ist egal! Zwang auf Menschen auszuüben ist Gewalt. Sogar im außerschulischen Leben werden Hausaufgaben angeordnet. Die deutsche Schulpflicht bricht das Grundgesetz (schon wieder).

Lehrerfrust – Lehrer sind auch Menschen
Auch viele LehrerInnen sind mit dem Schulsystem unzufrieden und leiden darunter. Sie gehen selbst nicht gern in die Schule. Manche geben sich kaum noch Mühe. Viele schaffen es nicht, die vielen Probleme, die durch Schule entstehen, zu bewältigen. Oft sind die Schüler Opfer diese Frustes.

Quelle
http://paedpsych.jku.at:4711/LEHRTEXTE/Schulefalsch.html (11-01-01)



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