Lerneffizienz



Eine Reihe von Experten hat verschiedene Lerntechniken entwickelt, um das Lernen interessanter und effizienter gestalten zu können. Dieses Handout soll einige Beispiele (nach den Methoden nach Vera F. Birkenbihl und Wolfgang Pohl) geben.

Mitschrift

Das Gehirn muss etwas fixieren, damit man etwas lernen kann. Leider speichert unser Gehirn nicht alles sofort mit den richtigen Zusammenhängen ab. Deswegen sollte man Dinge aufschreiben, damit man sie später verarbeiten kann. Natürlich ist es unmöglich, alles mitzuschreiben – das macht auch keinen Sinn. Wichtig ist es, die Kernaussagen des Vortragenden herauszufiltern und zu notieren (vgl. Pohl 1997).

Tipps für eine gute Mitschrift

  • Man sollte neue Begriffe oder Überschriften nur stichwortartig als Hauptpunkte mitschreiben. Diesen Hauptpunkten ordnet man dann Beispiele usw. zu (vgl. Pohl 1997).
  • „Die wichtigen Begriffe auch grafisch-optisch deutlich hervorheben und die Zusammenhänge zwischen ihnen sichtbar werden lassen.
  • Übersichtlich schreiben, unterschiedliche Wichtigkeit durch unterschiedliche Schriftgröße verdeutlichen, unterstreichen, farbig markieren.
  • Zusammenhänge in grafischer Form strukturieren (Tabelle, Ablaufdiagramm)“ (Pohl 1997).
  • Nachträglich sollte man noch Informationen oder Gedanken ergänzen oder berichtigen. Es ist wichtig, dass man Lücken füllt und Kerngedanken zusammenfasst. Weiters sollte man öfters Einsicht in die Aufzeichnungen seiner Mitstudenten nehmen, um Vergleiche mit der eigenen Mitschrift anstellen zu können. Wichtig ist, dass man zu den einzelnen Kapiteln auch Testfragen formuliert (vgl. Pohl 1997).
  • Bald nach der Lehrveranstaltung sollte man sich nochmals mit der Mitschrift auseinandersetzen. Zum einen hat man den Inhalt vielleicht noch im Kopf, zum anderen kann man seine Mitschrift noch lesen. Wichtig ist es hierbei, Fragen zu unklaren Kapiteln zu notieren, die man dann in der nächsten Lehrveranstaltung klären kann (vgl. Pohl).

ABC-Listen

Eine ABC-Liste ist eine alphabetische Liste mit einem „leeren ABC“. Für die Erstellung einer solchen Liste schreibt man die Buchstaben des ABCs senkrecht an den Rand eines Blattes. Man wählt einen Themenbereich aus, zu dem man Begriffe finden möchte, und wandert das ABC mit den Augen hinauf und hinunter. Man muss nicht zwingend eine bestimmte Reihenfolge einhalten. Zu jedem Buchstaben, zu dem einem etwas einfällt, schreibt man den jeweiligen Begriff. Dazu hat man ca. 2 Minuten Zeit. Bevor man mit dem Spiel beginnt, sollte man noch angeben, wie viele Begriffe man glaubt, finden zu können, damit man am Schluss die Einschätzung mit dem tatsächlichen Ergebnis vergleichen kann (vgl. Birkenbihl 2006, S. 21).
Bei dem Erstellen einer ABC-Liste profitiert man durch:

  • das Niederschreiben der Assoziationen und
  • das Vergleichen der ABC-Listen, die man selbst zu verschiedenen Zeiten erstellt hat oder das Vergleichen der eigenen ABC-Listen mit denen der „Mitspieler“ (vgl. Birkenbihl 2006, S. 22).

Es gibt verschiedene Arten der ABC-Liste

  • Schnelle Stichpunkte: Es werden nur Begriffe geschrieben
  • Ange-REICH-erte Liste: Es werden sowohl Begriffe als auch Kommentare dazu geschrieben (vgl. Birkenbihl 2006, S. 140).

Eine verkürzte Form der ABC-Liste sind die sogenannten KaWas. Das sind Wortbilder, bei denen man „nur“ zu den einzelnen Buchstaben des Themenbereichs passende Wörter sucht und somit ein „Bild“ anfertigt (vgl. Birkenbihl 2006, S. 23).

Wissens-Quiz-Spiele (WQS)

WQS sind Spiele, die Wissen produzieren. Diese Spiele können von jedem angewandt werden. Sie helfen dabei, einen Text spielerisch zu lernen. Das wirkt motivierend (vgl. Birkenbihl 2006, S. 108ff).
Das Spiel ist in 3 Basisrunden aufgeteilt:

  • Wissens-Fragen: Jeder Mitspieler stellt Fragen zu einem vorgegebenen Text und alle dürfen versuchen zu antworten (vgl. Birkenbihl 2006, S. 108ff).
  • „Offiziellen Antworten“: In der zweiten Runde werden die Antworten zu den Fragen gegeben. Die Unterrichtseinheit, aber auch Präsentationen können durch diese Fragen eingeleitet werden, oder man gestaltet den Aufbau an Hand der Fragen (vgl. Birkenbihl 2006, S. 108ff).
  • Wiederholen der 1. Runde: Nachdem die Fragen und Antworten geklärt wurden, werden die Fragen wiederholt gestellt. Jetzt wissen alle weit mehr als vorher und das wirkt motivierend und steigert das Selbstbewusstsein (vgl. Birkenbihl 2006, S. 108ff).

Es ist wichtig, sich mit den Fragen und Antworten zu beschäftigen, deshalb wird kein bzw. ein viel schlechteres Lernergebnis erzielt, wenn man sich nur Quiz-Sendungen im Fernsehen ansieht (vgl. Birkenbihl 2006, S. 102f).

Literaturverzeichnis

Birkenbihl, Vera F. (2006). Trotzdem LERNEN. Heidelberg: mvg Verlag
Pohl, W. Mitschrift.
WWW: http://www.pohlw.de/lernen/de/technik/techn_03.htm (07-11-23).
Pohl, W. (1997). Mitschrift und Mitarbeit.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/LERNEN/lern-03.htm (07-11-23)








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