Zum Thema ‘Elternwissen’



Lerntechniken früh erlernen




Die meisten Probleme, die Schüler in der Schule haben, liegen nicht darin begründet, dass sie den Lernstoff geistig nicht verarbeiten können, sondern darin, dass sie nicht richtig lernen und dass der Lernstoff nicht immer zu ihrer Art des Lernens passt. Eltern oder LehrerInnen sollten die Kinder beim Lernen beobachten und die Reflexion des eigenen Lernens bei Kindern altersgemäß anregen. Verbesserungen liegen oft darin, dass Kinder den Lernstoff schneller und effektiver aufnehmen und verarbeiten können, aber auch darin, dass der Lernstoff langfristig abgespeichert bleibt, wofür Lern- und Wiederholungstechniken notwendig sind. Verbesserungen in den Lerntechniken sorgen in der Regel für bessere Noten und dadurch für Erfolgserlebnisse, die dann wiederum die Kinder zusätzlich motivieren. Nicht zuletzt durch die neuen Medien beobachtet man bei manchen Kindern eine kürzere Konzentrationsfähigkeit und auch die fehlende Bereitschaft, sich tiefergehend und ausdauernd auch mit schwierigen Aufgaben auseinanderzusetzen. Aufgabe der Eltern ist vor allem, Kindern den Druck zu nehmen, Verständnis zu zeigen und nie zu vergessen, was es überhaupt bedeutet, Schüler oder Schülerin zu sein. Fördern und fordern ist dabei eine sicher richtige Sstrategie, wobei eine gute Balance aus Vereinbarungen, die das Lernen betreffen, und Freiräumen, in denen die Schule keine Rolle spielt, oft das erfolgreichste Konzept darstellt. Es hat sich gezeigt, dass je früher SchülerInnen beginnen, die richtigen Lern- und Arbeitstechniken einzusetzen, also strukturiert und geordnet an einen Lernstoff heranzugehen, desto besser ist es, denn spätestens in der vierten Klasse der Grundschule sollten SchülerInnen über ein Repertoire an Techniken verfügen, mit denen sie weitgehend selbst ihren Schulalltag bewältigen, wobei es dennoch nie zu spät ist, das richtige Lernen zu lernen.



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Eltern fragen: Wie lernen Kinder zu Hause richtig?




Lernen findet nach Meinung von Lern-Experten immer in Beziehungen statt und je mehr Sinne dabei genutzt werden, desto besser. Positive Gefühle sollten beim Lernen möglichst lange erhalten bleiben. Eltern sollten ihre Erwartungen dem Leistungsvermögen ihrer Kinder anpassen, denn erreichte Erwartungen erzeugen Freude über Gelungenes und nicht Enttäuschung. Auch gegen Lernen im Stehen spricht nichts. Pausen, die nur kurz andauern und nicht zum Ausstieg aus dem Thema führen, sollten auch öfter gemacht werden. Zum gelingenden Lernen trägt auch eine ruhige Umgebung ohne Radio oder TV oder Handy bei. Erforderlich ist es, nach einer Lerneinheit mindestens eine halbe Stunde auf Fernsehen zu verzichten, denn sonst ist alles Lernen vergeblich.

Siehe dazu Lerntipps für Eltern – http://eltern.lerntipp.at/tipps.shtml

Nach einem Bericht des Schwarzwälder Boten vom 10. April 2017



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Warum Rechnen und Mathematik unbeliebt sind




Rechnen und Mathematik sind bei vielen Kindern ziemlich unbeliebt, was daran liegt, dass in der Schule der Mathematikunterricht nur selten greifbar oder interessant ist, denn und trockene und alltagsferne Aufgaben unterstützen nicht gerade die Motivation. Oft beginnt hier eine Negativspirale schon im Elternhaus, wenn nicht wenige Eltern bei jeder Gelegenheit betonen, wie schwierig und unangenehm Rechnen und Mathematik doch ist. Untersuchungen zeigen auch, dass sich eine negative Einstellung der Eltern zu Mathematik auch auf die Kinder übertragen kann.

