Der Schulanfang – der erste Schultag

September 12, 2017 – 11:19 am

Der Schulanfang ist für die meisten Kinder spannend, wobei Eltern ihre Kinder dabei unterstützen können, indem sie ihnen Freude vermitteln, denn besonders Kinder, die in eine neue Schule oder auf eine Höhere Schule wechseln, brauchen Begleitung. Eltern sollten ihre Kinder positiv einstimmen und ihnen Sicherheit vermitteln. Es kommt immer wieder vor, dass Kinder Ängste entwickeln, das können Ängste vor Fehlern sein oder auch davor, dass LehrerInnen oder MitschülerInnen sie nicht mögen. Wenn Kinder Ängste ansprechen, sollten Eltern das aufgreifen und versuchen zu beruhigen, wobei die Regel gilt, dass sie von sich aus Ängste nicht ansprechen sollten, denn sonst könnten Kinder glauben, sie müssten diese haben.

Vor allem den ersten Schultag sollte man so leicht wie möglich nehmen, d. h., schon den Tagen zuvor sollte mit dem Kind über die Schule gesprochen werden, etwa indem Fotos aus der Schulzeit der Eltern oder älterer Geschwister angeschaut werden. Damit kann man den Kindern sagen, dass der Schuleintritt ein ganz normaler Vorgang ist, der alle Generationen betrifft. Die Eltern können beim Betrachten der Bilder eigene Erlebnisse erzählen und dem Nachwuchs erklären, wie der Unterricht abläuft. Vermieden werden sollten dagegen Leistungsstress und Formulierungen wie „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“, denn das Leben ist von Geburt an lebensgefährlich, d. h., alles andere sollte man so leicht als möglich nehmen.

Aus den Empfehlungen des Schulpsychologen Andreas Girzikovsky in den OÖN vom 10. September 2017.

Bildquelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/WISSENSCHAFTPAEDAGOGIK/DidaktikModelle.shtml (17-09-09)



3R-Lernstrategie: Read-Recite-Review

September 7, 2017 – 3:17 pm

Bei der 3R-Lernstrategie versuchen Lernende nach der ersten Lektüre eines Textes (Read), sich an möglichst viele Inhalte zu erinnern und diese wiederzugeben (Recite), dann wird der Lernstoff ein zweites Mal durchgesehen (Review), wobei man sich dabei vor allem auf die noch vorhandenen Wissenslücken konzentriert, die beim ersten Abrufen auftraten. Durch dieses aktive Abrufen soll ein zusätzlicher Lerneffekt entstehen.
McDaniel, Howard und Einstein (2009) untersuchten in zwei Studien an College-Studenten, ob die 3R-Strategie (Read-Recite-Review) beim Lernen zu besseren Lernergebnissen führt.

Two experiments with college students investigated the effectiveness of the 3R (read-recite-review) strategy for learning from educational texts. The 3R strategy was compared with rereading and note-taking study strategies using free-recall, multiple-choice, and short-answer inference tests immediately after study and after a 1-week delay. In Experiments 1 and 2, 3R improved immediate and delayed free recall of fact-based passages, relative to the rereading and note-taking strategies. In Experiment 2, which used longer, more complex passages on engineering topics, performance on multiple-choice and problem-solving items was better in the 3R than in the rereading condition, and was equivalent in the 3R and note-taking conditions, though 3R took less study time than note taking. An inherent advantage of 3R relative to other testing methods for improving learning is that 3R is under the learner’s control. These results indicate that it is also an efficacious study technique that capitalizes on the mnemonic potency of retrieval and feedback.

Übrigens: Es gibt auch das „Konzept der 3 R“ (Replacement, Reduction, Refinement) im Tierschutz. Darunter werden alle Massnahmen verstanden, die geeignet sind, Versuchstierleiden zu vermeiden oder wenigstens zu vermindern bzw. die Tiere durch verbesserte Tierhaltung und -behandlung etc. zu entlasten. Die entsprechende Begriffsbestimmung geht auf eine Veröffentlichung von William M. S. Russell und Rex L. Burch (The Principles of Humane Experimental Technique, London 1959) zurück.
Im Umweltschutz gibt es ebenfalls ein 3R-Prinzip: es steht für „reduce, reuse and recycle“ also reduzieren, wiederverwenden und recyclieren.

