Der Countdown bis zur Nachprüfung läuft. Wer jetzt durchstartet, hat gute Chancen auf Erfolg.



Ein Monat süßes Nichtstun und das Gehirn vom Schulstress auslüften – das empfehlen Schulpsychologen allen Nachzipf-Kandidaten. Also, jetzt ran an die Bücher und Versäumtes nachholen, um bei der Wiederholungsprüfung nicht ins Stottern zu geraten.
Bestandsaufnahme. „Gemeinsam mit dem Nachhilfelehrer sollte man herausfinden, wo die Mängel liegen“, rät Werner Stangl, Professor für Psychologie und Pädagogik an der Uni Linz. Oft stellt sich heraus, dass im jeweiligen Gegenstandwesentliche Grundlagen fehlen, die es zuallererst gilt aufzuarbeiten. Stangl rät: „Schüler und Eltern sollten bereits zu Schulschluss mit dem Lehrerreden, um zu erfahren, wo dieser die Defizite ortet.“
Nachfragen. Gerhild Hanselmayer, Nachhilfelehrerin und Leiterin des Institutes Lernen ohne Stress (LOS), weiß aus Erfahrung, dass viele Lehrer auch gerne eine Lernprogramm für den jeweiligen Schüler bereitstellen, das Auskunft gibt, was zu lernen ist und welcher Stoff bei der Prüfung in die engere Wahl kommt.
Gemeinsam mit der Nachhilfe wird häufig in kleinen Schülergruppen mit maximal drei Personen eineinhalb Stunden pro Tag gelernt. „In der Gruppe fühlen sich viele Jugendliche wohler und können so auch ihr  “Leid“ besser teilen“, weiß Hanselmayer.
Motivation. „Wir machen auch gerne spielerische Wiederholung des Lernstoffs – das Gehirn nimmt das Gelernte dann besser auf.“ Abendmenschen könnten ruhig vor dem Einschlafen lernen, „aber danach bitte auf keinen Fall mehr fernsehen oder Computer spielen“, warnt die Nachhilfelehrerin. „Sonst bleibt das Gelernte nicht im Unterbewusstsein hängen.“
Fürs Leben.Gute Nachhilfelehrer achten auf den Lernstil des Schülers. Jemand, der ständig Fehler wegen Schlampigkeit beim Lesen von Textaufgaben macht, bekommt Konzentrationsübungen mit auf den Weg. Diese können schließlich später im Berufsleben ebenso nützlich sein. Bei Prüfungsangst helfen Probetests, die Situation zu analysieren und zu entschärfen.
Tag der Wahrheit. Wiederholen bis zum Schluss ist in Ordnung. Wer sich kurz vor der Prüfung neue Informationen zumutet, wird wohl mehr verwirrt als gut vorbereitet dastehen.

Gerhild Hanselmayer, Nachhilfelehrerin bei LOS
„Zu viele Lernstunden am Tag sind kontraproduktiv. Drei Stunden inklusive Hausübung vom Nachhilfelehrer genügen für die meisten Schüler, wenn noch vier Wochen Zeit sind.“
Werner Stangl, Professor für Psychologie und Pädagogik an der Uni Linz
„Eine Nachprüfung ist eine Chance, an die Sache neu heranzugehen – ohne täglichen Schulstress. Eltern sollten ihre Kinder nicht pausenlos fragen, ob sie eh genug lernen.“
Daniel Kaufmann, Schüler in der 11. Schulstufe
„Ich hatte zum Glück noch nie einen Nachzipf. Aber wenn, dann würde ich nicht den ganzen Sommer über lernen. Den Lernstoff portionsweise nachzuholen, fände ich sinnvoller.“
Morris Kosche, ab Herbst in der Maturaklasse
Meine Strategie ist aufgegangen: Vor zwei Jahren hatte ich eine Wiederholungsprüfung, für die ich erst ab Anfang August mit meiner Nachhilfelehrerin gelernt habe. Urlaub muss sein.“

TIPP & LINK
www.lerntipp.at ist eine umfangreiche Website von Werner Stangl mit praktischen Lerntechniken für Schüler ab der Grundstufe und auch für Erwachsene.
Schulpsychologie-Bildungsberatung mit wertvollen Tipps auf www.bmukk.gv.at.




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© Werner Stangl Linz 2018