Grundprinzipien des Lernens und notwendige Konsequenzen



Besser behalten wird, was verstanden ist.
Unverstandenes kann allenfalls ‚mechanisch auswendig‘ gelernt werden, aber es kann, wenn es überhaupt in unser Langzeitgedächtnis gelangt, dort nicht sinnvoll eingeordnet werden. Meistens wird es auch bereits aus dem Kurzzeitspeicher schnell wieder ‚ausgesperrt‘.
Also: Nacharbeiten, nachschlagen, nachfragen!

Besser behalten wird, was nicht in der Luft hängt.

Isolierte Informationen finden keinen sicheren Halt im Gedächtnis, denn dieses ist ein ‚feinmaschiges Netz‘, in dem das Einzelne nur durch Verknüpfung mit dem Ganzen gehalten wird.
Also: Lernstoff mit bisherigem Wissen verbinden!

Behalten wird nur, was in verkraftbarer Menge angeeignet wird.
Eine große Stoffmenge kann nicht auf einmal aufgenommen werden. Vielmehr führt die Überfrachtung unseres Gehirns zu Denkblockaden, denn unser Gedächtnis ist keine ‚Festplatte‘, die in reiner und reihender Form registriert, sondern ein vieldimensionaler Speicher, in dem jede Information ihren gesicherten Platz finden muss. Und diese Einordnung braucht Zeit und Kraft.
Also: Lernstoff in aufnehmbare Einheiten einteilen!

Behalten wird nur, was mit ungestörter Aufmerksamkeit aufgenommen wird.

Was in überanstrengtem oder müdem Zustand gelernt oder was durch zusätzliche Eindrücke überlagert wird, wird oft bereits bis zum nächsten Tag wieder vergessen, denn die ‚Kondition‘ und Aufnahmeflexibilität unseres Gehirns sind begrenzt.
Also: Abstände, Pausen, Abschaltphasen zwischen den Lernzeiten!

Behalten wird nur, was wieder aufgerufen, bewegt, gebraucht wird.
Was nur einmal oder flüchtig im Gedächtnis abgelegt ist, wird dort bald verschüttet und vergessen.
Also: Wiederholen, wiederholen …!

Leichter behalten wird, was geordnet ist.
Eine Fülle von Details lässt sich auch kurzfristig nur dann verfügbar halten, wenn sie in unserem Gedächtnis durch ‚Überschriften‘ Struktur erhält.
Also: Lernstoff gliedern!

Leichter behalten wird, was zusätzlich in gefilterter Form in unserem Gedächtnis bewegt wird.
Wenn also die Vielfalt eines Stoffes auf Wesentliches reduziert wird, wird Lernen aktiv und damit erfolgreicher als rezeptives Aufnehmen. Außerdem erhält unser Gedächtnis zusätzliche Einordnungs- und Abrufhilfen.
Also: Lernstoff zusammenfassen!

Besser behalten wird, was auf ‚unterschiedlichen Wegen‘ aufgenommen und bewegt wird.
Der Wechsel von innerem ’stillen‘ und lautem Sprechen oder auch von schriftlicher Fixierung zentraler Inhalte ‚ergreift‘ den Stoff in verschiedener Weise und macht dadurch den Umgang mit ihm sicherer.
Also: Lernform variieren!

Siehe auch Sechs neurowissenschaftliche Grundprinzipien des Lernens

Quelle: http://www.hulda-pankok-gesamtschule.de/
uploads/media/Arbeitstechniken_01.pdf (10-07-06)








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© Werner Stangl Linz 2017