Archiv für die Kategorie „Medien“

Bildern als Verstehenshilfe beim Lernen von Texten

Sonntag, 20. Juni 2010

Externe Darstellungen wie Diagramme helfen uns beim Verstehen und somit steigern sie das eigene  Verständnis oder Wissen. Im Gegensatz zum Lernen mit einer Mitschrift muss man auf diese Weise nicht nur die Einzelheit verstehen, sondern das Problem als ganzes analysieren können. Bei der Untersuchung ob Kinder externe Darstellungen anwenden zeigte sich, dass sie diese nicht nur nicht spontan einsetzen können, sondern propositionale Darstellungen wie das Aufschreiben von Stichworten bevorzugen. Um eine Strategie zu erlernen geht man von vier Stufen aus. Die erste Phase, dem Mediationsdefizit, ist der Lernende wegen mangelnder Ausprägung kognitiver Fähigkeit nicht in der Lage eine solch eine Strategie anzuwenden. Bei der zweiten Phase sind zwar die kognitiven Grundlagen gegeben, jedoch mangelt es den Fähigkeiten die Strate auszuführen. Weiteres versucht er gar nicht externe Darstellungen spontan zu erstellen, sondern nur nach Aufforderung. Diese Stufe wird als Produktionsdefizit bezeichnet. Die dritte Phase, Nutzungsineffizienz, beschreibt, dass Bilder zwar spontan generiert werden aber noch immer nicht effizient eingesetzt werden können. Als letzte Stufe wird der kompetente Umgang mit der Strategie beschrieben. Nun kann der Lernende externe Darstellungen spontan erstellen und effizient nutzen (vgl. Seufert & Zander & Brünken, 2007, S. 35).

Experiment 1: Werden Bilder spontan als Verstehenshilfe eingesetzt?

Bei diesem Experiment wurden die 17 Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe hatte den Auftrag den Ausgangstext in irgendeiner Form zu repräsentieren, während die zweite Gruppe explizit darauf hingewiesen wurde die Text grafisch zu veranschaulichen. Bei der Behaltens- und Verstehensleistung waren die Ergebnisse der zweiten Gruppe jeweils signifikant besser. Zusammenfassend kann man für die untersuchte Stichprobe festhalten, dass die Strategie zur Bildnutzung zwar vorhanden war, jedoch nicht spontan eingesetzt wurde, also wie erwartet ein Produktionsdefizit vorliegt (Seufert & Zander & Brünken, 2007, S. 37).

Experiment 2: Einfluss räumlicher Fähigkeiten auf die strategische Nutzung von Bildern

Wie beim ersten Experiment wurden die Probanden wieder in dieselben zwei Gruppen unterteilt, nur gab es diesmal wieder eine Aufteilung in zwei Teile. Der erste bestand jeweils aus Personen mit höheren räumlichen Fähigkeiten und der zweite aus Probanden mit niedrigeren. Das Ergebnis dieses Experimentes teilt sich in zwei Teile. In der Anzahl der Bilder, die erstellt wurden und in die Güte. Die Probanden mit den höheren räumlichen Fähigkeiten wurden weder bei der Bildanzahl noch bei der Güte von der Aufgabenstellung, die Texte grafisch oder nach Belieben zu dokumentieren, beeinflusst. Sie lieferten also in beiden Bereichen immer etwas dieselben Ergebnisse. Personen mit geringeren räumlichen Fähigkeiten wurden was die Anzahl der Grafiken angeht weitaus extremer beeinfluss. Die Qualität hingegen blieb wie bei den Probanden mit höheren räumlichen Fähigkeiten etwas auf gleichem Level (vgl. Seufert & Zander & Brünken, 2007, S. 39).
Die Frage, ob das Generieren von Bildern tatsächlich mit besseren Leistungen einhergeht, kann anhand der Korrelationsergebnisse wie in der ersten Studie für die Verstehensleistung positiv beantwortet werden. Offenbar strukturieren die Bilder die dargestellten Informationen wie erwartet auf globaler Ebene, so dass sie komplexere Zusammenhänge erkennbar machen und so das Verstehen fördern. Die Behaltensleistung bleibt wiederum unbeeinflusst. Generell ist zu bemerken, dass die Instruktion zur Bildnutzung nicht den erwarteten Erfolg erbracht hat. In diesem Bereich sind weitere Experimente unter anderem hinsichtlich der Effizienz und der Effektivität erforderlich (vgl. Seufert & Zander & Brünken, 2007, S. 41).

