Archiv für die Kategorie „Buchempfehlung“

Supervision für Studierende

Dienstag, 24. August 2010

Die Studienzeit bedeutet für viele Studierende Unsicherheit und Stress. Leistungsdruck, Zeitnot und emotionale Belastungen führen leicht zu Überforderung und Frust, nicht selten sogar zum Studienabbruch.

Alexandra Peischer untersucht und beschreibt die Einsatzmöglichkeiten und Chancen von Supervision für Studierende, wobei sich m Rahmen eines Forschungsprojekts an der Universität Innsbruck Gruppensupervision als höchst effiziente Begleitung für Studierende erwies. Als Gegenpol zur Anonymität des Hochschulbetriebs schafft sie einen geeigneten Rahmen für vertrauensvollen Austausch und gibt damit Orientierungshilfe sowie Hilfe zur Selbsthilfe in Bezug auf studentische Problem- und Fragestellungen. Gruppensupervision bietet zudem ein geeignetes Übungsfeld für das Lernen in Gruppen, was besonders für zukünftig in pädagogischen Arbeitsfeldern Tätige unerlässlich scheint. Tendenziell konnte eine höhere Studienzufriedenheit sowie die Entwicklung bzw. Erweiterung von persönlichen und sozialen Kompetenzen nachgewiesen werden. Supervision als innovative Beratungsform für Studierende leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen der universitären Ausbildung.

Siehe dazu Praktische Lerntipps fürs Studium

Warum Kinder lernen

Dienstag, 4. Mai 2010

Jedes Kind kommt prinzipiell neugierig und wissbegierig zur Welt, wobei Kinder immer und überall lernen, allerdings nicht willentlich gesteuert, sondern vor allem unbewusst. Das menschliche Gehirn ist von Natur aus darauf ausgerichtet, immer lernen zu wollen, d.h, es kann gar nichts anderes als lernen. Allerdings funktioniert das Gedächtnis von Kindern, vor allem wenn es um das frühe Lernen geht, nach ganz eigenen Gesetzen, da das kindliche Gehirn nicht die Informationen einfach nur speichert, sondern diese immer zuerst automatisch prüft und hinsichtlich ihrer Bedeutung in einer aktuellen Situation interpretiert, wobei jede neue Information einige Hürden überwinden muss, bevor sie das Kurzzeitgedächtnis aufnimmt. Wenn sich das Gehirn dagegen entscheidet, dann ist das reiner Selbstschutz, denn das Gehirn ist ein ökonomisches Organ, das alle Außenreize, Informationen und alltägliche Kleinigkeiten auf deren Relevanz hin untersucht, um nicht wegen einer grenzenlosen Reizüberflutung handlungsunfähig zu bleiben.
Wenn Kinder später unmotiviert im Unterricht sitzen, hat das gute Gründe, denn der Lernraum Schule ist meist durch Misserfolge, ein schlechtes Verhältnis zum Lehrer oder zu den Klassenkameraden negativ besetzt. Diese negative Einstellung ist eine schlechte Lernbasis, denn das Gehirn reduziert sein Leistungsvermögen und verweigert sich den lernfördernden Reizen und verliert an Assoziationskraft. Kinder lernen schließlich nur dann erfolgreich, wenn ihnen die Lerninhalte, das Lernumfeld und die Lernmethoden Spaß machen. Viele Eltern glauben, ihr Kind mit Belohnungen für das Lernen motivieren zu müssen, doch Belohnungen bewirken oft das Gegenteil, denn das in Aussicht gestellte Geschenk hindert das Kind daran, sich selbst zu motivieren. Allmählich werden Spaß, Wohlgefühl und mögliche innere Zufriedenheit als Motivatoren verdrängt und das Streben auf die äußere Belohnung gelenkt. Überdies nutzen sich solche äußeren Anreize schnell ab. Damit wird die von Geburt an vorhandene Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, binnen kurzem zerstört. Schließlich lernt ein Kind nicht Laufen, weil es die Eltern mit etwas dafür belohnen, sondern weil es laufen können möchte und jeder kleine Erfolg von ein paar Schritten Belohnung genug ist. Vor allem unerwartete Erfolge, die entsprechend gewürdigt werden, prägen sich als positive Erlebnisse ein und dienen als Motivation für die Zukunft. Hirnforscher haben nachgewiesen, dass Emotionen beim Lernen eine entscheidende Rolle spielen, und eine Gedächtnisbildung ohne Emotionen gar nicht möglich ist.

