Fingermathematik



Bekanntlich rechnen zu Beginn der Grundschulzeit viele Kinder mit den Fingern, um sich die gestellten Aufgaben besser vorstellen zu können. Allerdings kann der Einsatz der Finger auch in späteren Jahren beim Lösen von Mathematikaufgaben helfen, denn in einer Untersuchung (Ginns et al., 2015) fiel Schulkindern aus Sydney im Alter zwischen neun und dreizehn Jahren das Lösen von Aufgaben aus Geometrie und Algebra damm leichter, wenn sie veschiedene Aspekte der mathematischen Probleme mit ihren Fingern nachzeichneten. Das deutet darauf hin, dass das mathematische Verständnis und Lernen verbessert werden kann, wenn Rechenaufgaben durch Elemente zum Nachverfolgen der Aufgaben mit haptischen Elementen ergänzt werden. So kann man mit dem Zeigefinger etwa die Winkel eines Dreiecks nachzeichnen, was die Belastung des Arbeitsgedächtnisses reduzieren und damit die Fähigkeit verbessern dürfte, komplexe Informationen zu behalten, da es dabei Informationen aus verschiedenen Sinneskanälen verbindet.

Literatur
Ginns, P., Hu, F., Byrne, E., Bobis, J. (2015). Learning by tracing worked examples. Applied Cognitive Psychology, doi10.1002/acp.3171
Hu, F., Ginns, P., Bobis, J. (2015). Getting the point: Tracing worked examples enhances learning. Learning and Instruction, 35, 85-93.








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© Werner Stangl Linz 2017