‘Populärwissenschaftliches’

Hier werden Texte versammelt, die sich eher an die Allgemeinheit errichten.



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Körpergedächtnis

Donnerstag, März 1st, 2018



Analog zum Aufbau einer Gedächtnisstruktur zur Orientierung über die Umwelt konstruiert unser Körpergedächtnis (kinästhetisches Gedächtnis) aus interozeptiven und haptischen Sinneswahrnehmungen ein dreidimensionales Modell unseres Körpers. Durch Integration und Speicherung dieser Körperwahrnehmungen wird ein Körpergedächtnis aufgebaut.  Auch der menschliche Körper hat also ein Gedächtnis, wobei früh gelernte Bewegungsabläufe wie Fahrradfahren, Klavierspielen und Schwimmen ein Leben lang gespeichert werden.So können sich die Finger eines Klavierspielers auch nach vielne Jahren noch an die Läufe erinnern. Auch Tänzer memorieren unendlich viele, komplizierte Schrittfolgen, Sprünge und Drehungen, die auch lange nach dem Ende der aktiven Laufbahn erhalten bleiben, wobei hier vor allem die Musik das Körpergedächtnis stützt. Jede Aneignung von Bewegungsmustern, Schritten und Anschlägen arbeitet demnach mit dem Erinnerungsvermögen des Körpers und seinem kinästhetischen Gedächtnis, das  das Gelernte speichert und  es als verkörpertes Wissen verfügbar macht, wobei zum Erinnern natürlich auch das Löschen, Vergessen und Verdrängen wie beim normalen Gedächtnis gehören.
Musik dient außerdem dazu, Erinnerungen wieder ins Bewusstsein zu holen, etwa bei Demenzkranken, bei denen man durch das Vorspielen von Kinderliedern oder alten Schlagern das Erinnerungsvermögen erhöhen kann. Übrigens ist diese besonders gute Verankerung bei Bewegungen dafür verantwortlich, dass es so schwer ist, einmal Gelerntes zu korrigieren und Abgespeichertes zu vergessen, was besonders bei SportlerInnen ein großer Nachteil sein kann.
Der menschliche Körper nimmt allerdings auch zwischenmenschliche Beziehungen durch Erfahrungen im Körper wahr, die genauso  eine biologische Spur hinterlassen können.



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Gelerntes vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis bekommen

Donnerstag, März 1st, 2018



Damit Gelerntes vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis kommen kann, müssen die neuen Informationen als wichtig bewertet werden, wobei diese Selektion einen natürlichen Schutzmechanismus des Gehirns darstellt und der Überflutung mit uninteressanten Informationen entgegenwirken soll. Dabei ist von Mensch zu Mensch verschieden, welche Augenblicke, Objekte oder Gerüche gespeichert werden, denn das hängt mit der Bedeutung zusammen, die man dem aktuellen Geschehen beimisst. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Gefühlen zu, denn bekanntlich werden Ereignisse, die besonders starke Emotionen auslösen ein Leben lang nicht mehr vergessen, während einfache und meist häufig wiederholte Begebenheiten des Alltags es nicht in den Langzeitgedächtnis schaffen, sodass diese als unwichtig empfundene Informationen vom Gehirn einfach gelöscht oder durch andere Inhalte überschrieben werden. Hinzu kommt, dass man sich mit zunehmendem Alter an immer weniger Dinge erinnern kann, was nicht nur mit einem Abbau des Gedächtnisses – das Stirnhirn verliert an Funktionsfähigkeit und Volumen- zu tun hat, sondern auch mit einer Umstrukturierung des Gehirns.



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Schlechte Gewohnheiten verlernen

Samstag, Februar 3rd, 2018



mit haaren spielen

Neben nützlichen Routinen entwickeln Menschen auch solche Gewohnheiten, die sie lieber wieder loswerden möchten, etwa in der Nase zu bohren, Fingernägel zu kauen, Haare zu drehen oder am mit dem Stuhl zu schaukeln. Alle diese Gewohnheiten sind gelernt, doch es ist nicht so leicht, diese wieder zu verlernen, was daran liegt, dass das Gehirn von sich aus nicht zwischen guten und schlechten Gewohnheiten unterscheiden kann. Gelernt ist eben gelernt. Das Gehirn hält aus diesem Grund lieber an dem fest, was sich einmal bewährt hat, und was sich bewährt hat, wird eben wiederholt, sodass sich die neuronalen Verbindungen immer mehr verstärken. Allmählich werden solche Gewohnheiten immer mehr vom Unbewussten gesteuert. Um aus diesen Gewohnheiten auszubrechen, also diese zu verlernen, braucht es daher Zeit, Ruhe und vor allem das Bewusstsein, solche unerwünschten Gewohnheiten wieder loszuwerden. Eine Möglichkeit ist es, den Auslösereiz mit anderen erwünschten Verhaltensweisen zu verknüpfen, d. h., dem Gehirn neue Möglichkeiten anzubieten, um die alten Verknüpfungen im Gehirn zu ersetzen. Oft hilft es auch, die auslösenden Situationen zu vermeiden und das Umfeld zu verändern.

Literatur

Stangl, W. (2018). Stichwort: ‚Gewohnheit‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: http://lexikon.stangl.eu/6140/gewohnheit/ (2010-02-03)



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© Werner Stangl Linz 2018