Verwendete Literatur
Seufert, T. & Zander, S. & Brünken, R. (2007). Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 39.

Zerstörung der Aufmerksamkeit

Sonntag, 6. Juni 2010

Unter dem Titel “Von der Zersplitterung der Informationen” weist Tania Konnerth  in ihrem Zeit zu leben-Newsletter 514 vom 6.6.2010 darauf hin, dass Informationen heute ganz anders aufbereitet werden als noch vor 20 Jahren, denn die Portionen, in denen Fakten und Informationen präsentiert werden, wurden immer kleiner.

In Filmen werden die Schnitte immer kürzer, aber auch Texte in Büchern oder Zeitschriften werden kürzer. Sachbücher werden heute normalerweise mit vielen Zwischenüberschriften, zusammenfassenden Kästchen, und Randnotizen aufbereitet, wodurch man zwar Sachzusammenhänge schnell erfassen und auch leichter behalten kann, aber zu viele Zwischenüberschriften zerfleddern den Text und führen dazu, dass man ihn nur noch oberflächlich liest. Angesichts dieser fragmentierten Reize hat man fast keine Möglichkeit mehr, ruhig auf etwas hinzuschauen, denn unsere Augen finden oft keinen Halt mehr. Das Hauptziel einer solchen Lektüre besteht eher darin, nicht die Orientierung zu verlieren und wenigstens einen gewissen Überblick zu erhalten, was aber auf Kosten der Tiefe und auch der Konzentrationsfähigkeit geht. Unsere Lesegewohnheiten haben sich dadurch so radikal verändert, dass es einem nach solchen Lektüren immer schwieriger fällt, z.B. einen Roman oder auch nur eine Kurzgeschichte im angemessenen Tempo zu lesen – ich selber brauche im Urlaub für die Umstellung auf Ferienlektüre immer einige Tage, vom Überfliegen der Texte aus meinem Berufsalltag zu einer geruhsamen und entspannenden Leseweise zu gelangen.

Man sollte daher versuchen, auch im Alltag immer wieder eine solche kontemplative Lektüre einzuschieben – etwa vor dem Schlafengehen, was in der Regel auch das Abschalten von den Tagesgedanken erleichtert.

Business English Poster

Montag, 3. Mai 2010

Für das Erlernen des Wirtschaftsenglisch gibt es jetzt drei neue Lernposter mit je ca. 900 Redewendungen und Wörtern. Diese drei Poster enthalten weit über 900 englische Wörter und Redewendungen für den täglichen Einsatz in Büro und Wirtschaft. Diese Poster für die Wirtschafts-Profis decken die wichtigsten Phrasen und Wörter ab, die im Handel und in der Wirtschaft verwendet werden und sind unerlässlich für alle, die ihre Business-Korrespondenz in Englisch verfassen müssen. Die Redewendungen und Wörter sind in 8 Hauptkategorien und 39 Unterkategorien sortiert und sofort in der Korrespondenz einsetzbar:

  • Business English I: Korrespondenz-Basics, Anfrage, Angebot, Auftrag, Zahlung, Unregelmäßigkeiten, Material und Vertrieb.
  • Business English II: Projektmanagement, Marketing, Internationaler Handel, Ethik, Messen, Büro, Personal
  • Business English III: Bankwesen, Finanzwesen, Rechnungswesen, Versicherung

Gitarrenskalen

Bestellung der Business-English-Poster

Geldanlagen verständlich erklärt

Sonntag, 2. Mai 2010

23 Bank-Azubis aus mehreren Nürnberger Kreditinstituten haben in sieben Monaten in einem Projekt unter der Leitung von Peter Kührt von der Kaufmännische Berufsschule 4 in Nürnberg eine Website entwickelt, auf der auch für Jugendliche einfache und verständliche Erklärungen aller Geldanlagen zu finden sind, wobei sie sich bei der Auswahl auf solche Anlagen beschränkt haben, die für einen normalen Kleinanleger in Frage kommen.
Auf diesen Seiten findet man alle Erklärungen in Textform und als Kurz-Video, bei einigen besonders komplizierten Anlageprodukten (z.B. Zertifikaten) findet man zusätzlich eine vertonte PowerPoint-Präsentation. Alle Beschreibungen kommen weitgehend ohne Fachbegriffe aus, und wenn solche verwendet werden, werden sie auch erklärt. Ein Selbsttest für Anleger, der nach maximal zehn Fragen sagt, wie man sein Geld anlegen sollte, ergänzt das Gratisangebot dieser auch für alle anderen Geldanleger nützlichen Seite.

