Das Erlernen komplexer Routinen



Dass Menschen Hände schütteln können, ohne vorbeizugreifen, liegt daran, dass diese Bewegung automatisiert ist, wobei das Gehirn diese komplexen Bewegungsabläufe nach tausendfacher Übung fest abgespeichert hat. Wenn solche Routinen erst einmal im Gehirn sind, bekommt man sie schwer wieder aus dem Kopf, was etwa auch den Vorteil hat, dass man auch nach Jahrzehnten das Schwimmen oder Fahrradfahren nicht verlernt und mit wenig Übung gelingt es auch nach einer so langen Pause wieder so gut wie früher. Wenn man hingegen eine Bewegung zum ersten Mal ausführt und sich bewusst darauf konzentriert, wird das vor allem im sogenannten Stirnhirn-Bereich verarbeitet, jedoch für automatisierte, routinierte Bewegungsabläufe benötigt man zwei weitere Areale, nämlich das Kleinhirn, das unter anderem für Koordination und das Lernen von Bewegungsabläufen zuständig ist, und die Basalganglien, in denen Rituale und Routinen abgespeichert werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Gehirn übrigens komplizierte Bewegungen sicherer abspeichert als einfache. Wenn man sich falsche Bewegungsroutinen etwa für eine Sportart oder ein Musikinstrument angeeignet hat, ist es äußerst schwer, diese wieder umzuprogrammieren. Daher ist es besser, langsam und bewusst anzufangen und beim Erlernen schon auf alle Details zu achten, etwa die richtige Haltung, und beim Wiederholen sich dann Stück für Stück dem Zieltempo annähern.

Literatur

Stangl, W. (2014). Stichwort: ‚Routine‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: http://lexikon.stangl.eu/4486/routine/ (2014-12-27)




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© Werner Stangl Linz 2018