‘Populärwissenschaftliches’

Hier werden Texte versammelt, die sich eher an die Allgemeinheit errichten.



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Lern-Metaphern

Mittwoch, Januar 31st, 2018



Lern-Metaphern geben einen Einblick in das Verständnis vom Lernen. Wegner & Nückles (2015, 2016) haben einige Lern-Metaphern gesammelt, um zu zeigen, wie unterschiedlich von den Menschen Lernen wahrgenommen wird. Für den einen ist es, wie mit einer Käsereibe über die Stirn hobeln, für den anderen so etwas wie in den Kampf ziehen, zum Zahnarzt gehen oder ein Müsli essen. Bekannt ist auch das Bulimie-Lernen, bei dem man sich schnell Wissen in den Kopf stopft, bei der Prüfung wieder ausleert und danach schnell vergisst. Für einige ist Lernen wie Wandern, das nicht immer Spaß macht, aber wenn man am Ziel ist, dann fühlt es sich gut an. Manche beschreiben Lernen als das Sortieren einer Bibliothek.
Bei Lehrenden dominieren Lern-Metaphern, die das Lernen als gemeinsame Erfahrung schildern. Für einen Philosophieprofessor ist das Lernen wie wenn man durch den Säulengang wandelt und Probleme diskutiert, für einen Ökologen ist Lernen wie ein Wald, durch den man mit den Studierenden geht und sich den Wald gemeinsam anschaut. Schulisches Lernen wird von SchülerInnen eher mit Sport verglichen, und ist eine Notwendigkeit, die man so schnell wie möglich hinter sich bringen möchte. Für viele ist man als Lernender wie ein Schwamm, der die ganzen Informationen wie Wasser aufsaugt, und wenn man dann einen Test schreibt, dann lässt man des Wasser wieder ab und daraus entsteht eine Leere im Kopf.

Literatur

Wegner, E. & Nückles, M. (2015). From eating to discovering: How metaphors of learning change during students‘ enculturation. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 10, 145-166.
Wegner, E. & Nückles, M. (2016). Training the brain or tending a garden? Students‘ metaphors of learning predict self-reported learning patterns. Frontline Learning Research, 3, 95-109.



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Sechs neurowissenschaftliche Grundprinzipien des Lernens

Montag, Januar 29th, 2018



  • Orientierung: Über 100 Megabyte an Information erreichen unser Gehirn pro Sekunde, so dass erst einmal alles Relevante herausgesiebt werden muss. Das zu Lernende muss daher bedeutsam sein, Reizdarbietung allein reicht nicht.
  • Konkrete Erfahrung: Verständnis und Einsicht können Erfahrung festigen, aber nicht ersetzen, daher ist das Lernen durch die Wahl des Lernarrangements beeinflussbar.
  • Verarbeitungstiefe: Wer sich intensiv mit etwas auseinandersetzt, kann sich bei gleichem Zeitaufwand hinterher viel besser daran erinnern als bei oberflächlicher Betrachtung, denn Verarbeitungstiefe sorgt für nachhaltiges Lernen.
  • Emotionen: Werden positive Emotionen angesprochen, werden die gedächtnisrelevanten Strukturen im Gehirn aktiv und unterstützen auf diese Weise das Lernen, sodass der Lernerfolg größer wird.
  • Aufmerksamkeit: Sie ist stets begrenzt.
  • Motivation: Das Gehirn muss sich von innen heraus über Dopaminausschüttung selbst motivieren, wobei hierfür die Relation von Anforderung und Fähigkeit entscheidend ist, im Extremfall entsteht Langeweile oder Überforderung.

Quelle: http://www.morgenweb.de/ (10-07-29)



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Elterntipps zur Förderung ihrer Kinder

