‘Rahmenbedingungen des Lernens’

Rahmenbedingungen des Lernens bezeichnet jene lokalen und zeitlichen Organisationsformen, die das Lernen erleichtern oder behindern können.

Aus einer Buchempfehlung

Sonntag, Dezember 18th, 2016

In einer Buchempfehlung, die in unser Postfach flatterte, hieß es wortwörtlich: „Ohne Wollen kein Können, wie Sie gezielt zur Lernmotivation Ihrer Kinder beitragen. Vielen Kindern und Jugendlichen mangelt es nicht an Intelligenz, sondern an Lernmotivation. Doch wie entstehen solche Motivationsstörungen, wie äußern sie sich, und vor allem: was können Sie dagegen tun?“

Und weiter: „Dieser fachkundige und vielfach bewährte Ratgeber klärt Eltern, Lehrer und Erzieher über mögliche Ursachen auf, liefert Erklärungen und vermittelt wirksame und praxiserprobte Hilfen zur häuslichen und schulischen Motivationsförderung. Die zentralen Förderbausteine sind: systematische Verselbständigung, altersgemäßes Fordern, Loben und Ermutigen, konstruktive Kritik und Grenzziehung, Erziehungskonsens, Wecken von Neugier, Tätigkeitsangebote, Lernen lernen, Lernen mit dem Computer und Lernspiele, Selbstmotivierung und Sinnfindung. Die Leserinnen und Leser erhalten nicht nur Erklärungshilfen und Fördertipps, sondern sie werden auch durch interessante Fall- und Motivationsgeschichten zum Nachdenken angeregt.“

All diese Themen werden auch in den Lerntipps für Eltern behandelt: http://eltern.lerntipp.at/tipps.shtml Ausgangspunkt ist hier allerdings die Individualität der Kinder, denn jedes Kind hat seine eigene Lerngeschichte und seine eigenen Lerngewohnheiten. Jedes Kind ist anders. Daher ist es notwendig, diese Individualität zu berücksichtigen! Auch gilt: Ein Kind sollte allein mit der Schule zurecht kommen. Allerdings fällt es vielen Eltern schwer, sich auf eine „Begleit-“ und „Kontrollfunktion“ zurückzuziehen. Das einfache Prinzip lautet: „Hilf mir es selbst zu tun und lobe mich ausgiebig dafür!“



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Im Unterricht mitschreiben

Donnerstag, Mai 19th, 2016

Ziel einer Unterrichtsmitschrift ist nicht, alle Worte des Unterrichtsgesprächs zu notieren. Nicht selten wird dies jedoch versucht, werden die Seiten Zeile für Zeile gefüllt, so dass das Zuhören leidet, weil wie bei einem Diktat geschrieben wird. Zuhören im Unterricht bedeutet aber auch Mitdenken, und genau hier kann eine Mitschrift hilfreich wirken. Einige Richtlinien können Ihnen dabei helfen, das Gehörte sinnvoll strukturiert zu Papier zu bringen:

Schreiben Sie erst dann, wenn ein Sinnabschnitt beendet ist, denn wer zu früh schreibt und Gedanken hierbei selbst zu Ende denkt, kann zu anderen Ergebnissen kommen als der Vortragende. Damit die Mitschrift tatsächlich den Tenor des Unterrichtsgesprächs trifft, sollte man eigene Ergänzungen kennzeichnen.

Fassen Sie die Hauptgedanken stichwortartig zusammen und schreiben Sie keinesfalls ganze Sätze wortwörtlich mit, denn das ist schier unmöglich, es sei denn, man kann stenographieren, und ist auch nicht nötig, denn eine Mitschrift soll nicht dokumentieren.

Kürzen Sie Wörter sinnvoll ab, doch Abkürzungen haben nur dann Sinn, wenn sie auch später noch verständlich sind. Daher empfiehlt es sich, über die ohnehin gängigen Abkürzungen (z. B. für ‚zum Beispiel‘, d. h. für ‚das heißt‘ und u. für ‚und‘, usw. für ‚und so weiter‘ etc.) hinaus Endsilben zu tilgen oder zu kürzen (z.B. -ung durch -g ersetzen, -lich durch -l. u. ä.). Schlüsselwörter können, nachdem sie als solche wahrgenommen sind, durch selbstdefinierte Siglen (feste Abkürzungszeichen) ersetzt werden. Geht es beispielsweise in einem Vortrag um den Expressionismus, kann das Wort im folgenden durch ein einfaches ‚E‘ ersetzt werden.

Notieren Sie Namen und Begriffe möglichst vollständig, um sie auch später noch schnell nachschlagen zu können, denn selbst ein sparsam angewendetes Abkürzungsverfahren empfiehlt sich bei Namen und neu eingeführten Termini, die nur selten vorkommen, nur in begrenztem Maße: Unbekannte Namen und Fachbegriffe sollten nicht abgekürzt werden, da dies das Wiederauffinden in der Fachliteratur unnötig erschwert selbst bei ausgeschriebenen Namen bleibt die Hürde der Schreibung.

Ordnen Sie Ihre Stichwörter auf dem Papier in nicht-linearer Folge so an, dass Zusammenhänge und Beziehungen deutlich werden. Dieses Schreibverfahren hält den Schreiber davon ab, entgegen guter Vorsätze doch ganze Sätze zu schreiben. Darüber hinaus kann mit Hilfe von Pfeilen oder ähnlichen zusätzlichen Zeichen der Zusammenhang zwischen einzelnen Gedanken eingetragen werden. Das Ergebnis einer Mitschrift nach diesem Muster sieht ähnlich aus wie ein Tafelbild – an einigen Stellen vielleicht ausführlicher. Beim Wiederlesen wird auf den ersten Blick demjenigen, der es gehört hat, die Struktur des Unterrichtsgesprächs deutlich, d. h., wenn eine solche Mitschrift einem Fremden nicht alles erläutert, ist das natürlich.