Link: http://www.anlage-coach.de/ (10-05-01)

Digitale Demenz

Freitag, 19. März 2010

Bei einer Untersuchung an jüngeren Berufstätigen wurde festgestellt, dass schon mehr als 60% über Vergesslichkeit klagen, etwa sich nicht die eigene Telefonnummer oder die PIN merken, ein Gedicht im Kopf zu behalten oder die Frage “Was habe ich heute Mittag gegessen?”. Als eine der Ursachen für diese Veränderung der Merkfähigkeit wird die steigende Informationsflut vermutet, denn es wurde beobachtet, dass viele Berufstätige alle 11 Minuten im Schnitt ihre Arbeit unterbrechen, um sich anderen Dingen wie Telefonaten oder E-Mails zu widmen. Man wird dadurch aus dem Arbeitsprozess herausgerissen und auch die Konzentration schwindet unter der dauerhaften Belastung. Nicht zu vernachlässigen ist der Zeitverlust, der durch das ständige Suchen entsteht.

Quelle: http://www.lernen-merken-erinnern.de/
wozu-noch-lernen-oder-das-zeitalter-der-digitalen-demenz/ (10-03-18)

Lehrerhandbuch Internet-ABC

Freitag, 12. März 2010

Das Internet-ABC stellt Unterrichtsmaterialien zum Thema “Kinder und Internet” zum Download bereit: als Gesamtpaket oder für einzelne Unterrichtseinheiten.

Das gesamte Lehrerhandbuch

Einzelne Teile des Handbuchs

Einleitung

  • Urkunde (Vorlage, PDF-Dokument, ca. 850 KB)
    Nach der Bearbeitung mehrerer Lernmodule können die Kinder eine Urkunde bekommen, die ihnen die erfolgreiche Teilnahme an den Übungen bescheinigt und sie motiviert, die weiteren Lernmodule zu absolvieren.

Einzelne Unterrichtseinheiten des Handbuchs

Surfen und Internet – So funktioniert das Internet

Achtung! Die Gefahren – Darauf solltest du achten!

  • Werbung und Einkaufen im Internet (900 KB)
    Werbung gibt es auch im Internet – und so manche Werbung hat auch noch negative Begleiterscheinungen. Kinder lernen in diesem Kapitel, wie sie damit umgehen können.

Lesen, Hören, Sehen – Medien im Internet

Mitreden & Mitmachen – Selbst aktiv werden!

Vokabel-Poster für den Grundwortschatz

Donnerstag, 4. März 2010

franzoesischposterEin Vokabel-Poster ist ein Poster (Größe 70 x 100cm) mit 1500 Vokabeln aus dem Grundwortschatz einer Fremdsprache, kann man sich übers Bett, in die Küche oder ins Badezimmer hängen. Jedes Mal, wenn man daran vorbeigeht, schaut man sich mindestens eine Vokabel an. Das kostet viel weniger Überwindung, als sich zum Pauken an den Schreibtisch zu setzten.

Durch die ständige Wiederholung prägen sich die Vokabeln fast von alleine ein. Die Wörter sind Lehrbuch-unabhängig und in Kategorien geordnet. Der Hintergrund des Englisch-Posters ist mit Sehenswürdigkeiten aus London, das Französisch-Poster aus Paris gestaltet.

Ein solches Poster mit dem Grundwortschatz aus Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. kann im Internet unter http://lernposter.lerntipp.at/ bestellt werden.

Für das spielerische Erlernen der ersten englischen Wörter im Kindergarten, in der Vorschule und in der Grundschule gibt es jetzt das Lernposter “My first English words” mit Bildern und den Begriffen in Deutsch und Englisch. Auch für das sichere Erlernen der English irregular verbs im Vorübergehen gibt es jetzt ein eigenes Lernposter.

