Persönlichkeit des Lernenden

Sabine Grotehusmann entwickelte einer Lernerpersönlichkeitstest, der im Gegensatz zu anderen Lerntypentest den gesamten Lernprozess erfasst und in der Tradition von C.G. Jungs Persönlichkeitstypologie steht. Die individuelle “Lernerpersönlichkeit” definiert sich nach Grotehusmann nach vier Faktoren, die den Lernprozess prägen:

  • Welche Interaktionsform gibt der/dem Lernenden Energie (RednerIn vs ZuhörerIn)?
  • Wie nimmt sie/er Informationen auf (RealistIn vs VisionärIn)?
  • Wie fällt sie/er Entscheidungen (LogikerIn vs Gefühlsmensch)?
  • Wie organisiert sie/er das Lernen (PlanerIn vs SpielerIn)?

Es gibt demnach acht Seiten der Lernerpersönlichkeit:

  • Die RednerIn lernt durch Aktivität und Reden und beginnt eine Lerneinheit mit etwas Aktivem und beschäftigt sich erst später mit den Ergebnissen.
  • Die ZuhörerIn lernt in erster Linie durch Zuhören, Mitschreiben und indem sie zuerst in Ruhe nachdenkt. Sie beginnt eine Lerneinheit, indem sie etwas in Ruhe durchdenkt und geht erst anschließend aktiv mit dem Lernstoff um.
  • Die RealistIn nimmt Informationen am leichtesten auf, indem sie zum Beispiel auswendig lernt und den Stoff mehrfach wiederholt. Sie sollte Lerneinheiten mit für sie angenehmen Übungen, wie z.B. Wiederholungen oder Anwendungen von bereits bekanntem Stoff beginnen und so das Gehirn aufwärmen.
  • Die VisionärIn nimmt Informationen am leichtesten auf, indem sie unter anderem den Stoff anwendet, sich mit der dahinter stehenden Theorie beschäftigt und sich zunächst einen Überblick verschafft. Eine Lerneinheit sollte mit Neuem bzw. für Anspruchsvollem beginnen, um sich zu motivieren.
  • Die LogikerIn fällt im Lernprozess rein logische Entscheidungen. Dabei sind Entscheidungen zielgerichtet und dienen dazu, Lernziele zu erreichen. Sie sollte einen genauen Lernplan erstellen und an ihrem Arbeitsplatz aufhängen.
  • Der Gefühlsmensch achtet bei seinen Entscheidungen auf andere. Er möchte beliebt sein und geht mehr nach seinem Gefühl als nach Logik vor.
  • Die PlanerIn steckt sich gern Lernziele und setzt sich selbst Fristen, die sie genau einhält. Ein Ziel zu erreichen, motiviert sie und gibt ihr Kraft. Sie hakt die erreichten Teilziele gut sichtbar auf ihrem Lernplan ab.
  • Die SpielerIn lernt prozessorientiert und hält sich gern Wahlmöglichkeiten offen. Sie passt sich neuen Situationen leicht an und reagiert flexibel auf terminliche Veränderungen.

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