Entstanden unter Verwendung von
Roedenbeck, Maja (2010). Gedächtnis-Genies: So lernen Kinder.

http://www.urbia.de/magazin/schulkind/schule-und-lernen/

gedaechtnis-genies-so-lernen-kinder (10-05-04)

Lernen zu lernen

Samstag, 16. Januar 2010

Wer wirkungsvoll lernen will, findet im neu aufgelegten Buch von Metzig & Schuster die richtige Lernmethode für seinen Lernstoff. Jede Lerntechnik wird so beschrieben, dass man sie direkt anwenden kann. Ihre Wirkungsweise wird auf dem Hintergrund der Gedächtnispsychologie erklärt und ihre Wirksamkeit anhand von wissenschaftlichen Studien bewertet. Hinweise zur erfolgreichen Prüfungsvorbereitung sind ebenso enthalten wie Hilfen zum Umgang mit der Angst vor Misserfolgen und mit Lernblockaden. In der neuen Auflage behandeln die Autoren in einem neuen Kapitel interaktive Lernangebote im Internet, von Sprachlernprogrammen über Prüfungsfragen für Studenten bis zu Lernspielen für Schüler. Darüber hinaus wurden neue wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt.

Themen sind z.B.: Wie das Gedächtnis arbeitet.- Lernverhalten.- Bildhafte Vorstellungen.- Lerntechniken für Zahlen, Buchstaben und Namen.- Organisation des Lernstoffs.- Tiefe der Verarbeitung.- Lernen durch Analogiebildung.- Suggestopädie/Superlearning.- Lernen, Angst und Kränkung.- Lernprodukte und Nützliches im Internet.- Lernen aus Büchern, lernen im Leben.

Lernpower-Konzept von Verena Steiner

Mittwoch, 6. Januar 2010

Ab 4. Januar 2010 erscheint jeweils montags im Zürcher «Tages-Anzeiger» eine Lernpower-Kolumne von Verena Steiner, in der in 52 Folgen Studierende und Lernende jeden Alters Woche für Woche angeregt werden sollen, ihre Lerngewohnheiten zu überdenken, sie zu optimieren und mehr und mehr an Lernpower zu gewinnen – das heißt, fortan motivierter, effizienter und mit mehr Selbstvertrauen zu lernen, die Dinge besser zu behalten und rascher abzurufen sowie darüber hinaus sein Lern-Know-how stetig auszubauen. Das Lernpower-Konzept von Verena Steiner umfasst drei ineinander greifende Ebenen:

  • Aktives Lernen (Mikroebene), die Ebene der Wissensaneignung. Der Stoff soll möglichst aktiv angegangen, erarbeitet und gespeichert werden um schliesslich als flexibel einsetzbares Wissen verfügbar zu sein.
  • Selbstmanagement (Metaebene), die Ebene der Steuerung. Das Lernen will nicht nur aus der souveränen Distanz der Metaebene reflektiert und gesteuert sein; es gilt aus dieser Perpektive auch, für eine positive Einstellung zu sorgen, dem Lernen Freude abzugewinnen und sich immer wieder neu zu motivieren.
  • Exploratives Lernen (Makroebene), die Ebene der Weiterentwicklung. Explorieren heisst erforschen, auskundschaften und ausprobieren: Explorative Lernerinnen und Lerner erforschen ihre Lernmethoden und sich selbst. Durch Beobachten, Reflektieren und spielerisches Experimentieren gelingt es ihnen, ihr Tun zu optimieren und ihre Kompetenzen stetig auszubauen und weiter zu entwickeln.

Die 52 Folgen bilden einen einjährigen Lehrgang, der als Lernspirale mit fünf Runden aufgebaut ist. Die erste Runde bildet die Anwärmphase: Den Leserinnen und Lesern soll zunächst Lust aufs Lernen, aufs Verbessern ihres Lernens und auf mehr Lernpower vermittelt werden. Jede der drei Ebenen des Lernpower-Konzepts wird mit Hilfe einer praktischen Anwendung erläutert und als Übung ausprobiert. Die persönlichen Erfahrungen mit den Übungen werden auf dem Messageboard ausgetauscht und nach zwei Wochen in der Kolumne kommentiert.

In der zweiten Runde bis Ende Frühlingssemester liegt der thematische Schwerpunkt auf der Ebene des aktiven Lernens: Zuhören, Notizen machen und Lesen werden als wichtige Grundkompetenzen des Lernens unter die Lupe genommen und an Hand der Übungen exploriert und optimiert.

Während den grossen Sommerferien soll die Kolumne vor allem auch diejenigen begleiten, die sich auf große Prüfungen vorbereiten müssen. «Das Lernprojekt und sich selbst managen» wird das große Thema in Text und Übungen der dritten Runde sein.

