Zum Thema ‘Fachliteratur’

Bei der Fachliteratur handelt es sich um Empfehlungen des Blogbetreibers.



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Zyklus selbstregulierten Lernens




Traditionell lernen Kinder linear: Input – Speicherung/Verarbeitung – Output. Die Ergebnisse sind meist bescheiden. Sie lassen sich jedoch mit einem zyklischen selbstregulierten Lernen deutlich verbessern. Heidrun Stöger (Universität Regensburg) und Albert Ziegler (Universität Ulm) haben die Überlegenheit der Methode nachgewiesen und in zwei Trainingshandbüchern Lehrern sowie Eltern zugänglich gemacht.

Die pädagogischen Psychologen beschreiben den Zyklus selbstregulierten Lernens:

  • Einschätzung des eigenen Lernstandes und des eigenen Lernens
  • Selbstständiges Setzen von Lernzielen
  • Auswahl geeigneter Lernstrategien zur Erreichung dieser Lernziele
  • Beherrschung der Lernstrategien
  • Überwachung des eigenen Lernprozesses
  • Selbstständige Korrektur ineffektiver Lernprozesse
  • Abschätzung des Lernertrags

Bei diesen Teilkompetenzen handelt es sich um die einzelnen Schritte eines Lernzyklus. Mit der Abschätzung des Lernertrags schließt sich ein Zyklus selbstregulierten Lernens und ein weiterer Zyklus kann durchlaufen werden. Dieser beginnt wieder damit, dass die Lernenden erneut ihren Lernstand einschätzen und ein weiteres Ziel ins Auge fassen.
Jedes Durchschreiten des Lernzyklus dient somit nicht nur dem Erreichen des Lernziels, sondern verbessert gleichzeitig auch die Lernkompetenz.
Die Psychologen sehen zusätzlich gute Wirkungen für das Selbstvertrauen, den Angstabbau und die Arbeitsfreude.

Menschen und Tiere lernen einerseits, wenn sie für ihr Verhalten belohnt werden, andererseits aber auch dann, wenn sie eine Belohnung lediglich erwarten, wobei eine Belohnung nicht unbedingt Materielles sein muss, sondern auch Lob und soziale Interaktionen umfasst. Im Alltag eignen sich Menschen häufig neues Wissen an, ohne dafür belohnt zu werden, d. h., wobei unbelohntes Lernen im Gehirn dennoch zu stabilen Gedächtnisinhalten führt. Neuere Untersuchungen (Ripollés et al., 2016) zeigen, dass wenn das menschliche Gehirn von außen kein belohnendes Feedback erhält, es in der Lage ist, die fehlende äußere Belohnung durch ein inneres Signal zu simulieren und so dieses Lernen neuer Informationen selbstgesteuert zu verstärken. Insgesamt zeigen die Ergebnisse dieser Studie, dass selbstgesteuertes Lernen die Belohnungsgedächtnisschleife des Gehirns anschalten kann. Allerdings ist unklar, wann selbstgesteuertes Lernen etwa eine bessere Lernmethode darstellt als ein Lernen, das auf externes Feedback und Belohnung baut, bzw. unter welchen Bedingungen externe und interne Belohnungsstrategien beim Lernen optimal ineinandergreifen.

Literatur

Ripollés, P., Marco-Pallarés, J., Alicart, H., Tempelmann, C., Rodríguez-Fornells, A. & Noesselt, T. (2016;5). Intrinsic monitoring of learning success facilitates memory encoding via the activation of the SN/VTA-Hippocampal loop. eLife, doi.org/10.7554/eLife.17441.



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Supervision für Studierende




Die Studienzeit bedeutet für viele Studierende Unsicherheit und Stress. Leistungsdruck, Zeitnot und emotionale Belastungen führen leicht zu Überforderung und Frust, nicht selten sogar zum Studienabbruch.

Alexandra Peischer untersucht und beschreibt die Einsatzmöglichkeiten und Chancen von Supervision für Studierende, wobei sich m Rahmen eines Forschungsprojekts an der Universität Innsbruck Gruppensupervision als höchst effiziente Begleitung für Studierende erwies. Als Gegenpol zur Anonymität des Hochschulbetriebs schafft sie einen geeigneten Rahmen für vertrauensvollen Austausch und gibt damit Orientierungshilfe sowie Hilfe zur Selbsthilfe in Bezug auf studentische Problem- und Fragestellungen. Gruppensupervision bietet zudem ein geeignetes Übungsfeld für das Lernen in Gruppen, was besonders für zukünftig in pädagogischen Arbeitsfeldern Tätige unerlässlich scheint. Tendenziell konnte eine höhere Studienzufriedenheit sowie die Entwicklung bzw. Erweiterung von persönlichen und sozialen Kompetenzen nachgewiesen werden. Supervision als innovative Beratungsform für Studierende leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen der universitären Ausbildung.