Computerspiele und Schule

Dienstag, 12. Januar 2010

Computerspiele, Spaß und Spiel müssen nicht unbedingt ein Gegensatz zum schulischen Lernen und zur Schule sein. In der Zeitschrift Medienimpulse 2/ 2009 finden sich interessante Beiträge zu diesem Thema. Ist traditionelle Wissensvermittlung mit einer gemeinsamen Wissensproduktion, der “Weisheit von Vielen” vereinbar? Hier eine Auswahl der Beiträge und einige Informationen dazu:
Konstantin Mitgutsch / Michael Wagner: Gaming the Schools. – Didaktische Szenarien des Digital Game Based Learning
Der Beitrag “Gaming the Schools” eröffnet Einblicke in die Gestaltung und Evaluierung eines österreichisches Pilotprojekts zum Einsatz von Computerspielen in Schulen und erörtert die Chancen und Herausforderungen eines produktiven Einsatzes von digitalen Spielen im Unterricht.
Steffen Malo: Alphabit – ein Lernspiel als Text für funktionale Analphabeten
Im Folgenden wird die Entwicklung eines Lernadventures für funktionale Analphabeten kurz porträtiert und vor dem Hintergrund der Bedeutung der Schriftsprache für die Zielgruppe hinsichtlich seiner Textlichkeit fokussiert.
Ursula Mulley: Schriftspracherwerb am Computer – Chance für Kinder mit Legasthenie
Die Individualität der einzelnen SchülerInnen fordert Pädagogen und Pädagoginnen dazu auf, differenziert zu lehren, dennoch wird oft von LehrerInnen immer noch wie selbstverständlich am Schulbeginn der 1. Klasse zu Schreib- und Leselehrgängen gegriffen. Insgesamt sind diese zwar in den letzten Jahren lebendiger geworden, aber sie enthalten wenige Anteile des freien Schreibens und bringen möglichst Gleiches zur selben Zeit bei. Hierbei wird differenzierter und individueller Schriftspracherwerb sehr schwierig und oft unmöglich. Die Alternative zu dieser restriktiven Wirkung der Fibeln ist es, am Vorwissen der Kinder anzuknüpfen, es zu erweitern und die Bereitschaft zu fördern, in Eigeninitiative und Selbsttätigkeit verschiedene Zugänge zur Schriftsprache zu entdecken. Diesen Ansatz zeigt das im Folgenden beschriebene Projekt für den IMST-Fond der Universität Klagenfurt, durchgeführt in der GEPS-VS, Brünner Straße in 1210 Wien, wo Schriftsprache am Computer erworben wird, auf.

Tim Longerich: Lies es zwischen den Pixeln – Prototypische Textualität in Computerspielen
Sind Computerspiele ‚Text’? Welche Art von Text? Und wo ist eigentlich der Text in Schach?

Axel Maireder / Manuel Nagl: Internet in der Schule, Schule im Internet – Schulische Kommunikationskultur in der Informationsgesellschaft
In einem explorativen Forschungsprojekt wurde die Bedeutung des Internets für schulische Lehr- und Lernprozesse und die Bedeutung der Schule für das Internetnutzungsverhalten Jugendlicher untersucht.

Link: http://www.medienimpulse.at/ausgaben/ausgabe-2-2009 (10-01-12)

EInfluss des Internets auf das Leseverhalten

Donnerstag, 19. November 2009

Forscher des University College London stellten einen negativer Einfluss des Internets auf das Leseverhalten fest, da es zum oberflächlichen Lesen verleitet. Das Lesen gleicht dabei eher einem schnellen Überfliegen als einer gründlichen Lektüre, sodass durch dieses Medium neue Formen des Lesens entstehen. Internbenutzer “powerbrowsen” durch Titel, Inhaltsverzeichnisse und Kurzzusammenfassungen, immer auf der Suche nach dem schnellen “Gewinn”. Es scheint fast, als ob die Menschen online gehen, um das Lesen im herkömmlichen Sinne zu vermeiden.

Siehe dazu Vertieftes Lesen vs scannendes Lesen

World Digital Library

Freitag, 24. April 2009

wdl_logoDie “World Digital Library” (WDL) ermöglicht einen freien und mehrsprachigen Zugang zu bedeutenden digitalisierten Materialien aus vielen Ländern und Kulturen der Welt. Sie beinhaltet unter anderem Manuskripte, Karten, Rara, Musikaufnahmen, Filme, Drucke, Fotografien und architektonische Zeichnungen. Die WDL wurde von der Library of Congress mit finanzieller Unterstützung u.a. der UNESCO entwickelt.

Link: http://www.wdl.org/en/