‘Buchempfehlung’

Buchempfehlungen stammen aus der praktischen Lehre des Blogbetreibers.



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Im Unterricht mitschreiben

Donnerstag, Mai 19th, 2016



Ziel einer Unterrichtsmitschrift ist nicht, alle Worte des Unterrichtsgesprächs zu notieren. Nicht selten wird dies jedoch versucht, werden die Seiten Zeile für Zeile gefüllt, so dass das Zuhören leidet, weil wie bei einem Diktat geschrieben wird. Zuhören im Unterricht bedeutet aber auch Mitdenken, und genau hier kann eine Mitschrift hilfreich wirken. Einige Richtlinien können Ihnen dabei helfen, das Gehörte sinnvoll strukturiert zu Papier zu bringen:

Schreiben Sie erst dann, wenn ein Sinnabschnitt beendet ist, denn wer zu früh schreibt und Gedanken hierbei selbst zu Ende denkt, kann zu anderen Ergebnissen kommen als der Vortragende. Damit die Mitschrift tatsächlich den Tenor des Unterrichtsgesprächs trifft, sollte man eigene Ergänzungen kennzeichnen.

Fassen Sie die Hauptgedanken stichwortartig zusammen und schreiben Sie keinesfalls ganze Sätze wortwörtlich mit, denn das ist schier unmöglich, es sei denn, man kann stenographieren, und ist auch nicht nötig, denn eine Mitschrift soll nicht dokumentieren.

Kürzen Sie Wörter sinnvoll ab, doch Abkürzungen haben nur dann Sinn, wenn sie auch später noch verständlich sind. Daher empfiehlt es sich, über die ohnehin gängigen Abkürzungen (z. B. für ‚zum Beispiel‘, d. h. für ‚das heißt‘ und u. für ‚und‘, usw. für ‚und so weiter‘ etc.) hinaus Endsilben zu tilgen oder zu kürzen (z.B. -ung durch -g ersetzen, -lich durch -l. u. ä.). Schlüsselwörter können, nachdem sie als solche wahrgenommen sind, durch selbstdefinierte Siglen (feste Abkürzungszeichen) ersetzt werden. Geht es beispielsweise in einem Vortrag um den Expressionismus, kann das Wort im folgenden durch ein einfaches ‚E‘ ersetzt werden.

Notieren Sie Namen und Begriffe möglichst vollständig, um sie auch später noch schnell nachschlagen zu können, denn selbst ein sparsam angewendetes Abkürzungsverfahren empfiehlt sich bei Namen und neu eingeführten Termini, die nur selten vorkommen, nur in begrenztem Maße: Unbekannte Namen und Fachbegriffe sollten nicht abgekürzt werden, da dies das Wiederauffinden in der Fachliteratur unnötig erschwert selbst bei ausgeschriebenen Namen bleibt die Hürde der Schreibung.

Ordnen Sie Ihre Stichwörter auf dem Papier in nicht-linearer Folge so an, dass Zusammenhänge und Beziehungen deutlich werden. Dieses Schreibverfahren hält den Schreiber davon ab, entgegen guter Vorsätze doch ganze Sätze zu schreiben. Darüber hinaus kann mit Hilfe von Pfeilen oder ähnlichen zusätzlichen Zeichen der Zusammenhang zwischen einzelnen Gedanken eingetragen werden. Das Ergebnis einer Mitschrift nach diesem Muster sieht ähnlich aus wie ein Tafelbild – an einigen Stellen vielleicht ausführlicher. Beim Wiederlesen wird auf den ersten Blick demjenigen, der es gehört hat, die Struktur des Unterrichtsgesprächs deutlich, d. h., wenn eine solche Mitschrift einem Fremden nicht alles erläutert, ist das natürlich.

Lassen Sie beim Schreiben auf dem Papier Raum für nachträgliche Ergänzungen, denn häufig kreisen die Argumente eines Vortrags um wenige Kerngedanken. Da Sie die Gesamtaussage eines Unterrichtsgesprächs festhalten und nicht ihren Verlauf dokumentieren wollen, ist es günstiger, die Stichworte logisch und nicht chronologisch anzuordnen.