Siehe dazu Praktische Lerntipps fürs Studium



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Bilder als Verstehenshilfe beim Lernen von Texten




Externe Darstellungen wie Diagramme helfen uns beim Verstehen und somit steigern sie das eigene Verständnis oder Wissen. Im Gegensatz zum Lernen mit einer Mitschrift muss man auf diese Weise nicht nur die Einzelheit verstehen, sondern das Problem als ganzes analysieren können. Bei der Untersuchung ob Kinder externe Darstellungen anwenden zeigte sich, dass sie diese nicht nur nicht spontan einsetzen können, sondern propositionale Darstellungen wie das Aufschreiben von Stichworten bevorzugen. Um eine Strategie zu erlernen geht man von vier Stufen aus. Die erste Phase, dem Mediationsdefizit, ist der Lernende wegen mangelnder Ausprägung kognitiver Fähigkeit nicht in der Lage eine solch eine Strategie anzuwenden. Bei der zweiten Phase sind zwar die kognitiven Grundlagen gegeben, jedoch mangelt es den Fähigkeiten die Strate auszuführen. Weiteres versucht er gar nicht externe Darstellungen spontan zu erstellen, sondern nur nach Aufforderung. Diese Stufe wird als Produktionsdefizit bezeichnet. Die dritte Phase, Nutzungsineffizienz, beschreibt, dass Bilder zwar spontan generiert werden aber noch immer nicht effizient eingesetzt werden können. Als letzte Stufe wird der kompetente Umgang mit der Strategie beschrieben. Nun kann der Lernende externe Darstellungen spontan erstellen und effizient nutzen (vgl. Seufert & Zander & Brünken, 2007, S. 35).

Experiment 1: Werden Bilder spontan als Verstehenshilfe eingesetzt?

Bei diesem Experiment wurden die 17 Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe hatte den Auftrag den Ausgangstext in irgendeiner Form zu repräsentieren, während die zweite Gruppe explizit darauf hingewiesen wurde die Text grafisch zu veranschaulichen. Bei der Behaltens- und Verstehensleistung waren die Ergebnisse der zweiten Gruppe jeweils signifikant besser. Zusammenfassend kann man für die untersuchte Stichprobe festhalten, dass die Strategie zur Bildnutzung zwar vorhanden war, jedoch nicht spontan eingesetzt wurde, also wie erwartet ein Produktionsdefizit vorliegt (Seufert & Zander & Brünken, 2007, S. 37).

Experiment 2: Einfluss räumlicher Fähigkeiten auf die strategische Nutzung von Bildern

Wie beim ersten Experiment wurden die Probanden wieder in dieselben zwei Gruppen unterteilt, nur gab es diesmal wieder eine Aufteilung in zwei Teile. Der erste bestand jeweils aus Personen mit höheren räumlichen Fähigkeiten und der zweite aus Probanden mit niedrigeren. Das Ergebnis dieses Experimentes teilt sich in zwei Teile. In der Anzahl der Bilder, die erstellt wurden und in die Güte. Die Probanden mit den höheren räumlichen Fähigkeiten wurden weder bei der Bildanzahl noch bei der Güte von der Aufgabenstellung, die Texte grafisch oder nach Belieben zu dokumentieren, beeinflusst. Sie lieferten also in beiden Bereichen immer etwas dieselben Ergebnisse. Personen mit geringeren räumlichen Fähigkeiten wurden was die Anzahl der Grafiken angeht weitaus extremer beeinfluss. Die Qualität hingegen blieb wie bei den Probanden mit höheren räumlichen Fähigkeiten etwas auf gleichem Level (vgl. Seufert & Zander & Brünken, 2007, S. 39).
Die Frage, ob das Generieren von Bildern tatsächlich mit besseren Leistungen einhergeht, kann anhand der Korrelationsergebnisse wie in der ersten Studie für die Verstehensleistung positiv beantwortet werden. Offenbar strukturieren die Bilder die dargestellten Informationen wie erwartet auf globaler Ebene, so dass sie komplexere Zusammenhänge erkennbar machen und so das Verstehen fördern. Die Behaltensleistung bleibt wiederum unbeeinflusst. Generell ist zu bemerken, dass die Instruktion zur Bildnutzung nicht den erwarteten Erfolg erbracht hat. In diesem Bereich sind weitere Experimente unter anderem hinsichtlich der Effizienz und der Effektivität erforderlich (vgl. Seufert & Zander & Brünken, 2007, S. 41).

Verwendete Literatur
Seufert, T. & Zander, S. & Brünken, R. (2007). Bilder als Verstehenshilfe beim Lernen von Texten.
Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 39.



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© Werner Stangl Linz 2019