Zu Beginn des Herbstsemesters wird nochmals auf die Mikroebene des Lernens eingegangen. Das Lernen und seine Teilprozesse sollen in dieser Runde exploriert und der Gewinn der aktiven Herangehensweisen noch besser verstanden werden.

In der letzten Runde bis zum Jahresende gilt es dann, sich auf allen drei Ebenen zu bewegen, mit dem Üben dran zu bleiben und die gewonnene Lernpower stetig weiter zu entwickeln.

Link: http://www.tagesanzeiger.ch/leben/dossier/dossier2.html?
dossier_id=433 (10-01-06)

Selbstreguliertes Lernen

Mittwoch, 6. Januar 2010

Ein wesentlicher Teil des Lernens findet nicht in der Schule, sondern zu Hause statt, sodass ein großer Bedarf an praktikabler Strategie für das Lernen nach dem Unterricht vorhanden ist. Hausaufgaben laufen häufig noch nach dem alten Muster ab: Die Lehrer geben den Schülern genau definierte Aufgaben vor, welche die Kinder stur abarbeiten. Gegenüber dieser passiven Lernhaltung sollte eine aktive Lernhaltung erreicht werden, die dem erhöhten Anforderungsgehalt des schulischen Lernstoffes gerecht wird. Die Schüler müssten als Manager ihrer selbst die Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Sowohl die Ziele als auch die Strategien sollten von ihnen selbst bestimmt werden. Ihre Lernkompetenz und -entwicklung muss von ihnen selbst laufend eingeschätzt und überprüft werden. Das häusliche Lernen sollte dabei nach einem siebenstufigen Zyklus ablaufen:

  • Selbst-Evaluation
  • Setzung von Lernzielen
  • Strategieplanung
  • Strategieeinsatz
  • Strategieüberwachung
  • Strategieanpassung
  • Ergebnisbewertung.

LehrerInnen fungieren demgemäß eher als Coach und Lernconsultant, die dem Schüler nicht nur Feedback zu seinen Lernergebnissen, sondern auch zu seinen Lernstrategien geben sollten. Ein Rollenwechsel der LehrerInnen soll dazu führen, dass die Schüler nicht mehr für die Lehrer lernen, sondern aus eigener Motivation heraus für die von ihnen selbst vorgegebenen Lernziele.

Grundlagen des Lernens für Seminarleiter

Montag, 21. Dezember 2009

Jens Uwe Martens legt mit dem Buch “Verhalten und Einstellungen ändern” eine Einführung in die Psychologie des Lernens vor, die sich vor allem an Leiter von Seminaren aber auch an Lehrerinnen und Lehrer wendet. Lernen ist seiner Definition nach die Aneignung von Erfahrung, bei dem Denken, Fühlen und Tun zusammenwirken. Vor allem die affektiven Komponenten sind in fast allen Lernzielen enthalten, selbst wenn es anscheinend nur um reine Wissensvermittlung geht. Gute Seminarleiter sprechen daher gezielt den Gefühlsbereich an, um Verhalten und Einstellungen zu ändern, die soziale Kompetenz zu erhöhen. Das Buch enthält ein komplettes Lehr- und Selbstlernkonzept zum Thema: Signallernen, Einstellungs- und Soziales Lernen, Festlegung der Lernziele, Fortbildungsmaßnahmen, Überprüfung des Erfolgs. Zum Abschluss eines jeden Kapitels sichern Testaufgaben mit Antwortkontrollen den Transfer. Ein Kapitel behandelt die Vermittlung affektiver Lernziele durch Multimedia.

Wissen für Eltern von Schulkindern

Montag, 19. Oktober 2009

Viele Schüler nutzen ihre psychischen Potentiale einerseits zu wenig. Andererseits sind Erwachsene oftmals schlechte “Lernvorbilder”. Eltern wollen ihren Kindern zwar helfen, können sie aber nicht angemessen fördern. Daher möchten Ziegler & Stöger praxisorientierte Tipps zu folgenden Bereichen geben:

  • Lernvorbilder,
  • Lernstrategien,
  • Prüfungsangst,
  • Motivation und
  • Begabung.

Die Autoren haben diese Auswahl “… unter dem Gesichtspunkt der Maximierung des schulischen Lernertrags getroffen“. Sie berücksichtigen aber auch andere Gesichtspunkte, wie soziale Kompetenzen oder Selbstregulationsfähigkeiten. Ein Hauptziel ist dabei die Entwicklung selbstregulierten Lernens. Dazu sollten die Lernenden ihr eigenes Lernverhalten beobachten. Sie sollten Effektivität und Effizienz ihrer Lernstrategien kontrollieren und selbst Schwachstellen erkennen und beheben können. Dazu benötigen Schüler u. a. Aufmerksamkeit und geeignete Anregungen von ihren Eltern.