Notieren Sie Zitatbelege und Literaturhinweise sorgfältig, denn die Mitschrift sollte auch die Anregungen aufgreifen, die in einem Unterrichtsgespräch gegeben werden. Dabei liegt es in Ihrem Ermessen, ob Sie nur die Zitate, die das Unterrichtsgespräch tragen, oder auch ergänzende Lektüreempfehlungen des Vortragenden notieren oder ob Sie ausschließlich das, was Ihnen lesenswert erscheint, aufschreiben.

Eine Mitschrift ist individuell und kann bei allen Lernenden verschieden aussehen. Grundsätzlich gilt die Regel, dass weniger mehr ist, denn umfangreichere Mitschriften sind wenig übersichtlich und erschweren eine schnelle Orientierung.

Eine gute Mitschrift erleichtert das Mitdenken, denn sie hält nicht nur Haupt- und Nebenargumente und die Beziehungen, in die der Redner sie stellte, auf dem Papier fest, sondern fügt eigene, ergänzende oder kontroverse Kommentare ein. Wenn Sie so dokumentieren, sind Sie bei der Diskussion stets im Bilde, ob als Redner oder Zuhörer, und können die Diskussionsbeiträge beurteilen.

Siehe dazu auch die Mitschrift im Studium.

Literatur
Bünting, Karl-Dieter (1999). Schreiben im Studium. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.



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Lernen – 20 Szenarien aus dem Alltag

Samstag, November 14th, 2015



Wer immer es mit Lernen, aber auch mit Lehren, Instruieren und Erziehen zu tun hat, erfährt in diesem Buch, wie Lernen im Alltag erfolgt und unter welchen Bedingungen tatsächlich Verhaltensänderungen erlernt oder neue Wissensstrukturen erworben werden können.
Wenn Sie sich dafür interessieren, warum sich Kinder vor weißen Ärztekitteln fürchten, warum ein Schüler ein Störenfried bleibt oder wie man mit drei Bällen jongliert, möglichst viel Wissen aus einem Buchkapitel herausholt, Dreieckskonstruktionen leichter zustande bringen, Streichholzrätsel lösen oder Schachspielen lernen kann, dann ist Ihr Griff zum Buch «Lernen» genau richtig. Sie erhalten nicht nur Antworten auf die oben gestellten Fragen, sondern eine moderne Einführung in die Psychologie des Lernens anhand von 20 Szenarien aus dem Alltag.
Das Buch eignet sich vortrefflich als Text für entsprechende Lehrveranstaltungen; die eingebauten didaktischen Lernhilfen aber, beispielsweise die vorausgeschickten wesentlichen Begriffe des jeweiligen Kapitels oder die «Memos» am Ende jedes Kapitels, machen das Buch auch geeignet für ein Selbststudium.



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Aufmerksamkeit als Grundlage des Lernens

Samstag, Mai 17th, 2014



Im Alltag ist es oft schwierig, seine Aufmerksamkeit gegen Ablenkungen zu verteidigen, denn im Gehirn konkurrieren zwei fast unabhängigen mentalen Systemen. Die unteren, älteren Gehirnareale reagieren auf sensorische und emotionale Reize, während im vorderen Hirnteil hingegen diese Impulse kontrolliert und bewussten Zielen untergeordnet werden. Da das alte Gehirn schneller und energieeffizienter arbeitet, trägt es meist den Sieg davon, d. h., man gibt doch noch seiner Bequemlichkeit nach oder lässt sich durch etwas vom Gespräch ablenken.

Konzentration ist auch für das Wohlbefinden unentbehrlich, wobei Willenskraft ganz unabhängig vom Intelligenzquotienten oder der sozialen Herkunft letztlich über den Erfolg entscheidet. Dabei sind drei Arten von Aufmerksamkeit entscheidend: Die Konzentration auf sich selbst, auf andere und auf das System, das einen umgibt.

Es gibt zahlreiche Übungen, mit denen man sein Konzentrationsvermögen verbessern kann. Je besser die Konzentrationsfähigkeit ist, desto stärker auch die neuronale Verankerung des Aufzunehmenden im Gehirn. Untersuchungen zeigen, dass es sich lohnt, schon früh im Leben mit dem Training zu beginnen, denn Kinder, die sich in Selbstbeherrschung üben, profitieren ihr Leben lang davon.



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© Werner Stangl Linz 2018