Wissenschaftler im Gefolge der Forschungen von Hermann Ebbinghaus wiesen nach, dass Studenten sich in einem Test an 80 Prozent von vorher gelernten Wortpaaren erinnern konnten, wenn diese zwischendurch immer wieder abgefragt worden waren. Diejenigen Studenten, die die Wortpaare statt des Abfragens wiederholt gepaukt hatten, konnten sich nur an etwa 30 Prozent des Stoffes erinnern. Daraus lässt sich ebenfalls ableiten, anstatt nochmals die Vorlesungsnotizen anzuschauen, sollte man lieber versuchen, sich die zentralen Punkte aus dem Gedächtnis abzurufen und mögliche Prüfungsfragen überlegen. LehrerInnen sollten zu Beginn einer jeden Stunde eine kurze Zusammenfassung der letzten Stunde geben und ein Aufgaben zu einem länger zurückliegenden Thema in die Klassenarbeiten einbauen (Römer, 2009).

Zum Vergleich der Effektivität verschiedener Lernstrategien wurden StudentInnenen in vier Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe prägte sich den Inhalt des Textes durch bloßes Lesen ein, die zweite lernte viermal hintereinander mit Pausen, die dritte schrieb den Inhalt des Textes in Diagrammen, während die vierte Gruppe den Text las und  dann den Inhalt frei wiedergeben musste. Nach einer Woche erinnerte sich die Gruppe, die das Wissen frei reproduziert hatte, an erheblich mehr Details und zeigte auch bessere Leistungen als die Probanden in allen Vergleichsgruppen, wenn es darum ging, das Wissen auch anzuwenden. Der freie Abruf von Erinnerungen verfestigt offenbar den Inhalt.

Literatur
McDaniel, Mark A., Howard, Daniel C. & Einstein, Gilles O. (2009). The Read-Recite-Review Study Strategy. Psychological Science, 20, p. 516-522.
Römer, Anke (2009). Ebbinghaus‘ Erben : vor über 100 Jahren entdeckte Hermann Ebbinghaus grundlegende Prinzipien des Lernens. Psychologie heute.
WWW: http://www.psychologie-heute.com/themen_und_trends/heft0907.html (10-01-02)
Ohne Autor (o.J.a). Nachhaltige Nutzung von Ressourcen
WWW: http://www.uni-klu.ac.at/main/inhalt/uninews_2616.htm (09-11-18)
Ohne Autor (o.J.b). Konzept der 3 R.
WWW: http://www.tierschutz.org/tierschutz/problembereiche/versuchstiere/
alternativmethoden/konzept3r.php (09-11-18)



Merkmale nachhaltigen Lernens

September 4, 2017 – 6:24 pm

Hier einige wesentliche Aspekte nachhaltigen Lernens, denn effektives Lernen bedeutet das Lernen in kleinen Schritten, was Zeit und Geduld kostet, was sich aber langfristig auszahlt, denn was man auf diese Weise einmal gelernt hat, verschwindet nicht so schnell aus dem Gedächtnis! Es ist gewissermaßen das Gegenteil des Bulimie-Lernens!

  • Ich brauche Lernwillen: »Ich will lernen.«
  • Ich verschaffe mir einen Überblick. (Was soll ich tun? Was brauche ich dazu? Welche Methode ist die richtige?)
  • Ich sortiere oder ordne mir den Lernstoff. (Reihenfolgen lassen sich leichter lernen.)
  • Ich lerne mit allen Sinnen: Sehen, Hören, Fühlen und Bewegung. (Spaß!)
  • Ich verbinde den Lernstoff mit meinem Vorwissen, indem ich zum Beispiel bei Vokabeln eigene Sätze bilde.
  • Ich wiederhole den Lernstoff immer wieder (am Anfang häufiger, später seltener).
  • Ich rede über den Lernstoff mit eigenen Worten.
  • Ich mache Ähnliches unähnlich (zum Beispiel durch Bewegungen, zeitlich versetztes Lernen und Eselsbrücken).
  • Ich verändere die Reihenfolge oder Ordnung, um über die Fakten einzeln zu verfügen.
  • Ich freue mich über meinen Lernerfolg.
  • Ich schließe eventuelle Lernlücken.


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© Werner Stangl Linz 2017