Zum Thema ‘Populärwissenschaftliches’

Hier werden Texte versammelt, die sich eher an die Allgemeinheit errichten.



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Mathematik und Mädchen



Mädchen weisen häufig sehr schlechte Leistungen in Mathematik auf und erreichen öfter als Knaben nicht die notwendigen Mindestkompetenzen, wobei das nicht bedeutet, dass Knaben von Natur aus einen besseren Zugang zu Zahlen haben, denn es gibt Länder wie Island, wo Mädchen bei Pisa bereits eindeutig besser in Mathe abschnitten als ihre gleichaltrigen Mitschüler. Auch in der TIMMSS-Studie zeigten in mehreren Ländern Mädchen bessere Matheleistungen. Generell vermutet man, dass Mädchen sich oft weniger zutrauen und deshalb auch schlechtere Noten haben. Auch schreiben sich Knaben im Schulfach Mathematik größere Fähigkeiten zu als Mädchen, und zwar in einem Ausmaß, das durch die tatsächlichen Schulnoten nicht gerechtfertigt ist. Dabei weichen die entsprechenden Selbsteinschätzungen von Schülerinnen und Schülern bereits in der fünften Klasse deutlich voneinander ab, und die Unterschiedeb leiben bis einschließlich der zwölften Jahrgangsstufe weitgehend bestehen. In vielen Gesellschaften herrscht ein Klima, in dem es als normal erscheint, dass Mädchen Mathematik nicht so gut können, ein Faktor, der sich offenbar auch auf die Schulleistungen auswirkt. Grundlage ist dabei das Rollenklischee, dass Mädchen einfach nicht rechnen können und sie in dieser Fehleinschätzung auch noch von vielen Eltern bestärkt werden. Mädchen werden offenbar unbewusst dazu erzogen, keine besonders gute Mathematikkenntnisse zu besitzen, sodass gerade die Eltern oft bewusst oder unbewusst dazu bei tragen, dass sich Knaben mehr für Mathematik und Naturwissenschaften interessieren, etwa indem sie sich für ihre Töchter seltener einen technischen oder naturwissenschaftlichen Beruf vorstellen können als für ihre Söhne. Auch wenn es sich dabei um einen Bildungsmythos handelt, ändert das nichts daran, dass sich Vorurteile häufig bestätigen, weil Mädchen sich dadurch weniger zutrauen und ihr schlechteres Abschneiden so zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird. In Kanada erreichten Studentinnen in einem Mathetest deutlich weniger Punkte, wenn sie vorher gesagt bekamen, dass Frauen in diesem Test üblicherweise schlechtere Leistungen erbringen als Männer, wobei ohne diese Ansage die Studentinnen ähnlich gut abschnitten wie ihre männlichen Kommilitonen. Das verwundert umso mehr, als viele Mädchen gut statische Strukturen analysieren, sich aber schlechter dynamische Prozesse vorstellen können, was wiederum Knaben oft leicht fällt. Es gibt also offenbar Unterschiede im Gehirn, doch die bedeuten nicht, dass Mädchen automatisch schlechter in Mathematik sind, sondern man müsste sie lediglich anders auf die Aufgaben vorbereiten, damit sie genauso gut abschneiden wie Knaben. Allerdings gibt es in den letzten Jahrzehnten ein gewandeltes gesellschaftliches Bewusstsein und mehr erfolgreiche Rollenmodelle für Frauen und Mädchen, und es scheint realistisch, dass sich in ein paar Jahrzehnten diese Rollenbilder verändern werden, und damit auch die Leistungen in Mathematik bei Mädchen.

Quelle

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/mathe-warum-maedchen-schlechter-abschneiden-a-1221366.html (18-08-04)



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Körpergedächtnis



Analog zum Aufbau einer Gedächtnisstruktur zur Orientierung über die Umwelt konstruiert unser Körpergedächtnis (kinästhetisches Gedächtnis) aus interozeptiven und haptischen Sinneswahrnehmungen ein dreidimensionales Modell unseres Körpers. Durch Integration und Speicherung dieser Körperwahrnehmungen wird ein Körpergedächtnis aufgebaut.  Auch der menschliche Körper hat also ein Gedächtnis, wobei früh gelernte Bewegungsabläufe wie Fahrradfahren, Klavierspielen und Schwimmen ein Leben lang gespeichert werden.So können sich die Finger eines Klavierspielers auch nach vielne Jahren noch an die Läufe erinnern. Auch Tänzer memorieren unendlich viele, komplizierte Schrittfolgen, Sprünge und Drehungen, die auch lange nach dem Ende der aktiven Laufbahn erhalten bleiben, wobei hier vor allem die Musik das Körpergedächtnis stützt. Jede Aneignung von Bewegungsmustern, Schritten und Anschlägen arbeitet demnach mit dem Erinnerungsvermögen des Körpers und seinem kinästhetischen Gedächtnis, das  das Gelernte speichert und  es als verkörpertes Wissen verfügbar macht, wobei zum Erinnern natürlich auch das Löschen, Vergessen und Verdrängen wie beim normalen Gedächtnis gehören.
Musik dient außerdem dazu, Erinnerungen wieder ins Bewusstsein zu holen, etwa bei Demenzkranken, bei denen man durch das Vorspielen von Kinderliedern oder alten Schlagern das Erinnerungsvermögen erhöhen kann. Übrigens ist diese besonders gute Verankerung bei Bewegungen dafür verantwortlich, dass es so schwer ist, einmal Gelerntes zu korrigieren und Abgespeichertes zu vergessen, was besonders bei SportlerInnen ein großer Nachteil sein kann.
Der menschliche Körper nimmt allerdings auch zwischenmenschliche Beziehungen durch Erfahrungen im Körper wahr, die genauso  eine biologische Spur hinterlassen können.



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Gelerntes vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis bekommen



Damit Gelerntes vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis kommen kann, müssen die neuen Informationen als wichtig bewertet werden, wobei diese Selektion einen natürlichen Schutzmechanismus des Gehirns darstellt und der Überflutung mit uninteressanten Informationen entgegenwirken soll. Dabei ist von Mensch zu Mensch verschieden, welche Augenblicke, Objekte oder Gerüche gespeichert werden, denn das hängt mit der Bedeutung zusammen, die man dem aktuellen Geschehen beimisst. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Gefühlen zu, denn bekanntlich werden Ereignisse, die besonders starke Emotionen auslösen ein Leben lang nicht mehr vergessen, während einfache und meist häufig wiederholte Begebenheiten des Alltags es nicht in den Langzeitgedächtnis schaffen, sodass diese als unwichtig empfundene Informationen vom Gehirn einfach gelöscht oder durch andere Inhalte überschrieben werden. Hinzu kommt, dass man sich mit zunehmendem Alter an immer weniger Dinge erinnern kann, was nicht nur mit einem Abbau des Gedächtnisses – das Stirnhirn verliert an Funktionsfähigkeit und Volumen- zu tun hat, sondern auch mit einer Umstrukturierung des Gehirns.



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© Werner Stangl Linz 2018