Beim Sprachenlernen im Tandem kommunizieren zwei Personen unterschiedlicher Muttersprache miteinander, um gemeinsam und voneinander zu lernen. Dabei bringt jeder die Kompetenzen ein, über die er schon verfügt und die der andere erwerben will: seine kommunikativen Gewohnheiten in der Muttersprache, sein kulturelles Hintergrundwissen, sein Sachwissen über den eigenen Lebensbereich. Zusätzliche Qualifikationen benötigt er in der Regel nicht. Die Lernenden trainieren ihre sprachlichen Fertigkeiten dadurch, dass sie jeweils vom “Modell” des anderen lernen, aus dessen Korrekturen, Verständnis- und Formulierungshilfen. Nachfragen, um Hilfe bitten, Erklären – von diesem wechselseitigen Engagement profitieren beide, auch wenn jeder sein eigenes Lernziel verfolgt. Tandemlernende sind motivierter, weil das Kommunizieren mit einem native speaker und über selbst gewählte Themen Spaß macht. Hier ist praxisbezogenes und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittenes Lernen möglich, und Fortschritte werden unmittelbar erlebt: Was gelernt wird, wird sofort angewandt.
Das eTandem-Netzwerk
Eine interaktive Nutzung von E-Mail im Fremdsprachunterricht bietet das E-Mail-Tandem-Network. In diesem Netz findet z. B. ein Französischlernender schnell einen Gesprächspartner in Frankreich, der seinerseits daran interessiert ist, sein Deutsch zu verbessern. Lernende sind hier immer zugleich Lehrende. E-Mail-Tandems sind gefragt für alle europäischen und einige außereuropäische Sprachen in (fast) allen Kombinationen. Das Netz lässt also die herkömmliche Brieffreundschaft wiederaufleben, allerdings mit Reaktionszeiten, die so schnell sind, dass sie sich auf die Inhalte und den Stil der ausgetauschten Botschaften auswirken.
Quelle: http://www.taz.de/4/reise/specials/reisehungrig-
bildungsdurstig/artikelseite/1/sprachen-lernen-im-doppelpack/ (08-09-26)
Schlagworte: Sprachen lernen, Tandem-Lernen