Lassen Sie beim Schreiben auf dem Papier Raum für nachträgliche Ergänzungen, denn häufig kreisen die Argumente eines Vortrags um wenige Kerngedanken. Da Sie die Gesamtaussage eines Unterrichtsgesprächs festhalten und nicht ihren Verlauf dokumentieren wollen, ist es günstiger, die Stichworte logisch und nicht chronologisch anzuordnen.

Notieren Sie Zitatbelege und Literaturhinweise sorgfältig, denn die Mitschrift sollte auch die Anregungen aufgreifen, die in einem Unterrichtsgespräch gegeben werden. Dabei liegt es in Ihrem Ermessen, ob Sie nur die Zitate, die das Unterrichtsgespräch tragen, oder auch ergänzende Lektüreempfehlungen des Vortragenden notieren oder ob Sie ausschließlich das, was Ihnen lesenswert erscheint, aufschreiben.

Eine Mitschrift ist individuell und kann bei allen Lernenden verschieden aussehen. Grundsätzlich gilt die Regel, dass weniger mehr ist, denn umfangreichere Mitschriften sind wenig übersichtlich und erschweren eine schnelle Orientierung.

Eine gute Mitschrift erleichtert das Mitdenken, denn sie hält nicht nur Haupt- und Nebenargumente und die Beziehungen, in die der Redner sie stellte, auf dem Papier fest, sondern fügt eigene, ergänzende oder kontroverse Kommentare ein. Wenn Sie so dokumentieren, sind Sie bei der Diskussion stets im Bilde, ob als Redner oder Zuhörer, und können die Diskussionsbeiträge beurteilen.

Siehe dazu auch die Mitschrift im Studium.

Literatur
Bünting, Karl-Dieter (1999). Schreiben im Studium. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.



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Prinzipien erfolgreichen Lernens

Mittwoch, Juli 22nd, 2015

Alle Menschen kommen immer wieder in Situationen, in denen sie mit neuen Informationen konfrontiert sind und sich diese sich dauerhaft einprägen sollen. Dabei funktioniert das menschliche Gedächtnis wie ein Filter, denn während das Ultrakurzzeitgedächtnis noch die meisten Informationen ungefiltert aufnimmt, gelangt nur eine Auswahl der Informationen ins Kurzzeitgedächtnis und nur die wenigsten Informationen schaffen es in das Langzeitgedächtnis, von dem aus sie dauerhaft abgerufen werden können. Es hängt bei einer lernenden Wissensaufnahme immer davon ab, welche Informationen im Gehirn als wesentlich eingestuft und langfristig gespeichert werden. Informationen werden zum Beispiel dann vom Gehirn als wichtig eingestuft und dauerhaft abgelegt, wenn sie der Erfüllung vom nahliegenden Zielen und Bedürfnissen dienen, sie sich gut mit Vorwissen verknüpfen lassen, danach häufig aberufen werden, mit starken Emotionen verknüpft sind, vermutlich in naher Zukunft praktisch angewendet werden könnten, auf ein einfaches Schema reduzierbar sind usw. Daraus lassen sich einige Lernprinzipien ableiten, die Gehirn wissen zu lassen, dass eine Information wichtig ist und daher dauerhaft abgespeichert werden soll.

Das vermutlich wichtigste Prinzip ist dabei, den Sinn und den Nutzen der Information zu erkennen und zu verinnerlichen. Dieses Lernprinzip ist zwar das natürlichste und erfolgreichste, gleichzeitig aber auch am schwersten willentlich herbeizuführen. Dieses Prinzip basiert auf der intrinsischen Motivation, dass also eine Information um ihrer selbst wichtig ist. Wer etwa von einem Land begeistert ist und eine Reise dorthin unternehmen möchte, wird leichter die jeweilige Sprache lernen als jemand, dem das Land absolut nichts bedeutet. Man sollte sich als Lernender daher immer bewusst machen, wofür man das zu lernende Wissen zukünftig einsetzen möchte und welche Vorteile man daraus ziehen kann.

Ein ebenfalls wichtiges Prinzip ist es, neue Informationen stets mit Vorwissen zu verknüpfen, denn das Gedächtnis speichert neue Informationen dadurch ab, indem es neue Verbindungen zwischen Nervenzellen herstellt. Je besser eine neue Information mit den bestehenden Neuronen, also letztlich mit bestehendem Wissen verknüpft werden kann, um so leichter werden diese neue Verbindungen aufgebaut. Liest man etwa einen Artikel über eine Krankheit, wird man dieses viel besser verstehen und in der Folge auh erinnern, wenn man bereits selber oder ein Familienmitglied mit dieser Krankheit konfrontiert war. In diesen Fall können neue Informationen auch eingeordnet, bewertet und in das eigene Wissensgegeflecht integriert werden. Man sollte daher beim Lernen immer ein wenig Zeit auch darauf verwenden, sich zu fragen, wie das neue Wissen in Verbindung zu bestehendem Wissen gesetzt werden kann, etwa indem man Zusammenhänge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken versucht.

Bei komplexeren und abstrakteren Lerninhalten oder schwierigen Zusammenhängen empfiehlt es sich, die Information in Teilinformationen zu zerlegen oder auf möglichst einfache Schemata zu reduzieren. Diese Reduktion kann dann dazu dienen, das Detailwissen später an diesem Gerüst auszurichten. Ein gute Hilfsmittel ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung von Mindmaps oder auch das Anlegen von Lernplakaten.



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© Werner Stangl Linz 2018