Montag, Januar 15th, 2018



  • Kinder wollen lernen, sie sind wissbegierig. Daher sollten Eltern von Anfang an die Lust am Lernen und am Neuen anfeuern. Die Hirnforschung zeigt aber deutlich, dass äußere Anreize – also etwa Belohnungen – bei weitem nicht so wirksam sind wie die inneren Motivatoren. Nicht um des Geldes und der Ehre willen leisten Kinder und Erwachsene oft nahezu Unglaubliches: Sie tun es vor allem, weil sie es wollen.
  • Belohnungen für gute Noten sollten die Ausnahme bleiben. Besser wäre es, dem Kind mal mit einem Ausflug oder einem Kinobesuch eine Freude zu machen. Wichtig ist in jedem Fall, die Belohnungen zu variieren, darauf spricht das Gehirn besonders an. Und ganz wichtig ist es generell, den Kindern das Gefühl zu geben, dass die Eltern ihre Leistungen auch anerkennen.
  • Es ist aber ein Mythos, dass Musikhören dauerhaft die Intelligenz von Kindern steigert. Allerdings hat eigenes Musizieren sehr wohl bleibenden positiven Einfluss auf die Intelligenz. Man vermutet, dass Verschaltungen zwischen den beiden Großhirn-Hemisphären durch das Musikmachen besonders effektiv ausgebildet werden und Musizieren ein riesiges Trainingsprogramm für das Gehirn darstellt.
  • Auch sprachliche Kompetenz ist entscheidend für den Schulerfolg. Kinder lesen dann viel und gut, wenn die Eltern ihnen regelmäßig vorlesen. Außerdem haben Untersuchungen gezeigt, dass Kinder umso besser sprechen konnten und in IQ-Tests höhere Ergebnisse erzielten, je häufiger die Eltern mit ihnen sprachen. Eltern, die Negativaussagen und Verbote auf ein Minimum beschränkten und durch eine positive Reaktion häufig auf die Äußerungen ihrer Kinder eingingen, förderten ihre Sprachkompetenz am besten.
    Timothy A. Keller & Dr. Marcel Just (Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh) untersuchten die Gehirne von Kindern zwischen acht und zehn Jahren mit mangelhaften Lesefertigkeiten vor und nach einem intensiven Lesetraining von 100 Stunden, wobei die Kinder u.a. immer wieder das Lesen von Wörtern und Sätzen übten. Dieses Training verbessert nach ihren Ergebnissen aber nicht nur die Lesefähigkeiten der Kinder, sondern es waren  in Korrelation zur Steigerung der Lesekompetenz auch in der weißen Gehirnsubstanz deutliche Umstrukturierungen zu erkennen. Beim Lesen identifizieren bestimmte Gehirnbereiche Buchstaben, andere müssen den bekannten Wortschatz und die Grammatik zur Verfügung stellen und wieder andere Areale sind dafür zuständig, die Bedeutung zu interpretieren. Daher ist die weiße Substanz mit ihrer Fähigkeit, Verbindungen herzustellen, so bedeutsam für die Lesefähigkeit, wobei bereits kleine Veränderungen in der weißen Substanz zu einer deutlichen Verbesserung auch anderer kognitiven Leistungen führen. Solche Trainingseffekte waren schon bisher für das Erlernen neuer Fähigkeiten wie Jonglieren oder Spielen eines Musikinstruments nachgewiesen worden.
  • Um gezielt lernen und arbeiten zu können, braucht ein Schüler einen festen Arbeitsplatz. Freizeit- und Arbeitsbereich sollten voneinander getrennt werden. Deshalb empfiehlt es sich nicht, die Hausaufgaben am Küchentisch zu erledigen oder am Arbeitsplatz zu essen. Ein Schulkind braucht nicht unbedingt ein eigenes Zimmer, aber es sollte einen eigenen Arbeitsplatz haben. Laute Musik oder ein laufender Fernseher erschwert die Konzentration. 15 Minuten vor Beginn der Hausaufgaben die Fenster öffnen.
  • Feste Zeiten erleichtern den Start für die Hausaufgaben. In der Regel ist es günstig, nach einer ausreichenden Pause nach dem Mittagessen zu beginnen. Idealerweise sollte ein Kind, das gegen 14 Uhr aus der Schule kommt, also gegen 15 Uhr nach einem nicht allzu fetten Mittagessen mit den Aufgaben beginnen. Aber: Einige Kinder sind tatsächlich abends aufnahmefähiger. Deshalb sollten Eltern immer den individuellen Rhythmus beobachten.

Quellen
Ausschnitte aus einem Interview von Andrea Huber mit Martin Korte in der Berliner Morgenpost vom 15.9.2009.
Lesen verbessert den „Datenaustausch“ im Gehirn.
WWW: http://www.kinderaerzte-im-netz.de/  (10-02-06)



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