Persönlichkeit des Lernenden

Dienstag, 8. September 2009

Sabine Grotehusmann entwickelte einer Lernerpersönlichkeitstest, der im Gegensatz zu anderen Lerntypentest den gesamten Lernprozess erfasst und in der Tradition von C.G. Jungs Persönlichkeitstypologie steht. Die individuelle “Lernerpersönlichkeit” definiert sich nach Grotehusmann nach vier Faktoren, die den Lernprozess prägen:

  • Welche Interaktionsform gibt der/dem Lernenden Energie (RednerIn vs ZuhörerIn)?
  • Wie nimmt sie/er Informationen auf (RealistIn vs VisionärIn)?
  • Wie fällt sie/er Entscheidungen (LogikerIn vs Gefühlsmensch)?
  • Wie organisiert sie/er das Lernen (PlanerIn vs SpielerIn)?

Es gibt demnach acht Seiten der Lernerpersönlichkeit:

  • Die RednerIn lernt durch Aktivität und Reden und beginnt eine Lerneinheit mit etwas Aktivem und beschäftigt sich erst später mit den Ergebnissen.
  • Die ZuhörerIn lernt in erster Linie durch Zuhören, Mitschreiben und indem sie zuerst in Ruhe nachdenkt. Sie beginnt eine Lerneinheit, indem sie etwas in Ruhe durchdenkt und geht erst anschließend aktiv mit dem Lernstoff um.
  • Die RealistIn nimmt Informationen am leichtesten auf, indem sie zum Beispiel auswendig lernt und den Stoff mehrfach wiederholt. Sie sollte Lerneinheiten mit für sie angenehmen Übungen, wie z.B. Wiederholungen oder Anwendungen von bereits bekanntem Stoff beginnen und so das Gehirn aufwärmen.
  • Die VisionärIn nimmt Informationen am leichtesten auf, indem sie unter anderem den Stoff anwendet, sich mit der dahinter stehenden Theorie beschäftigt und sich zunächst einen Überblick verschafft. Eine Lerneinheit sollte mit Neuem bzw. für Anspruchsvollem beginnen, um sich zu motivieren.
  • Die LogikerIn fällt im Lernprozess rein logische Entscheidungen. Dabei sind Entscheidungen zielgerichtet und dienen dazu, Lernziele zu erreichen. Sie sollte einen genauen Lernplan erstellen und an ihrem Arbeitsplatz aufhängen.
  • Der Gefühlsmensch achtet bei seinen Entscheidungen auf andere. Er möchte beliebt sein und geht mehr nach seinem Gefühl als nach Logik vor.
  • Die PlanerIn steckt sich gern Lernziele und setzt sich selbst Fristen, die sie genau einhält. Ein Ziel zu erreichen, motiviert sie und gibt ihr Kraft. Sie hakt die erreichten Teilziele gut sichtbar auf ihrem Lernplan ab.
  • Die SpielerIn lernt prozessorientiert und hält sich gern Wahlmöglichkeiten offen. Sie passt sich neuen Situationen leicht an und reagiert flexibel auf terminliche Veränderungen.

Zyklus selbstregulierten Lernens

Mittwoch, 17. Juni 2009

Traditionell lernen Kinder linear: Input – Speicherung/Verarbeitung – Output. Die Ergebnisse sind meist bescheiden. Sie lassen sich jedoch mit einem zyklischen selbstregulierten Lernen deutlich verbessern. Heidrun Stöger (Universität Regensburg) und Albert Ziegler (Universität Ulm) haben die Überlegenheit der Methode nachgewiesen und in zwei Trainingshandbüchern Lehrern sowie Eltern zugänglich gemacht.

Die pädagogischen Psychologen beschreiben den Zyklus selbstregulierten Lernens:

  • Einschätzung des eigenen Lernstandes und des eigenen Lernens
  • Selbstständiges Setzen von Lernzielen
  • Auswahl geeigneter Lernstrategien zur Erreichung dieser Lernziele
  • Beherrschung der Lernstrategien
  • Überwachung des eigenen Lernprozesses
  • Selbstständige Korrektur ineffektiver Lernprozesse
  • Abschätzung des Lernertrags

Bei diesen Teilkompetenzen handelt es sich um die einzelnen Schritte eines Lernzyklus. Mit der Abschätzung des Lernertrags schließt sich ein Zyklus selbstregulierten Lernens und ein weiterer Zyklus kann durchlaufen werden. Dieser beginnt wieder damit, dass die Lernenden erneut ihren Lernstand einschätzen und ein weiteres Ziel ins Auge fassen.
Jedes Durchschreiten des Lernzyklus dient somit nicht nur dem Erreichen des Lernziels, sondern verbessert gleichzeitig auch die Lernkompetenz.
Die Psychologen sehen zusätzlich gute Wirkungen für das Selbstvertrauen, den Angstabbau und die Arbeitsfreude.