Doch auch die Schule übt in den ersten Jahren oft auch nur Rechenprozesse, d. h., eine lebensnahe Mathematik findet auch in der Schule kaum oder nur sehr abstrakt statt. Dabei wäre es schon in frühen Jahren besonders leicht, eine lebensnahe Mathematik in den Alltag von Kindern einzubauen. wobei zahlreiche Themenbereiche der ersten Schuljahre wie Mengen, Zahlen und Ziffern, Geometrie oder Sortieren und Klassifizieren überall im Alltag auftauchen, ob in der Küche beim Backen oder Kochen, beim Aufräumen oder beim Weckerstellen. Dabei kann man im Alltag Kinder ohne große Anstrengung ganz spielerisch unterstützen, ein positives Bild der Mathematik und des Umgangs mit Zahlen überhaupt zu vermitteln: Stufen zählen, Zutaten beim Kochen oder Backen abmessen und abwiegen, zusätzlich die Mengen schätzen, die Wohnungsgröße überprüfen, Lebensmittel wie Obst, Pizza oder Kuchen halbieren, vierteln, achteln, beim Spazierengehen von Autokennzeichen die Quersummen bilden, Gegenstände und Entfernungen mit einem Maßband abmessen, beim Einkaufen die Summe der bisher gekauften Artikel überschlagen oder das Wechselgeld ausrechnen, die Restaurantrechnung an Hand der Speisekarte überprüfen, Bus- oder Bahnfahrpläne lesen und Fahrtdauer ausrechnen usw.

Auch viele Gesellschaftsspiele wie Mensch-ärgere-dich-nicht, Domino oder andere Kartenspiele fördern das mathematische Verständnis, denn dazu muss man etwa die Augenzahl auf dem Würfel oder dem Dominostein ablesen und zusammenzählen, vorzurückende Felder abzählen oder gleiche Ziffern erkennen. Auch beim Basteln kann beim Zeichnen, Berechnen und Messen der Umwelt ein greifbarer und fundierter Sinn für mathematische Berechnungen aufgebaut werden, wobei gerade solche mathematische Erfahrungen bei kreativen Tätigkeiten wesentlich nachhaltiger und anschaulicher abgespeichert werden als bei trockenen Textaufgaben aus dem Lehrbuch. Schließlich kann im Zusammenhang mit dem Taschengeld nicht nur der Umgang mit Geld erlernt werden, sondern auch das Rechnen, beim Eintragen von Geburtstagen, Festen und wichtige Terminen in einen Kalender lernt ein Kind nicht nur die Reihenfolge der Wochentage, Monate und Jahreszeiten, sondern bekommt ein Gefühl für den Umgang mit der Zeit. Wer weiß schon, wieviele Tage er bisher gelebt hat, wieviele Stunden, wieviele Atemzüge im Durchschnitt jemand an einem Tag macht, wie oft das Herz in einer Woche geschlagen hat? Oder ob der Blutdruck bei der Oma gestiegen oder gefallen ist, wie hoch das Fieber bei einer Erkrankung gestiegen ist, um wieviele Zentimeter man im letzten Jahr gewachsen ist …

Grotesk-Zynisches zu Alltagsmathematik: In den Schulbüchern des Islamischen Staates werden „ABC-Schützen“ – hier im wahrsten Sinn des Wortes – mit folgenden „Alltagsaufgaben“ in Mathematik unterrichtet: „Ein Panzer und ein Panzer ergeben zwei Panzer.“ – „Wenn der Islamische Staat 600 Helden in eine Schlacht wirft und die Ungläubigen haben 200, wer hat dann mehr Soldaten?“ – „Wie viele Kugeln kannst du für einen Ungläubigen verwenden?“ – „Wenn du 42 Kugel hast, um auf sieben Ungläubige zu schießen, wie viele kannst du für einen verwenden?“
Quelle: Heute vom 12. März 2017

Auch nicht-numerische Basiskompetenzen müssen früh gefördert werden

Damit Kinder später keine Probleme in Mathematik bekommen, sollte schon im Elternhaus und im Kindergarten eine altersgemäße kognitive Entwicklung gefördert werden, wobei neben den mathematischen Kompetenzen auch eine Entwicklung der nicht-numerischen Basiskompetenzen wichtig ist. Dazu zählen grundlegende Fähigkeiten wie etwa das Gedächtnis, die akustische und visuelle Wahrnehmung, das Konzentrationsvermögen und die Raumorientierung. Studien zeigen, dass die nicht-numerischen Basiskompetenzen eng mit den grundsätzlichen mathematischen Fähigkeiten zusammenhängen, denn das isolierte Üben mathematischer Kompetenzen ist wenig förderlich, wenn nicht gleichzeitig auch Übungen zur Raumorientierung gemacht werden. Wenn man Kinder schon früh mit Mengen, Formen und Zahlen umgehen lässt, dann fällt es ihnen nicht schwer, ein Verständnis für Logik, Geometrie und abstraktes, mathematisches Denken zu entwickeln.



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© Werner Stangl Linz 2018