Die Freiburger Rechtschreibschule – FRESCH

Donnerstag, 12. Februar 2009

Freiburger Rechtschreibschule (FRESCH) ist eine Methode zur Förderung von Kindern mit Lese-Rechtschreib-Störung, die von Psychologen und Lehrern entwickelt wurde. Der Methode liegt die Synchronisierung von Bewegung und Sprache zugrunde.

Der Schriftspracherwerb orientiert sich am Silbenlesen, indem die Schüler zunächst die Wörter sprechen und sich gleichzeitig bei jeder Silbe in Schreibrichtung bewegen. Der rechte Fuß beginnt, der linke rückt nach, die Schreibhand führt bei jeder Bewegung einen tiefen Girlandenbogen aus. Ursprünglich für Kinder mit LRS entwickelt, wird die Methode auch Rechtschreibunterricht der Grundschule angewendet.

Da es wenig sinnvoll ist, beeinträchtigte Einzelfunktionen zu trainieren, glaubt man, dass das menschliche Gehirn Informationen, anders als beim Computer, synchron in miteinander vernetzten Gebieten verarbeitet. Gestörte Einzelfunktionen können demnach durch die Synchronisierung aller weiteren Funktionen kompensiert werden. Die rhythmische Vertiefung beim Sprechen und in der Bewegung beim Schwingen führt zu einer Entkrampfung und schafft dadurch Energien für die gestellten Aufgaben. Die Sprechsilbe hat nicht nur für die Musik eine herausragende Bedeutung, sondern auch für unsere Sprache als natürliche Segmentierungseinheit. Durch die dadurch erreichte Verlangsamung der Sprache wird die Artikulation deutlicher. Zusammen mit den Pausen und den rhythmischen Bewegungen wird der Zugang zur Schriftsprache geöffnet.


Die zentrale Aufgabe bei dieser Methode ist es, Sprache und Bewegung gleichzeitig ablaufen zu lassen. Ein Wort wird in Silben zerlegt, und dabei in “Schwüngen” gesprochen. Hierbei beginnt man mit einer etwas höheren Stimme, während man die Silbe beginnt. Im Verlauf des Sprechens wird die Stimme tiefer, so dass die Buchstaben über den Bauchraum klingen, um am Ende der Silbe wieder „oben“ anzukommen. Gleichzeitig macht man dazu mit der Schreibhand (rechts oder links) einen tiefen Bogen in Schreibrichtung unter dem gelesenen Wort, auf der Tischplatte oder in die Luft. So verfährt man mit jeder weiteren Silbe des Wortes. Gerade am Anfang ist es hilfreich, dass man sich dazu im Raum bewegt. Hierbei schreitet man, während man die Silbe spricht, in Seit-Steppschritten mit dem rechten Fuß nach rechts in Schreibrichtung und zieht den linken Fuß nach. Gleichzeitig beginnt man mit der Schreibhand einen Bogen, der etwa auf Schulterhöhe beginnt, über Bauchhöhe wieder zur Schulterhöhe geführt wird. Synchron wird dazu eine Silbe gesprochen.

Für das rhythmisch-melodische Sprechschwingen im Wortinnern eignen sich besonders lange Wörter, sogenannte “Schlangenwörter”. Nehmen wir dazu das Wort: Sonnenblumenkerne. Die erste Silbe lautet Son. Ich setze dazu die Hand in Höhe der Schulter an, beginne mit mit dem S, schreite einen Schritt nach rechts, während die Stimme tiefer wird und die Hand nach unten in Bauchhöhe gleitet. Nun lasse ich den Buchstaben o erklingen. Die Hand bewegt sich wieder in Schulterhöhe, die Stimme wird höher, der linke Fuß wird nachgezogen und nun erklingt der Buchstabe n. Pause. So verfahren Sie mit den restlichen Silben. Es ist nur scheinbar kompliziert. Manche Kinder schaffen die Silbentrennung nicht. Hier reicht es aus, wenn Sie die Hand des Kindes führen.